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Weihnachtsgeschichte

Endlich! Stephan und Manuel sind mit ihrer «Ausgeglaubt»-Staffel bei Jesus angekommen! Heute geht’s um die legendäre Weihnachtsgeschichte. Es wird schnell deutlich, wie wenig Glühweinatmosphäre diese Geschichte eigentlich vermittelt – und wie politisch brisant das ganze Setup ist. So kommen Manuel und Stephan auch bald auf die Frage zu sprechen, was Jesus als der König eines neuen Reiches uns heute zu sagen hat. Wie geht Christsein jenseits von Rückzug in den Bunker und Gründung einer christlichen Partei?

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1 Kommentar zu „Weihnachtsgeschichte“

  1. Irene Girardet

    Lieber Stephan, lieber Manu, mich erstaunt, mit welcher Naivität ihr an die Weihnachts-Geschichte rangeht. Von „ausgeglaubt“ ist da wenig zu spüren. Dabei birgt gerade diese Geschichte dafür viel Potential. Wie es zum Beispiel der Aufsatz „Die Weihnachtsgeschichte mit den Augen des Alttestamentlers gelesen“ von Prof. Chr. Levin zeigt. „Die Weihnachtsgeschichte ist durch und durch unhistorisch und künstlich. Darüber gibt es unter Exegeten keinen Streit“, schreibt er. Und weiter: „Das muss uns nicht bekümmern; denn die Wahrheit der Bibel hängt nicht an ihrer Historizität. Im Gegenteil: Es macht den Text gerade interessant. Denn bei einem konstruierten Text können und müssen wir erwarten, dass buchstäblich jedes einzelne Text-Detail seinen Symbolwert hat. Manches können wir entziffern, leider nicht alles.“ Spannend nun, was Levin zu den Hirten sagt. Von unseren Krippenspielen her sind wir es gewohnt, sie als die die Armen und Rechtlosen am Rande der Gesellschaft zu sehen. Was dann eine hübsche Sonntagschulpredigt ergibt: Gerade ihnen erscheinen die Engel, gerade ihnen wird als den Ersten die frohe Botschaft verkündigt! Diese Interpretation ist aber ziemlich sicher falsch, auch wenn sie noch so schön ist. Levin schreibt: „Dass man Herden bei Nacht hütet, ist ungewöhnlich bis unmöglich. Normalerweise gehören die Tiere während der Dunkelheit in den Pferch. Also hat die Nacht eine Bedeutung. Sie ist wohl wegen der Messias-Verheißung in Jes 9 gewählt: ‚Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande (griech. χώρα), scheint es hell.'“ Und weiter: „Warum Hirten? Sie sind Repräsentanten der Könige der Ökumene, die dem Messias als erste die Reverenz erweisen. Das lernen wir wiederum aus der Metaphorik des Alten Testaments, wo der Hirte ein Bild für den König ist. David, dessen Nachkomme in der Weihnachtsgeschichte geboren wird, wurde von der Herde weg zum König berufen. Die mesopotamischen Großkönige nannten sich in ihren Prunkschriften die „Hirten der Länder“.“ Und weiter: „So gesehen haben die Hirten bei Lukas dieselbe Rolle wie die Weisen aus dem Morgenland (oder „Heiligen drei Könige“) im Matthäusevangelium. Auch sie sind die Repräsentanten der Herren dieser Welt.“ Schade, das mit den Hirten. Aber die Interpretation von Christoph Levin scheint mir ziemlich plausibel.

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