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Lesedauer: 2 Minuten

Die ganz normale Glaubenskrise? (Dekonstruktion I)

Es gibt Zeiten, die sind schwieriger als andere. Zeiten, in denen es auch schwerer fällt, an Gott zu glauben. In Umbruchzeiten kann das Gebet und das Vertrauen im Glauben eine Ressource sein. Manchmal fühlt es sich aber auch so an, als schwebte man völlig im Leeren. Wenn schwierige Fragen einen nicht loslassen oder Gott weit weg scheint. 🖤

Wenn zu diesen Glaubensfragen auch noch zwischenmenschliche Enttäuschungen, Vertrauensbrüche in der Gemeinde kommen oder eine theologische Lehre, die nicht aufzugehen scheint, muss der Glaube neu sortiert, neu durchgedacht werden. Das ist etwas ganz normales: Studien von Entwicklungsforschenden zeigen, dass sich der Glaube im Laufe des Lebens immer wieder verändert.

Dekonstruktion kann eine Befreiung sein – oder ein Trauma

Für die einen kann es eine Befreiung sein, Glaubenssätze loszulassen. Manchmal fühlt es sich aber auch an, als würde einem der Boden unter den Füssen weggerissen. Stück für Stück trägt der Glaube nicht mehr, wird hinterfragt, fällt weg – manchmal, bis nichts mehr davon da ist. Tabula rasa. 🌪 Das kann sich wie ein «Posttraumatisches Kirchen-Syndrom» anfühlen.

Am Schlimmsten in einer solchen «Dekonstruktion» des Glaubens sind neben den Zweifeln die Angst, ins Leere zu fallen. Vielleicht sogar die Angst, in die Hölle zu kommen. Doch Gott ist weiter als jedes Glaubenskonstrukt. Im Video erzählt Evelyne, warum sie fest davon überzeugt ist, dass es nicht das Ende ist, wenn man nicht mehr glauben kann. 🌱

Video Teil II: «Safe Spaces»

Video Teil III: «Wie kann ich wieder glauben? (Rekonstruktion)»

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8 Kommentare zu „Die ganz normale Glaubenskrise? (Dekonstruktion I)“

  1. Du sprichst von Glaubenskrisen aufgrund übernommer Lehre. Ja, ein Gottesbild wonach Gott nur aufgrund eines grausamen Opfers barmherzig sein kann und ein Gott, der zum Ziel hat, einen großen Teil seiner Geschöpfe end- und zwecklos in der Hölle leiden zu lassen – das macht schon große Probleme!

    Musste Jesus sterben, weil Gott ansonsten nicht vergeben kann oder weil er ständig vergeben muss? Man kann einen theologisch-systematisch Erlösungsentwurf aufzeigen, der ohne den Sühne-Zusammenhang „Barmherzigkeit gegen Tod“ auskommt und bei dem Jesu Leben, das Kreuz und seine Auferstehung dennoch eine notwendige Funktion bei der Lösung des Sündenproblems einnehmen. Ich habe dazu vor kurzem publiziert. Es wird dort auch aufgezeigt, wie das historische Erlösungswerk Christi die Grundlage für eine zukünftige Versöhnung des Alls gelegt hat. Er muss herrschen bis…

    1. Evelyne Baumberger

      Danke für deinen Kommentar! Fehlt da am Ende noch was? Kam beim Schluss nicht ganz draus. Liebe Grüsse, Evelyne

      1. Hi Evelyne,
        am Schluss wurde es etwas kryptisch, ja. Etwas ausführlicher: Der Entwurf zeigt auf, wie das historische Erlösungswerk Christi den Tod de jure überwunden hat. Das können alle auf sich beziehen, die der Person des Christus angehören. Den Tod gibt es aber als (möglicherweise personalen) Machtfaktor und Feind Gottes und des Menschen immer noch, solange er irgend jemand noch in seiner Gewalt hat. Nun wird in 1 Kor 15,25 das finale Ziel des Erlösungswerks Christi offenbart: Denn er (Christus) muss herrschen, bis er alle seine Feinde unter seine Füße gelegt hat. Als letzter Feind wird der Tod (de facto) entmachtet. Gruss Tobias

        PS: Meinen Entwurf findest du unter: Tobias Henninger: Was ist Erlösung? – Ein befreiender Entwurf, tredition, Hamburg.

  2. Vielen Dank, liebe Evelyne! Genauso nehme ich es war. Glauben ist eine Reise, kein Standpunkt, und Gott trägt, wenn ich loslasse.

    1. Evelyne Baumberger

      Liebe Rebekka, danke für den Kommentar! Der Vergleich mit der Reise gefällt mir. Liebe Grüsse und alles Gute!

  3. Ausgezeichneter, ehrlicher Beitrag- ich habe mich persönlich darin erkannt. Der Beitrag lässt Betroffene nicht „im Regen stehen“ sondern zeigt auf, dass Glaube ein fortwährender Prozess ist und nicht aufgrund einer besonderer Leistung „am Leben erhält wird“ – sondern einzig auf Gott, der durchträgt.

  4. Sali Evelyne

    Ich habe heute das erste Mal von De- und Rekonstruktion gehört.
    Ich bin in einem evangelikalem Umfeld aufgewachsen. Vieles habe ich übernommen im Glauben, vieles schon hinterfragt.
    Ein nicht-glauben-an-Gott gab es bei mir nie, doch die Themen Heilung, Himmel, Entrückung, etc. Wurden hinterfragt.
    Ich finde es spannend, denn ich fühle mich etwas „allein“ mit meiner Entwicklung, da mein Freundeskreis weiterhin evangelikal unterwegs ist. Dass es ganz gewöhnlicher Prozess ist, tröstet mich ein wenig.

    Liebe Grüsse Anita

    1. Evelyne Baumberger

      Liebe Anita, danke für deine Nachricht! Ja, da gibt es ganz viele, die mit den gleichen Themen unterwegs sind… Ich freue mich, dass du beim RefLab damit Anschluss findest. In meinen RefLab-Videos kommen diese Fragen immer wieder vor. Herzliche Grüsse und alles Gute, Evelyne (Falls du übrigens spezifische Fragen hast, zu denen ich mal ein Video machen soll, melde dich jederzeit per Mail. Die Adresse ist auf unserer „Team“-Seite.)

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