Dein digitales Lagerfeuer
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Politik

Neulich haben wir im RefLab zäh gerungen. Es ging um Jesus. Und um Superman. Aber noch um weit mehr: Wir merkten, dass wir offenbar unterschiedlich gendersensibel und woke sind. Mittels einer Serie von Briefen wollen wir uns austauschen, ohne in Culture Wars zu verfallen.
Die neue Phase im Kampf gegen die globale Klimaerhitzungskatastrophe führt zu einer Militarisierung der Sprache, radikaleren Aktionen und Bildern der Gewalt. Manche warnen vor dem Heraufziehen einer «Grünen Armee Fraktion» in Anlehnung an die RAF. Das Klima wird gleichzeitig hitziger und eisiger.
Bis zu 24 Stunden stehen Menschen an, um Queen Elizabeth II. die letzte Ehre zu erweisen. Die Schlange ist mittlerweile das eigentliche Ereignis geworden, der Gruss am Sarg nebensächlich.
Der erfundene Winnetou-Shitstorm ist ein eindrückliches Lehrbeispiel für Medienhysterie. Angefacht aus Profitinteresse und Parteilichkeit.
Vielleicht war das schon immer so. Aber in den letzten paar Jahren ist es mir drastisch bewusst geworden. Wir sprechen, wenn wir über News reden, gerne in Katastrophenbildern – die Nachrichtenflut oder die Nachrichtenschwemme. Sie suggerieren, dass schier endlos viele verschiedene News auf uns zukommen, bis wir im Strudel der Informationen die Orientierung verlieren.
Die EU baut die Europäische Agentur für Grenz- und Küstenwache «Frontex» aus. Auch die Schweiz soll sich als Mitglied des Schengen-Abkommens daran beteiligen. Am 15. Mai wird darüber abgestimmt, ob die Schweiz Frontex mit neu 61 Millionen Schweizer Franken anstelle der bisherigen 24 Millionen mitfinanzieren soll. Die Meinungen dazu gehen weit auseinander. Auch linke Stimmen sind uneins, wie abgestimmt werden soll.
Vom unbekannten KGB-Agenten zum derzeit am meisten gefürchteten Mann der Welt: Wie wurde Wladimir Putin zu dem, was er heute ist? Und welche Rolle spielten westliche Politiker und Wirtschaftsleute bei seinem Aufstieg?
Der in Sonntagsreden beschworene «liberale Rechtsstaat» scheint gegenüber autokratischer Herrschaft und kalkuliertem Machtstreben gegenwärtig wie ein freundlicher aber ziemlich zahnloser Greis. Russland führt einen Krieg gegen seinen Nachbarn, die Ukraine. Währenddessen besingen manche besonders freie Geister die Virilität, Konsequenz und Standhaftigkeit Putins, die EU und die Vereinigten Staaten rüsten mit immer schwererem Wirtschaftsgeschütz auf. Und doch fragt man sich, ob dies angesichts der Lage wirklich mehr als Worthülsen sind. Und die Schweiz? Sie bleibt neutral.
Am 13. Februar stimmen die Schweizer Stimmbürger:innen über ein Tabakwerbeverbot ab. Die Initiant:innen fordern unter dem Titel Volksinitiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung» sichtbare Werbung für Kinder und Jugendliche von Tabakprodukten zu verbieten. Tabakwerbung würde damit aus dem öffentlichen Raum verschwinden und könnte nur noch gezielt an Erwachsene addressiert werden, etwa über Mailings oder gezielte Social Media-Aktionen.
Die Atomindustrie sorgt sich um unseren Planeten. Und um sich selbst. Daher bemüht sie sich neuerdings um Anerkennung von Nuklearenergie als grün, nachhaltig und sicher. Für mich Anlass für einen Faktencheck und eine Überprüfung der eigenen Haltung zur Kernenergiefrage.

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