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Jesus

Weihnachten ist mit Ostern zusammen eines der beliebtesten Feste des Kirchenjahrs. Die Geschichten dahinter sind allerdings ziemlich schräg. Ich feiere trotzdem begeistert mit und suche nach einem Sinn hinter der Story und in der Welt.
Das nächste Jahr ist noch nicht geboren. Zeit für «the next bad thing»?
In der Sonntagsfamilie der christlichen Feiertage wirkt «Auffahrt» wie ein vernachlässigtes Stiefkind. Vermutlich feiern viele Gläubige die Himmelfahrt Christi eher inkognito, wie einen freudigen Grund für ein ausgedehntes Wochenende. Wer mag, kann darüber nörgeln. Ich nehme es lieber heiter, denn immerhin freuen wir uns noch über Auffahrt. Lässt sich diese Freude noch ein wenig höher stimmen?
Alle Jahre wieder findet dieser seltsame Gedenktag an einen Cliffhanger statt: Karfreitag. Aber weil alle schon wissen, dass Ostern kommt, dass der Todgeglaubte eigentlich lebt, ist da keine Spannung. Niemand denkt: «Boah, jetzt ist er also gestorben. Krass!» Es fühlt sich eher an, wie zum zwanzigsten Mal Dirty Dancing schauen: Viel Drama, aber man weiss, dass es gut kommt. Als Ritual werden Cliffhanger schnell kitschig.
Influencer-Marketing hält zunehmend Einzug in kirchliches Denken und Planen. Ständig werden neue Werbekanäle eröffnet und christliche Social-Media-Stars wähnen sich im Kampf um die knappe Ressource Aufmerksamkeit in Christus Fussstapfen. Ist das noch heilig oder schon heillos überfordernd?
Vielleicht spricht es sich rum: Dieses Weihnachten ist ein Fest für die Unangepassten und für die Unpassenden.
"Jesus" löst bei jedem Menschen andere Assoziationen aus. Wer unter den Optionen seine Wahl getroffen hat, vertritt sie vehement.
Im Pinienwald, der tagsüber als Parkplatz dient, kniet ein Mann auf einem kleinen Teppich, das Meer im Rücken. Unsere Tochter fragt nach, was der Mann gerade macht.

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