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Ist die Bibel das Wort Gottes?

Ist die Bibel das „Wort Gottes“? Nein, erklärt Evelyne im neuen Video. In der Bibel selber steht, dass Jesus Christus das „Wort Gottes“ sei. Dass Gott als Mensch in die Welt kam, war Gottes direkteste und klarste Art, die Menschen anzusprechen. Von dieser kommunikativen Begegnung erzählen viele Texte in der Bibel – deswegen ist sie für uns nach wie vor ein wichtiger Weg, mit Gott unsererseits in Kommunikation zu treten.

Kurz ein theologiegeschichtlicher Background:

  • Martin Luther stufte biblische Texte als unterschiedlich relevant ein, je nachdem, ob sie sich auf Jesus Christus (die „Mitte der Schrift“) beziehen.
  • Karl Barth entwarf das Konzept der „dreifachen Gestalt des Wortes Gottes“: Barth sieht 1. Jesus Christus, 2. die Bibel und 3. die Predigt als „Wort Gottes“. Davon ist nur Jesus Christus unmittelbare Offenbarung Gottes. Bibel und Predigt beziehen sich darauf, sind also nicht per se „Wort Gottes“, Gott kann aber unter Umständen durch sie zu Menschen sprechen – dieses kommunikative Geschehen ist aber unverfügbar.
  • Ebenfalls interessant sind dazu die Texte Gerhard Ebelings. Er betrachtet das von Gott angesprochen sein als „Grundsituation des Menschen“. Beziehung ist bei Ebeling immer eine Sprachsituation, in der der Mensch Gott, die Welt und sich selbst erkennt.
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3 Kommentare zu „Ist die Bibel das Wort Gottes?“

  1. Noch ein Gedanke: Die Rede vom Wort weist neben der Dimension der Kommunikation auch noch die Dimension der Macht der Umsetzung, Gestaltung, Ausführung auf. Es kommt eben immer darauf an, wer etwas sagt. Kann man demjenigen vertrauen, dass er/sie in der Lage ist, auch einzulösen, was er verspricht. Oder sondert jedmand nur Bla-Bla ab. Schall und Rauch.
    Gruss

  2. Ich weiss nicht genau, ob ich diesen Vlog richtig verstanden habe. Aber Jesus hat das AT und vorausschauend das NT als authentisch und als Gottes Botschaft deklariert. Warum dies nun von der Reformierten Kirche, einer Theologin zerzaust muss werden, ist mir schleierhaft. Was will die Reformierte Kirche eigentlich?

    1. Evelyne Baumberger

      Danke für diesen und die anderen Kommentare zu meinen Videos (ferienbedingt antworte ich etwas verspätet). Ich höre heraus, dass es dir in meinen Videos an klaren, eindeutigen, starken Aussagen fehlt. (Und allgemein bei uns Reformierten – allerdings spreche ich ja nicht für „die reformierte Kirche“, und zudem macht es die ref. Kirche gerade aus, dass es darin auch eine gewisse Breite an Perspektiven und Frömmigkeitsstilen gibt – sogar im RefLab selber.)
      Diese Klarheit kann und will ich tatsächlich nicht kommunizieren, jedenfalls nicht in der Richtung, die du von Christ*innen erwartest. Denn m. E. ist Glaube nichts, dass man festhalten oder festmachen kann, sondern ein Prozess, eine Beziehung, die sich im Laufe des individuellen Lebens entwickelt, manchmal bricht, wächst und sich verändert. Das finde ich so auch in den biblischen Texten wieder. Und diese ganz persönliche Gottesbeziehung hält mich auch davon ab, absolute Aussagen zu machen, denn bei anderen Menschen sieht sie ganz anders aus. Sie erleben vielleicht keine Wunder, obwohl sie darum ringen. Sie spüren Gott nicht, obwohl sie sich danach sehnen. Darauf habe ich keine Antwort, und deswegen zweifle und ringe ich selber immer wieder. Das drückt sich auch in meinen Artikeln und Videos aus.
      Dennoch freut es mich, wenn du uns weiter ab und zu besuchst, reinliest und reinhörst, und gerne auch weiter kommentierst. Willkommen in der RefLab-Community. Liebe Grüsse!

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