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Beiträge Ethik & Gesellschaft

Den Teufelskreis aufbrechen

Im dritten Beitrag zum Thema «Ökotheologie» blicke ich Tatsache ins Auge, dass wir mit unserem globalisierten und ressourcenintensiven Lebensstil unausweichlich an dieser Schöpfung schuldig werden. Gerade aus einer ernsthaften Trauer um die ökologischen Verwüstungen unserer Zeit kann aber auch eine neue Kreativität und Opferbereitschaft hervorgehen. Die Kirchen könnten dabei nicht nur ein Wort mitreden, sondern eine durchaus entscheidende Rolle spielen.

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Die grossen Träume der Kleinbürger

Stellt euch vor, das Vermögen der Schweiz wäre ein Kuchen, der auf 10 Kinder verteilt wird: Dann würde ein Kind mehr als sechs Stücke erhalten, vier Kinder könnten gut drei Stücke untereinander aufteilen und fünf Kinder würden sich weniger als ein halbes Stück teilen. Da wäre es doch nur verständlich, dass die 9 Kinder sich zusammentun und dem einen Kind erklären, dass diese Aufteilung nicht fair ist. Kein Kind – nicht einmal das Geburtstagskind selbst – käme an einer Party damit durch.  

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Im Auge des Sturms

Als «Kritische Zone» wird die dünne, verletzliche Lebensschicht der Erde bezeichnet. Unsere Serie «Selbstkritische Zone» beschäftigt sich mit fundamentalen Blickverschiebungen im Anthropozän. Der Mensch ist ein geologischer Agent geworden, der Kräfte entfesselt, die er nicht beherrschen kann. In Teil 1 blicken wir auf das Wetter als immer in Veränderung begriffenes Phänomen, das uns Gelegenheit gibt, uns selbst zu spüren, das uns aber zunehmend unheimlich wird.

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Natürlich: Fortpflanzungsmedizin

Manchmal ist es noch interessanter zu beobachten, in welchem Zusammenhang eine Gesellschaft grundlegende Fragen diskutiert, als das, was zur Debatte steht. Die Fortpflanzungsmedizin ist solch ein Fall. Und der schwule Mann ihr Pappkamerad.

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Was man nicht kennt, kann man nicht lieben.

Dieser zweite Beitrag zu den Konturen einer «Ökotheologie» beschäftigt sich mit der Entfremdung des modernen Menschen von dem, was er (in verräterischer Sprache) seine «Umwelt» nennt. Unsere Mitgeschöpfe sind uns fremd geworden oder begegnen uns nur noch im Zusammenhang ihrer Verzweckung für den Menschen. Was wir aber nicht kennen, das können wir auch nicht lieben und achten. Begegnung und Vertrautheit mit nichtmenschlichen Lebewesen zu ermöglichen, muss darum zu den fundamentalen Bildungszielen unserer Gesellschaft gehören.

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Spiritual Warfare

Der 20. Jahrestag der rauchenden Zwillingstürme fällt zusammen mit Bildern des chaotischen Abzugs amerikanischer Truppen aus Afghanistan. 20 Jahre gibt es auch das PPT – Presidential Prayer Team. Der konservative Gebetstrupp ist Indiz einer gespaltenen Nation und der strategischen Mobilmachung sogenannter «Values Voters».

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Echte versus vermeintliche Freiheit

Sie schillert in vielen Farben, ist mal durchsichtig, mal ganz konkret: Freiheit. Aktuell wird der Begriff gern gebraucht – in Bezug auf unsere Körper und den Strategien im Umgang mit dem Coronavirus. Da frage ich mich: Was ist echte Freiheit und was scheint bloss so?

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Salut, Jean-Luc Nancy!

Am 23. August ist Jean-Luc Nancy gestorben. Bis dahin hat er dreissig Jahre mit einem Spenderherzen gelebt und eine sprühende Lebendigkeit in die grossen Philosophischen Grundfragen nach dem Menschen, dem Sinn oder der Wirklichkeit gebracht, die uns über seinen Tod hinaus Jahrzehnte beschäftigen wird.

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Die wilde Schönheit der Schöpfung

Dieser Text eröffnet eine Reihe von Blogbeiträgen, die einige Aspekte einer «Ökotheologie» auszuleuchten versuchen. Dabei geht es uns besonders um die Frage, wie wir als Menschen der (Post-)Moderne wieder ein heilsames Verhältnis zu den nichtmenschlichen Geschöpfen finden können. Der erste Beitrag begibt sich auf eine biblisch-theologische Spurensuche – und macht deutlich, dass die Wertschätzung aller Lebewesen tiefe Wurzeln in der jüdisch-christlichen Überlieferung hat.

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Abschied von der Herde

«Herdenimmunität»: Bis vor wenigen Monaten hatten die meisten von uns diesen Ausdruck nicht im aktiven Wortschatz. Mit dem Auftauchen der Coronapandemie änderte sich das. Der Fachbegriff aus der Veterinärmedizin wurde umstandslos auf menschliche Populationen übertragen. Wir lernten, uns als Herde zu begreifen. Wir strebten Herdenschutz an, bauten auf den Herdeneffekt. Nun verabschieden sich Fachleute von der Idee – und wir uns fast wehmütig von der Herde.

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