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Scham

Zu den grossen Peinlichkeiten des Christentums – gleich nach der Jungfrauengeburt – gehört zweifellos die Behauptung, dass alle Menschen Sünder*innen sind. Einfach so, durch Geburt, noch bevor man etwas getan oder unterlassen hat. Für mich ist das allerdings einer der schönsten und tiefsten Gedanken meines Glaubens.
Scheitern ist der Normalfall: Es ist der Weg, zu lernen und zu wachsen. Das wussten schon eine Menge kluge Leute. Unsere Autorin nimmt sich daran ein Beispiel.
In allen wichtigen Bereichen meines Lebens treffe ich immer wieder auf mein Schamgefühl. Egal, ob es um meinen Körper, zwischenmenschliche Beziehungen oder meinen Glauben geht. Gerade hier erlebe ich als Christin immer wieder unterschiedliche Dimensionen der Scham.
"Gute Besserung, ich hoffe, Sie werden schnell wieder gesund. Alles Gute noch." Das ist der Satz, den ich mindestens acht Mal höre, während ich im spärlich eingerichteten Wartezimmer meines Hausarztes sitze.
Warum kann ich morgens nicht einfach aussehen, wie ein Supermodel? "Schamlos durch das Leben" ist eine neue Kolumne von Joana Lewandowski.
"Schamlos durch das Leben" ist eine neue Kolumne von Joana Lewandowski. Im ersten Beitrag der Autorin geht es um Fremdscham.
Spott und Hohn sind eine ständige Erfahrung für jeden Menschen, der von seinem Glauben reden will. Sie lassen ihn verstummen. Spott und Hohn bewirken, dass man sich des Evangeliums schämt, dass die Überlieferung stockt. Aber es ist nicht nur der Spott über die „Frommen“ und ihre Dummheit, die Scham auslöst, damit ist die Sache noch nicht begriffen. Spott und Hohn entstammen enttäuschter Hoffnung. Sie sind ein eminent religiöses Phänomen. Und die Religion ist nicht voll begriffen, wenn nicht auch diese Gegenposition zur Religion verstanden wird.

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