Less noise, more conversation.
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Stephan Juette

Ob es durch Unterrichtsbeginn, erweiterte Ladenöffnungen oder den wieder zunehmenden Pendler*innenverkehr zu einer nächsten Corona-Welle kommt, wissen wir noch nicht. Ich habe mich entschieden, mit den Fallzahlen-Statistiken umzugehen wie mit dem Wetter: Ich kann's nicht ändern aber ich kann einen Regenschirm mitnehmen. 
«Also, wie kann das sein, dass 'unser' Daniel Koch behauptet, Grosseltern dürften ihre Kinder in den Arm nehmen, während der Superstar-Virologe Prof. Dr. Christian Heinrich Maria Drosten eine Studie erwähnt, die just jenen signifikanten Unterschied widerlegt?» «Weshalb erzählt man uns zuerst, dass Masken nutzlos seien und jetzt sollen wir im Öffentlichen Verkehr eine tragen?»
Drei Gespräche mit guten Freunden in einer Woche haben mich stutzig gemacht. Zum Beispiel als ich Verständnis zeigte, dass manche die BAG-Kommunikation über die Nützlichkeit von Masken etwas diffus finden. «Die Menschen, also mindestens 80% von ihnen, sind zu doof für die Wahrheit. Man muss sie lenken, nicht aufklären.» Oder als ich mich darüber gefreut habe, dass das Parlament wieder tagt und um Massnahmen auch politisch gerungen werden kann. «Mir wäre die Verwaltung durch Experten auch langfristig lieber. Demokratie führt zu gar nichts.»
Ich habe mir einen Grill bestellt. So ein Teil mit vier Brennern und einem Infrarot-Kochfeld. Bei solchen Dingen funktioniere ich noch immer wie ein kleiner Junge.
Jetzt hätten wir die Chance, unsere Wirtschaft ganz grundsätzlich zu überdenken. Aber wir werden uns wohl gut schweizerisch durchwursteln. Ja, manchmal ist Klatschen auch nur ein Zeichen dafür, dass man leere Hände hat.
Es stimmt schon: Gottesbeweise haben immer einen Haken. Irgendwo tragen sie immer einen Glauben oder eine Vorannahme in den Beweis hinein. Sie sind nicht gültig. Aber sie sind interessant. Und wenn wir sie als kleine Kunstwerke menschlichen Denkens begreifen, sind sie schön wie Musik, tröstlich wie ein Gebet oder Spiegel unseres Denkens, wie ein Selbstgespräch.

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