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Glaube

„Widerborstig glauben“ ist eine kleine Sommerkolumne mit Beiträgen über unzeitgemässe Weisheiten christlicher Spiritualität, die uns vielleicht erst mal gegen den Strich gehen. So etwas wie eine stachelige Suche nach ungebürsteter Lebendigkeit. Der vierte Beitrag verarbeitet das Sündenvokabular unserer Zeit zu einem bissigen, nicht ganz so poetischen Slam.
Für die Kirchen in Europa läuft es nicht gut. Sie tragen schwer an vergangenen und gegenwärtigen Skandalen. An schrecklichen und an peinlichen Geschichten. Und vielleicht noch schlimmer, auch der vermeintliche Glanz dringt kaum noch durch.
Wie weit würdest du gehen, um die Welt zu verstehen? Würdest du deinen Verstand aufs Spiel setzen, deine Gesundheit und dein Leben opfern, nur damit du der Wissenschaft dienen kannst? Würdest du den Lauf der Geschichte verändern wollen und gleichzeitig daran zerbrechen?
Es gibt diese Begegnungen, in denen einfach alles passt. Wer wollte das nicht erleben. Gar nicht so schwierig, meint die Geschichte, die hier erzählt wird.
Spott und Hohn sind eine ständige Erfahrung für jeden Menschen, der von seinem Glauben reden will. Sie lassen ihn verstummen. Spott und Hohn bewirken, dass man sich des Evangeliums schämt, dass die Überlieferung stockt. Aber es ist nicht nur der Spott über die „Frommen“ und ihre Dummheit, die Scham auslöst, damit ist die Sache noch nicht begriffen. Spott und Hohn entstammen enttäuschter Hoffnung. Sie sind ein eminent religiöses Phänomen. Und die Religion ist nicht voll begriffen, wenn nicht auch diese Gegenposition zur Religion verstanden wird.
Frisch Verliebte wissen, wie sich das anfühlt und wollen, dass es immer so bleibt. Die anderen reagieren eher mit Spott und Ironie. Die Einmütigkeit zieht uns genauso an, wie sie uns abstösst.
Eine Bekannte erzählte mir an einem Sommertag beim Eistee, dass sie eine ›Angststörung‹ habe. Mehrere Monate ist die lebenslustige Frau deswegen krankgeschrieben gewesen und konnte nicht arbeiten. »Was macht Dir Angst?«, habe ich gefragt. Sie wisse es nicht, lautete die Antwort. Die Angstanfälle seien grundlos aufgetaucht. Es hörte sich mysteriös an. Benennbar für die Frau sind lediglich körperliche Begleitsymptome wie Schweiss, Beklemmung, Atemnot, Schlaffheit.
Gebetskultur hat wenig mit der Dauer der Gebetszeit zu tun: Weg von frommem Leistungsdruck und religiöser Selbstoptimierung!
Trinitatis – ups, was ist denn das? Klingt erstmal fremd und weit weg; erweist sich aber als erstaunlich praktisch und alltagstauglich.
Die Corona-Pandemie hat die Verbreitung wie auch die Widerlegung von sogenannten »Verschwörungstheorien« zum internationalen Breitensport gemacht. Nach einem hinführenden Blogpost zur Geschichte und Funktion konspirationistischer Ideen wird hier die Frage nach der Wahrheitsfähigkeit unserer Erkenntnisse angepackt. Wie steht es um die Faktenlage unserer Überzeugungen und Theorien? Was sind plausible Erklärungen, was nicht, und wer darf das beurteilen? Zugegeben: Das ist ein anspruchsvoller und wohl auch kontroverser Beitrag geworden…
Normalerweise habe ich Mühe mit der biblischen Ansicht, dass jeder Mensch ein Sünder sei. Ich sehe lieber das Gute in jedem. Doch in Momenten, in denen es mir schwer fällt, gnädig mit mir selber zu sein, erkenne ich meine Schwäche.
Manche Verluste setzen uns auf Entzug. Aber lang nicht alle. Manche verbuchen wir auch als Gewinn. Unsere Erfahrungen von Verlust zu übergehen, wäre trotzdem unklug.

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