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Glaube

Richard Dawkins Buch «Der Gotteswahn» will mit jeder Form des Gottesglaubens definitiv aufräumen. Es ist zum Manifest des «neuen Atheismus» geworden, einer Bewegung von Freidenkern und Religionsverächtern, die allem «Übernatürlichen» abgeschworen haben und in einem wissenschaftlichen Naturalismus die Lösung aller Probleme der Menschheit erblicken. Ich habe mir das umfangreiche Werk vorgenommen – und versuche zu zeigen, warum schlechte Bücher gegen den Glauben keine gute Nachricht für Gläubige sind.
An der Religionskritik kann man verzweifeln. Nicht weil sie erschütternd wäre. Sondern weil sie mittlerweile nicht einmal mehr gut gemacht sein muss, um publiziert zu werden. Jüngst hat Hugo Stamm wieder draufgehauen und dabei etwa so viel Kenntnis von Geschichte, Soziologie oder Philosophie durchblicken lassen, wie ein Monolog im «Jungle Camp».
Beruhen Gott/ die Götter nicht nur auf Einbildung? Sind sie nicht nur Resultat unserer kollektiven Prägungen und individuellen Wünsche? So fragte schon vor 2 ½ tausend Jahren der antike Philosoph Xenophanes. In unserer multireligiösen Gesellschaft bekommen diese Fragen neues Gewicht.
Ich tue mich schwer mit Glaubensbekenntnissen. Sie geben vor, etwas zu bekennen aber in Wirklichkeit tun sie mehr als das. Sie bezeichnen auch das, was man nicht glaubt, falsch findet und ablehnt. Gleichzeitig mag ich Glaubensbekenntnisse. Sie sind so herrlich sperrig, aus der Zeit gefallen und geben einem zu denken auf. Auflösen kann ich das nicht. Aber ich habe einen eigenen Umgang damit gefunden.
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