Less noise, more conversation.
Less noise, more conversation.

Tod

Nun ist kurz nach der Queen von England auch noch der Gott des französischen Nouvelle-Vague-Cinéma gestorben: Jean-Luc Godard. Was, Godard lebte noch? Tatsächlich! Und offenbar lebte er seit Jahrzehnten ein beschauliches Schweizer Leben: in der Kleinstadt Rolle am Genfersee.
Als Teenager flirten wir mit dem Todesgedanken. Wir stellen uns unser Begräbnis vor und wie die anderen uns beweinen. Von einem jugendlichen Flirt unterscheidet sich ein ernsthaftes Date. Eine Meditation in loser Anknüpfung an Karfreitag.
An bestimmte Dinge aus meiner Kindheit habe ich feste Erinnerungen. An den süss-säuerlichen Duft frischgepressten Apfelsafts, den uns der Bauer aus dem Dorf einmal im Jahr in grossen, runden Weinflaschen geliefert hat. An diesen einen Radiergummi, der wirklich radieren konnte, ohne den Text zu verschmieren und der genau so sauber roch, wie er gearbeitet hat. Und auch an das Ticken von Omas Wecker.
Papà ist gestorben und es fühlt sich immer noch surreal an.
Kann es gelingen, die Wellnesskultur auf das Sterben auszudehnen? Was haben ein Stück in sich zerfliessende Seife oder ein Duft mit dem Tod zu tun? Wie finden wir zu mehr Life-Death-Balance im Alltag? Eine TheoLounge Live mit der Schweizer Endlichkeitsforscherin und Konzeptdesignerin Viviana Leida Leonhardt.
In der Gegenwart, so hören wir immer wieder und erleben es auch, haben sich Rituale vielfach verloren. Vor allem existenzielle Übergangsphasen verlaufen ohne klare Regie. Dies gilt auch für das Abschiednehmen aus dieser Welt. Die grosse Preisfrage lautet: Was kann an die Stelle verlorener Formen treten?
Wenn der Oktober zum November wird, scheint das den Schleier zwischen den Welten extrem dünn zu machen. Dieses Jahr wurde unsere Ratio ganz besonders herausgefordert an Samhain, Allerheiligen, Halloween, dia de los muertos oder Ewigkeitssonntag.

RefLab regelmässig in deiner Mailbox