Dein digitales Lagerfeuer
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Politik

Nawalnys Videos wurden mehr als 100 Millionen Mal geklickt. Was fasziniert uns daran?
Vor ein paar Monaten sagte jemand etwas zu mir, das mir seither immer wieder durch den Kopf geht. "Unter uns gesagt", bemerkte die Person beiläufig, während wir am Rande einer kirchlichen Veranstaltung einen Kaffee tranken, "Demokratie ist eigentlich schlecht für das Christentum. Für uns wäre eine Christen wohlgesonnene Diktatur besser."
"2020 soll weg, ein Jahr zum Vergessen!", finden viele. Das wäre eine verpasste Chance.
In einem früheren Beitrag habe ich den christlichen Streamingdienst »PureFlix« kritisiert. Er präsentiert eine auf die Sensibilitäten eines evangelikalen Publikums zugeschnittene Welt und führt ganz bewusst eine unterschwellige Botschaft mit. Aber natürlich wird nicht nur auf dieser Plattform kräftig gepredigt. Mein Statement für gute Film- und Seriengeschichten ohne doppelten Boden.
Das Ständemehr gehöre auf den Müllhaufen der Geschichte, twitterte Juso-Präsidentin Ronja Jansen nach der Abstimmungsniederlage. Das ist etwas trotzkig (!) formuliert aber deswegen noch lange nicht falsch.
Die Schweiz hat beide Vorstösse, ansässige Unternehmen im Blick auf ihre humanitäre Verantwortung stärker in die Pflicht zu nehmen, ins Leere laufen lassen. An einem mangelhaften Problembewusstsein muss das nicht liegen. Vielleicht ist unsere Welt einfach zu kompliziert geworden, um den Mut für herzhafte Entscheidungen noch zu finden…
So, jetzt haben wir uns eine Woche lang um das mediale CNN-Lagerfeuer versammelt, wissen auswendig, wieviele Wahlmänner Pennsylvania, Georgia, Arizona und Nevada haben, wieviele Prozente Hillary Clinton dort vor vier Jahren hinter oder vor Trump lag, haben x-fach darüber diskutiert, ob der Oberste Gerichtshof unter konservativer Mehrheit vielleicht dem ungerechten Bösewicht zum Sieg verhilft, wann die Republikaner sich endlich von ihrem irren König distanzieren und ob "die Wunden des zerrissenen Amerikas" wieder heilen können. Aber wozu?
Romans-sur-Isère, Dresden, Paris, Nizza und jetzt Wien: Islamistischer Terror ist eine Bedrohung. Dieser Terror bringt nicht nur Leid über einzelne Menschen und Familien, sondern zeigt, dass wir dringend über Religion und Grenzen der Integration sprechen müssen.
Das Buch «Homeland Elegien» gibt Einblick in Parallelwelten, die üblicherweise nicht zugänglich sind: Wie ist es als Muslim*in in den USA zu leben (besonders nach dem Attentat von 9/11)? Wer ist Donald Trump wirklich – und wollte er überhaupt Präsident werden? Wie konnte es eigentlich passieren, dass auch manche Afroamerikaner*innen und Pakistaner*innen jemanden wie Trump gewählt haben?
Kirche ist für KOVI. Ich nicht unbedingt. Trotzdem finde ich es gut, wenn sich Kirchen dafür engagieren. Aber ohne in diesem Engagement aufzugehen.
Warum mich die Nachricht, dass die Hagia Sophia wieder eine Moschee ist, in ein temporäres Hirnkoma versetzt hat.
Wenn wir ehrlich sind, treffen die Demonstrationen in den USA auch unseren eigenen Rassismus. Was tun mit der Ratlosigkeit und Scham?
Bilder der Antirassismus-Proteste in den USA gehen um die Welt. Die Geschichten, die sie ausgelöst haben, machen sprachlos. Wie lässt sich eine Gesellschaft zusammenhalten, die von so tiefgreifenden Vorurteilen und Verwerfungen geprägt ist? Ein Plädoyer für die Neugierde, in die Haut anderer zu schlüpfen.
Heute geht’s wieder los. Der Präsenzunterricht startet wieder. In den vergangenen Wochen waren uns die Kinder ganztags zur Betreuung und zum »Homeschooling« anvertraut. Zeit für einen kleinen Wartungsbericht.
Die christliche Ethik unterscheidet zwischen einer „Freiheit von etwas“ und einer „Freiheit zu etwas“. Es ist dieser solidarische Gebrauch der Freiheit, der die Stärke liberaler Gesellschaften ausmacht, und der in der Coronakrise auf dem Prüfstand steht.
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