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Ukraine

Wir haben den Eindruck, unsere Argumente einigermassen durchgespielt zu haben: zu Pazifismus, Gerechtigkeit, Legitimation von Gewalt etc. Jetzt sehen wir klarer, wo wir übereinstimmen, wo wir divergieren und was «man» unseres Erachtens tun kann, um Kriege einzudämmen oder besser noch zu verhindern. Aber Evelyne hat recht: Wir blieben unpersönlich.
Ist das pazifistische Weltbild angesichts des Krieges gegen die Ukraine noch tragbar? Oder braucht christliche Nächstenliebe manchmal auch militärische Waffen?
Pazifisten haben gerade einen schweren Stand. Der theologischen Friedensethik wird im Angesicht der bitteren Realität des Ukrainekrieges völlige Weltfremdheit, sogar Zynismus vorgeworfen. Ich versuche hier zu erklären, warum ich nach wie vor an die transformative Kraft gewaltfreier Aktion glaube. Und warum mir die wieder salonfähige Rede vom «gerechten Krieg» zutiefst zuwider ist.
Ich höre mir Analysen über Krieg gern eine Weile an, lasse mir auch Geostrategien erklären, wende mich dann aber meist anderen Gedanken und Dingen zu. In diesem Fall kann ich mich aber nicht so leicht aus der Affäre ziehen, v.a. weil ein paar echte Handgranaten in unseren Diskurszirkel eingeworfen wurden: «Theologie des Krieges», «das Böse» und «Gerechter Krieg».
Ja, es ging hoch zu und her an unserer letzten Teamsitzung. Diejenigen, die das Podcast-Gespräch zwischen Manu und mir bereits gehört hatten, meinten, er sei kaum zu Wort gekommen. Evelyne war unzufrieden mit dem Inhalt. Wir müssten doch «etwas Theologisches zum Krieg» sagen. Eine christliche Perspektive einnehmen. Das finde ich schwierig.
Die Ereignisse in der Ukraine bewegen uns. Was wir darüber denken und wie wir damit umgehen, darüber wird es im RefLab-Team in den nächsten Tagen und Wochen einen Briefwechsel geben. Hier im Blog.
Fast 350 Unterzeichner wenden sich in einer Deklaration gegen nationalistische und bellizistische Vereinnahmungen der christlichen Religion: darunter das Who’s who der orthodoxen Theologie aus Universitäten von der USA über Deutschland bis Griechenland.
Der Ukraine-Krieg hat sogar Militärexperten überrascht. Umso spannender ist es, die Ausführungen dieser zwei Autoren zu lesen, die bereits 2019 auf die Gefahr eines Krieges hingewiesen haben.
Seit zwei Wochen führt Putin Krieg gegen die Ukraine. Je länger die Invasion gegen die Ukraine dauert, desto häufiger hört man Stimmen, die fragen, ob sich der Widerstand gegen die russischen Besatzer überhaupt lohne. Widerstand kostet Menschenleben. Was kann wichtiger sein, als das Überleben?
Es ist Krieg. Wenige haben es befürchtet, viele Menschen haben nun Angst. Wie gehen wir mit Angst um? Verwandeln wir sie in Wut? Oder finden wir eine andere Kraft, um Hoffnung zu schöpfen?
Der in Sonntagsreden beschworene «liberale Rechtsstaat» scheint gegenüber autokratischer Herrschaft und kalkuliertem Machtstreben gegenwärtig wie ein freundlicher aber ziemlich zahnloser Greis. Russland führt einen Krieg gegen seinen Nachbarn, die Ukraine. Währenddessen besingen manche besonders freie Geister die Virilität, Konsequenz und Standhaftigkeit Putins, die EU und die Vereinigten Staaten rüsten mit immer schwererem Wirtschaftsgeschütz auf. Und doch fragt man sich, ob dies angesichts der Lage wirklich mehr als Worthülsen sind. Und die Schweiz? Sie bleibt neutral.
Die aktuelle Rede des russischen Präsidenten ist ein Paradebeispiel für das Hineinspielen von altmännlichen Stereotypen in internationale Beziehungen.
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