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Aktualität

Der in Sonntagsreden beschworene «liberale Rechtsstaat» scheint gegenüber autokratischer Herrschaft und kalkuliertem Machtstreben gegenwärtig wie ein freundlicher aber ziemlich zahnloser Greis. Russland führt einen Krieg gegen seinen Nachbarn, die Ukraine. Währenddessen besingen manche besonders freie Geister die Virilität, Konsequenz und Standhaftigkeit Putins, die EU und die Vereinigten Staaten rüsten mit immer schwererem Wirtschaftsgeschütz auf. Und doch fragt man sich, ob dies angesichts der Lage wirklich mehr als Worthülsen sind. Und die Schweiz? Sie bleibt neutral.
Der Erfolg von Netflix-Serien wie «Der Tinder-Schwindler» oder «Inventing Anna» über die deutsch-russische Schwindlerin Anna Sorokin belegen: Blender und Hochstapler haben Hochkonjunktur.
Die Credit Suisse soll, einem internationalen Recherche-Netzwerk (OCCRP) zufolge, Jahrzehnte lang umstrittene Machthaber, korrupte Beamte, Kriegsverbrecher und Drogendealern zu ihren Kunden gezählt haben. Die Vorfälle reichen in die 1940er-Jahre zurück und umfassen eine Zeitspanne bis weit ins vergangene Jahrzehnt. Diese Vorwürfe stützen sich auf bankinterne Daten, die geleaked worden sind. Die Tamedia-Gruppe, welche normalerweise Teil dieses Netzwerks ist, hat zudem darauf aufmerksam gemacht, dass sie sich nicht an den Recherchen beteiligen konnte, weil hierzulande Journalist:innen mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden, wenn sie Daten publizieren, die das Bankgeheimnis verletzen.
Die aktuelle Rede des russischen Präsidenten ist ein Paradebeispiel für das Hineinspielen von altmännlichen Stereotypen in internationale Beziehungen.
Nicht wenige Brüder und Schwestern im Geiste der 68er-Bewegung haben sich letztes Jahr am Rande der Debatten um die «Ehe für Alle» verwundert die Augen gerieben. Nicht weil sie gegen die Gleichberechtigung homosexueller Menschen wären. Sondern weil die totgeglaubte bürgerlich-kleinbürgerliche Institution der Ehe so lebendig scheint, dass um sie und ihre Deutung gekämpft wird. Auch unter Jugendlichen bleibt die Zweierkiste das Standardideal. Ein paar Tage nach dem Valentinstag sollte man darüber vielleicht in aller Nüchternheit nachdenken.
Weltweit 10 Mio. Menschen pflegen über die Smartphone-App «Replika» eine Beziehung mit einer virtuellen Person. Ist die App Gegenmittel zur Einsamkeit, oder verstärkt sie diese?
Museen, heisst es, sind die Kathedralen unserer Zeit. In ihnen zeigen wir, was uns heilig ist. Es sind Orte, in denen Gesellschaften ihr Selbstbild und ihre Idee von Kultur verhandeln. Deswegen geht die Frage, was und wer in Museen gefeiert werden soll, uns alle an.
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Am 13. Februar stimmen die Schweizer Stimmbürger:innen über ein Tabakwerbeverbot ab. Die Initiant:innen fordern unter dem Titel Volksinitiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung» sichtbare Werbung für Kinder und Jugendliche von Tabakprodukten zu verbieten. Tabakwerbung würde damit aus dem öffentlichen Raum verschwinden und könnte nur noch gezielt an Erwachsene addressiert werden, etwa über Mailings oder gezielte Social Media-Aktionen.
Der Jesuit und Zen-Meister Niklaus Brantschen wirft in seinem jüngsten Buch provokante Fragen auf und beantwortet sie unkonventionell. So viel vorweg: Ja, gottlos beten geht! Ein einprägsamer Besuch im Lassalle-Haus.
Emmanuel Macron plädierte gestern überraschend für die Aufnahme des Rechts auf Abtreibung in die EU-Grundrechtecharta. Was steckt dahinter?
In der Präambel der Schweizerischen Bundesverfassung steht, dass sich die Stärke des Volkes am Wohl der Schwachen messe. Heute könnte man vielleicht ergänzen, dass sich die Zufriedenheit des Volkes am Umgang mit den Starken oder Mächtigen zeigt.
In der neuen Staffel des Podcast «Ausgeglaubt» unterhalte ich mich mit Stephan Jütte über Bücher zu Religion, Glaube und Spiritualität, die große Reichweite erlangt und viele Menschen geprägt haben. Die aktuelle Folge beschäftigt sich mit einem Buch, das eigentlich noch zu jung ist, um in diese Kategorie zu fallen: Johannes Hartls «Eden Culture». Ich habe mir in diesem Blogbeitrag einige weiterführende Gedanken zu dem Buch gemacht.
Der Zeitraum, in dem man sich höflich «Ein gutes neues Jahr!» wünscht, ist auch dieses Jahr wieder vorbei. Der Wunsch weicht dann einer Frage: «Und, gut gestartet?» Das ist ein Riesenunterschied!
Die Atomindustrie sorgt sich um unseren Planeten. Und um sich selbst. Daher bemüht sie sich neuerdings um Anerkennung von Nuklearenergie als grün, nachhaltig und sicher. Für mich Anlass für einen Faktencheck und eine Überprüfung der eigenen Haltung zur Kernenergiefrage.

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