Fasten ist mehr als Gemüsesuppe und Randensaft. Es kann auch bedeuten, für eine bestimmte Zeit die eigenen Gewohnheiten zu ändern.
Die Devise lautet: Weniger ist mehr. Der bewusste Verzicht auf Nahrungsmittel, Social Media oder Luxusartikel soll zu mehr Freiheit führen. Zu einem klareren Blick auf das, was zählt, oder auch näher zu Gott.
2026 dauert die Fastenzeit vom 18. Februar bis Karsamstag, 4. April. Im RefLab haben wir uns immer wieder mit diesem Teil der christlichen Tradition befasst. In diesem Beitrag sind unsere Erfahrungen, Tipps und Gedanken zusammengefasst und verlinkt – damit du genau das findest, was dich interessiert.
Warum überhaupt fasten?
Das fragt Evelyne Baumberger im Blogpost und Video. Die Theologin erklärt auch, warum Fasten nicht einfach eine weitere Challenge im Instagram-Zeitalter ist: «Fasten ist (k)eine Challenge».
Im Beitrag erfährst du, wo die christlich-religiösen Ursprünge des Fastens liegen, und welche unterschiedlichen Beweggründe es dafür gibt.
Auch in anderen Religionen gehört Fasten dazu – dieses Jahr beginnt die christliche Passionszeit zeitgleich mit dem Ramadan. Auch im Jainismus ist Askese wichtig – im Kunstvlog geht Johanna Di Blasi dieser Tradition auf die Spur.
Den Blick aufs Wesentliche lenken

Minimalismus kam in den letzten Jahren als Trend auf. Wer ihn praktiziert, berichtet davon, viel zufriedener zu sein als vorher. Ob Verzicht notwendig ist, um glücklich zu sein, fragen Pfarrer Patrick Schwarzenbach und Theologin und Yogalehrerin Leela Sutter in dieser Podcast-Folge.
Um solche existenziellen Aspekte des Fastens geht es in der «Anleitung für die Fastenzeit» von Janna Horstmann. Mit gezielten Fragen führt dich die Pfarrerin und Podcasterin an die Fastenzeit heran. Zum Beispiel:
«Was nährt dich? Wovon kannst du in schweren Zeiten zehren?»
Das Journaling-Buch «Ein gefühltes Jahr», aus dem der Text stammt, ist ein Jahresbegleiter in deinem Rhythmus, mit Sinn für die tiefere Bedeutung von Jahreszeiten und Feiertagen. Auch zu Gründonnerstag und Ostern hat Janna eine Anleitung verfasst.
Das Praktische rund ums Fasten
Vielleicht interessiert dich aber auch das ganz Praktische, wie Fasten im Sinne des vorübergehenden Verzichts auf Nahrung geht. Wie beginnt man die Fastenzeit? Soll man Fruchtsaft oder Suppe trinken?
Das alles erklärt Noa Zenger, Pfarrerin und spirituelle Lehrerin, im Podcast «TheoLounge» (heute «Himmel und Erdung»).
Anfänger:innen rät sie zu fünf Fastentagen plus einigen Umstelltagen.
Auch Patrick Schwarzenbach und Leela Sutter geben aus eigener Erfahrung Tipps zum Fasten in der Podcastfolge «Stille für das ganze System».
Die beiden haben fünf Jahre lang im Podcast «Holy Embodied» regelmässig über ihre spirituelle Praxis gesprochen. In der verlinkten Folge geht’s um physische und seelische Vorteile einer Fastenkur – und ja, auch um das ganz banal mechanische.
Selbst-Experimente
Ausprobiert hat das Evelyne Baumberger – vier Tage lang kein Essen. Spoiler:
«Vier Tage ohne Nahrung: Davon erhoffte ich mir, spirituell wieder mehr Halt zu finden. Doch entscheidend war nicht der Verzicht aufs Essen.»
Fasten kann aber nicht nur bedeuten, nichts zu essen. «In der diesjährigen Fastenzeit lautet mein Vorsatz: Radikaler Verzicht auf Dinge, die mir Unlust bereiten.» Das schreibt Johanna Di Blasi in «Chicken Patience»: Auch sie geht dem auf die Spur, was beim Fasten das Wesentliche ist.
Der Artikel stammt aus 2021, der Corona-Zeit, die von Verzicht geprägt war. Rückblickend kann auch heute die Frage gestellt werden: Sind wir damals dem, was im Leben wirklich zählt, näher gekommen?
Auch als ganzes RefLab-Team haben wir einmal gefastet: Wir haben auf Social Media und auf die Produktion von neuen Inhalten verzichtet. 40 Tage lang haben wir nichts gepostet, keine Podcasts und keine Social-Media-Beiträge gemacht.
Zuerst Karfreitag…
Die Passionszeit («Passion» bedeutet «Leiden») soll nachfühlen lassen, wie Jesus Christus 40 Tage lang in der Wüste auf die Probe gestellt wurde, dann nach Jerusalem ging – in den Tod. Pfarrerin und Lyrikerin Beate Krethlow schreibt über Wunden und Wunder in «Die kleine Passion».
Auch Patrick und Leela haben über den Tod gesprochen – den Tod von Jesus und auch ganz allgemein: «Wie stirbt man gut?»
Was bedeutet ein guter Tod? Und was können wir aus dem Geschehen am biblischen Kreuz lernen – für den Umgang mit unserer eigenen Endlichkeit und der unserer Liebsten?

…und dann Ostern
Ein Blick voraus, worauf die Fastenzeit zuläuft: Warum Frauen in dieser Geschichte wie auch in der ganzen Bibel eine unterschätzte Rolle spielen, hat Evelyne Baumberger in ihrem Artikel «Die Frauen am Grab» herausgearbeitet. Ein Einblick in die feministische Theologie.
Und warum eigentlich immer Ostern sein kann, beschreibt Leela Sutter: «Exkurs in die Non-Dualität, oder: Warum immer Ostern ist». Die Theologin und Yoga-Lehrerin, die in ihrem Leben schon oft mit dem Tod in Berührung kam, beschreibt darin, wie sie von Jesus lernte, jeden Tag ein bisschen zu sterben.

Eine Erkenntnis bleibt: Karfreitag, Ostern, Tod und Auferstehung – rational kann man das Ganze nicht verstehen («Ostern als Mythos»).
Deswegen braucht es Praktiken wie Fasten, Kunst oder Gedichte.
Und jetzt?
Wir wünschen dir, dass du in der Passionszeit etwas vom Wesentlichen spüren kannst. Egal, wie du dich auf den Weg machst, ob du auf etwas verzichtest oder einfach bewusster zu leben versuchst.
Und wenn du das nicht alleine tun möchtest, klink dich ab dem 18. Februar 2026 auf Instagram in den RefLab-Connect-Channel ein: Dort erleben wir die sechs Wochen bis Ostern gemeinsam. Infos gibt’s demnächst auf unserem Instagram-Kanal oder im Newsletter.
Titelfoto von Giorgio Trovato auf Unsplash







