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 Lesedauer: 10 Minuten

Was ist Prozesstheologie?

Ist unser Schicksal vorherbestimmt wie ein Roman, den wir nur noch lesen müssen? Ist es eher wie ein leeres Notizbuch, in das wir schreiben? Oder sollten wir uns unser Leben wie ein Ausmalbuch vorstellen, bei dem wir aber selbst entscheiden, welche Farben wir verwenden, und ob wir uns an die vorgegebenen Linien halten?

Es gibt eine theologische Strömung, die dazu Interessantes zu sagen hat: die Prozesstheologie.

Falls du davon noch nie gehört hast, brauchst du dich nicht zu wundern: Prozesstheologie ist so ein Nischending, selbst in der Theologie.

Im Folgenden deswegen erst eine kurze Erklärung, was die Grundsätze der Prozesstheologie sind. Dann vor allem aber eine Einordnung, warum ich sie spannend und anschlussfähig finde.

Die Prozesstheologie entstand im 20. Jahrhundert aus der Prozessphilosophie (Alfred North Whitehead war deren Begründer, Charles Hartshorne und John Cobb haben seine Überlegungen für die Theologie fruchtbar gemacht).

Ich bin ein Prozess

Diese Philosophie baut eine alternative Metaphysik, also eine Vorstellung von der Welt. Diese besagt – surprise, surprise –, dass alles aus Prozessen besteht.

Es gibt keine festen Einheiten, sondern nur Prozesse, deren unterschiedliche Instanzen aufeinander aufbauen und einander mit einschliessen.

Wenn diese aufeinanderfolgenden Momente einander sehr ähnlich und die Überschneidungen gross sind, werden sie als scheinbar abgeschlossene, unveränderliche Einheiten wahrgenommen. Das gilt zum Beispiel auch für Personen.

Beispiel: Ich fühle mich zwar als die gleiche Evelyne wie vor einer Viertelstunde. Doch mit wem ich in der Zwischenzeit interagiert und womit ich mich beschäftigt habe, hat mich leicht verändert: Ich verfüge dank eines WhatsApp-Austausches über mehr Informationen als vorher, und eine kurze Plauderei mit meiner Arbeitskollegin hat meine Stimmung gehoben.

Auch körperlich bin ich nicht mehr ganz dieselbe:Vor einer Minute habe ich mir den Zopf neu gebunden und dabei sind mir ein paar Haare ausgefallen, ich habe mir ein Schokobrötchen einverleibt und unmerklich, aber konstant altern alle meine Zellen.

Ich bin im Prozess – mehr noch: Ich bin ein Prozess.

Jeder Moment basiert zwar darauf, was bereits geschehen ist. Aber wie es weitergeht, steht nicht fest. Ausgehend davon, was jetzt ist, ist die Zukunft völlig offen.

Interaktionen zwischen den Prozessen prägen die Zukunft, zudem treffen diejenigen Wesen, die über das Potenzial dazu verfügen, freie Entscheidungen.

Das mag beliebig klingen, als ob auf der Welt eigentlich das reinste Chaos herrschen sollte. Doch es gibt bei diesen Prozessen gute und weniger gute Richtungen.

«Enjoyment» ist das oberste Ziel

Das Ziel besteht darin, dass es allen möglichst gut geht. Das bedeutet nicht blosses Überleben oder Hedonismus, also oberflächlicher, egoistischer Spass. Sondern, dass die Prozesse möglichst intensiv, tiefgründig, ganzheitlich und harmonisch sind (Whitehead und Hartshorne nennen dieses Ziel «enjoyment»).

Faktoren, die dazu beitragen, sind: Neues, das hinzukommt und so die Komplexität, Intensität und Schönheit erhöht, sowie Harmonie und Ordnung, welche die Prozesse strukturieren, aber so, dass sie nicht in Langeweile umschlagen.

Ethische gute Entscheidungen sind solche, welche diese Faktoren berücksichtigen und so das «enjoyment» von möglichst vielen von der Entscheidung betroffenen Wesen erhöhen.

Wenn Prozesse komplexer werden, steigt gleichzeitig das Risiko für Disharmonie, negative Entwicklungen und Chaos. Womit wir bei der Prozesstheologie angekommen wären – sie nennt dies das «Böse» (dazu gehören ebenso die Vergänglichkeit und die Bedeutungslosigkeit), während das Streben nach Neuem und nach «enjoyment» von Gott kommen.

Wer ist Gott in der Prozesstheologie?

Die Prozesstheologie hat ein Gottesbild, das sich ziemlich von konventionellen Gottesbildern unterscheidet, aber dennoch biblisch begründbar ist. Ich mache die Unterschiede an den drei klassischen «Gottesprädikaten» Allwissenheit, Allmacht und Allgüte fest.

1. Gott weiss alles – über Vergangenheit, Gegenwart und Möglichkeiten (Allwissenheit)

Gott ist in der Prozesstheologie diejenige Instanz, die alle Möglichkeiten kennt. Gott weiss in jedem Moment alles, was es in diesem Moment zu wissen gibt, und zwar betreffend aller Wesen auf der ganzen Welt.

Aber weil die Zukunft offen ist, bedeutet das auch, dass selbst Gott nicht hundertprozentig weiss, was als Nächstes passieren und wie es zum Beispiel mit der Klimakrise ausgehen wird.

Bei dieser Art der Schöpfung geht Gott Risiken ein.

2. Gott schafft ständig Neues (Allmacht)

Gott hat einen gewissen Einfluss, aber auf eine Art und Weise, die den freien Willen erhält. Gott ist die Kraft, die Neues und Bewegung ins Spiel bringt. Die Kraft, die Kreativität freisetzt, welche dazu führt, dass Menschen auf neue Ideen kommen.

Dies überschneidet sich mit dem biblischen «Logos»-Begriff («Alles ist durch ihn geworden, und ohne ihn ist auch nicht eines geworden, das geworden ist», heisst es im Johannesprolog). Aber auch mit dem biblischen Begriff der schöpferischen Geistkraft Gottes, mit der Menschen befähigt werden.

Diese Unschärfe zeigt, dass die Prozesstheologie wenig Wert auf die theologische Figur der Trinität legt, sich aber eng an den biblischen Texten orientiert. In der kreativen Seite Gottes treffen sich die Geistkraft und der Logos, also Christus.

Schöpfung, Wachstum, Erfindungen, aber auch Liebe und prophetische Sprengkraft kommen von Gott.

Gott schafft Möglichkeiten, wo Prozesse an Grenzen stossen: Hoffnung.

Ausdruck dieser Schöpfungskraft ist unter anderem, dass Gott in jede Person, in jedes Wesen ein Ziel hineinlegt. Gott lockt die Prozesse immer wieder in Richtung ihres Ziels, doch der freie Wille ist in der Prozesstheologie zentral.

Gott wird nicht als autoritativ gesehen oder als eine Macht, die der Welt eine bestimmte Richtung aufzwingt. Sondern als ein durch Liebe überzeugender und lockender Gott, der zu diesem Zweck auch Macht abgibt.

«God’s own life is an adventure with God’s own enjoyment», schreiben John Cobb und David Griffin.

Von Bedeutung ist dieser Punkt für die Christologie der Prozesstheologie. Jesus Christus war ganz Mensch und ganz Gott, insofern als dass er das von Gott in ihn hineingelegte Ziel umfassend realisiert hat.

Gott war in ihm (und nur in ihm) vollständig in der Welt präsent – «Immanuel», «Gott mit uns» – und konnte Gottes Charakter so auch in der vollständigen Hingabe am Kreuz zeigen.

Die christliche Gemeinde macht diese Präsenz im Erzählen der Christusgeschichten und in den Sakramenten der Taufe und des Abendmahls immer wieder bewusst und erlebbar. So wird das «Kraftfeld» von Jesus Christus erhalten, gestärkt und ausgeweitet.

3. Gott lässt sich zutiefst berühren (Allgüte)

Die Prozesstheologie hat ein duales Gottesbild: Gott hat eine ewige, unveränderliche Seite, bleibt zum Beispiel immer schöpferisch und immer präsent. Gleichzeitig ist Gott aber durch die Liebe zur Welt auch veränderlich.

Gott lässt sich von dem, was geschieht, berühren. So heisst es zum Beispiel in der Bibel, dass Gott sich freut, dass Gott wütend wird oder Mitleid hat. Das bedeutet, auch Gottes Charakter ist prozesshaft.

Damit sind die Grundlagen der Prozesstheologie erklärt:

  • Alles besteht aus Prozessen, damit ist alles, was lebt, miteinander vernetzt
  • Ziel ist möglichst hohes «enjoyment», entstehend durch Neues, Schönheit, Intensität und Harmonie
  • Die Zukunft ist radikal offen – auch für Gott
  • Gott hat eine ewige und eine veränderliche Seite, weil Gott der Welt liebend und nicht autoritativ zugewandt ist

Warum ist Prozesstheologie so interessant?

1. Es geht um Verbundenheit

Alle diese Prozesse sind in dieser Weltanschauung ineinander verwoben. Gegenseitige Abhängigkeit ist nicht etwas, was nach Möglichkeit zu vermeiden wäre, sondern gehört schlicht und einfach zum Kern des Daseins.

Wenn ich mich mit jemandem unterhalte, einen Konflikt habe oder jemanden am Bahnhof sehe, der gestresst ist, beeinflusst das alle Beteiligten und wie sie weitergehen. Was ich mir zu essen kaufe, beeinflusst die Realität von Menschen an anderen Orten der Welt.

Die Entscheidungen, die meine Ur-Ur-Urgrosseltern getroffen haben, haben dazu geführt, dass ich überhaupt existiere.

Wo ich mit meinen Füssen beim Gehen hintrete, hinterlässt eine Spur. Wenn mir jemand etwas zu Essen kocht, beeinflusst das mein Wohlbefinden in den nächsten Stunden. Und wie sich eine einzelne Körperzelle entwickelt, hat unter Umständen einen entscheidenden Einfluss darauf, wie meine gesundheitliche Zukunft aussieht.

2. Die nicht-menschliche Welt wird dabei mit einbezogen

Gegenseitige Abhängigkeit – das gilt nicht nur für Menschen, sondern für alle Wesen. Die Weltsicht der Prozesstheologie schliesst die ganze Welt mit ein.

Unser Einfluss als Menschheit auf die Natur und umgekehrt – alles ist vernetzt. Das entspricht unserer Sicht auf die Realität viel besser, als wenn wir davon ausgehen, dass wir alle aus abgeschlossenen kleinen Einheiten bestehen.

Daher ist die Prozesstheologie sehr anschlussfähig für aktuelle Überlegungen zu Tier- und Umweltrechten.

Prozesstheolog:innen kritisieren eine anthropozentrische Weltsicht (also eine, bei welcher der Mensch im Zentrum steht) und plädieren für mehr Selbstkritik – auch in der Theologie.

Bereits in den 70er-Jahren bezog John Cobb Klimakrisen und Klimaschutz in seine Theologie mit ein. Celia Dean-Drummond nennt ihr ethisches Konzept der Verbundenheit «inter-morality», Sally McFague bezeichnete die Welt als «Körper Gottes».

Heute nehmen Theolog:innen wie Julia Enxing Prozesstheologie auf, entwickeln sie weiter und äussern sich auf dieser Basis dezidiert zu Klima- und Tierrechtsthemen. Dies auch im Austausch mit anderen wissenschaftlichen Disziplinen.

3. Die Zukunft ist offen.

Dritter Punkt, weshalb ich Prozesstheologie spannend finde: Die Zukunft ist radikal offen und menschliche Entscheidungen sind tatsächlich frei. Natürlich in dem Mass, wie sie durch die Umstände, in denen wir uns befinden, und durch unsere biografischen Prägungen beeinflusst werden.

Das heisst auch: Wenn etwas Schlimmes passiert, hängt das nicht mit einer vorausgegangenen Entscheidung zusammen, die Gott irgendwann getroffen hat.

Dadurch ergibt auch das Gebet in der Prozesstheologie mehr Sinn als in einer Theologie, in der Gott bereits weiss, wie alles verläuft. Dass Gott sich von uns Menschen bewegen lässt, wie es auch in den biblischen Geschichten immer wieder heisst, ist in einem prozesshaften Gottesbild besser erklärbar als in einem statischen.

4. Menschen können sich entwickeln

Die Vorstellung, dass alles ein Prozess ist, bedeutet auch, dass Menschen sich stetig entwickeln. (Und wer meint, dies nicht zu tun, entwickelt sich einfach weiter in der einmal eingeschlagenen Richtung.)

Eine solche Theologie lässt viel Raum für die Gnade Gottes und das prozesshafte Unterwegssein im Glauben.

U. a. ist sie aber auch anschlussfähig für eine Theologie, die die Fluidität von Genderidentität aufgreifen möchte – heute ebenfalls ein relevantes Themenfeld.

5. Interreligiös anschlussfähig

Prozessphilosophie wird auch in Theologien anderer Religionen rezipiert. Dabei gibt es Überschneidungen mit dem sogenannten «Open Theism» oder «Open and Relational Theology», die aber nicht identisch sind mit Prozesstheologie.

Dazu das TheoLounge-Gespräch von Manuel Schmid und Saida Mirsadri: «Allah ist beweglicher, als man(n) denkt».

Schwächen der Prozesstheologie

Hingegen erklärt die Prozesstheologie manche Dinge auch mangelhaft. Etwa: Wo greift Gott ein, wie, und wo nicht?

Was die Prozesstheologie bis jetzt ebenfalls wenig erklärt hat, ist, woher die negativen Dinge in der Welt kommen. Ob es eine Kraft gibt, die Gott entgegenspielt, oder ob es einfach bessere und schlechtere Prozesse gibt und das Böse sich über die Abwesenheit des Guten definiert.

Insgesamt erscheint mir diese Theologie aber sehr zeitgemäss und bedenkenswert – und unterschätzt. Sie bietet ein Gegenmodell zu einem patriarchalen, autoritären Gotttesbild und einem anthropozentrischen, statischen Christentum.

 

Mein Kollege Manuel Schmid befasst sich ebenfalls schon lange mit Prozesstheologie und vor allem mit der «Open and Relational Theology». Beim RefLab hat er dazu u. a. Beiträge zur Frage nach der Allmacht und der Allwissenheit geschrieben.

Jason Liesendahl befasst sich in seinem Podcast «Schöner glauben» immer wieder mit Prozesstheologie, u. a. in dieser Folge: «John B. Cobb – Was ist Prozesstheologie?».

Foto von Maarten Wijnants auf Unsplash

17 Kommentare zu „Was ist Prozesstheologie?“

  1. Habe mich sehr über diesen Podcast gefreut und mich immer wieder gewundert, warum Prozessphilosophie / Prozesstheologie in christliche Kreise so wenig Eingang findet. Ich habe Ende der 1970iger Jahre die Einführung von Cobb / Griffin gelesen und fand das sehr spannend und überzeugend – auch interessant im Hinblick auf das interreligiöse Gespräch.

  2. Danke für den spannenden Beitrag. Ich beschäftige mich auch schon eine Weile mit Prozesstheologie und würde mich freuen, wenn das Thema auf Reflab noch weiter vertieft werden könnte…

  3. Danke für den spannenden Beitrag. Ich hatte lange Zeit ein starres Gottes-/Weltbild und bin mich immer mehr mit Themen am beschäftigen, welche dieses schwarz-weiss Denken aufweichen. Mein Gedanke zur Prozesstheologie: Wie argumentiert diese Theorie darüber, dass Gott über Raum und Zeit steht und er somit Vergangenheit, Gegenwart & Zukunft gleichzeitig erlebt und dadurch auch wissen muss, wie wir Menschen uns entscheiden werden? Oder ist laut dieser Theorie Gott ebenfalls an die Zeit gebunden und es gibt ein Anfang und evt. auch ein Ende?

    1. Danke für den Kommentar! Gute Frage. Ich würde behaupten, Gott ist in der Prozesstheologie insofern ebenfalls an die Zeit „gebunden“, als dass „Zeit“ nicht unabhängig von Prozessen existiert…

    2. Ein Prozess kennzeichnet sich durch eine Folge von Zuständen aus. Die Zustände entstehen durch Veränderungen. Also gibt es in einem Prozess immer ein Vorher und ein Nachher, nämlich in der Gestalt zweier aufeinander folgenden Zustände. Dies ist aber genau die Definition von Zeit.

      Da Gott selbst einen veränderlichen Teil hat, also ein Prozess ist, definiert er selbst Zeit. Ich sehe es so: die erste Entscheidung Gottes, sich zu verändern, liess Zeit entstehen.

      Gott ist demnach nicht von der Zeit abhängig, sondern die Zeit entsteht aus dem Prozess, oder noch besser, aus allen Prozessen. Wir messen sie anhand eines von uns eingerichteten Prozesses, den wir selbst wieder Zeit nennen.

  4. Mir ist der offene Theismus einigermassen vertrsut und somit dessen Abgrenzung zur Prozesstheolohie, welche bei aller Attraktivität, aber Gottes Schöpfung aus dem nicht (ex nihilo) ablehnt und mindestens den Gedanken zulässt, dass genau so wie Gott die Welt erschaffen hat auch die Welt Gott erschafft. Abgesehen von dieser Radikalität: wie kann davon gewinnbringend Klimaschutz begründet werden? Die sündige Natur des Menschen fordert die Verwalterschaft über den Garten, bei globalen Problemen erst recht, schon genug auf die Probe. Das Mass an menschlicher Co-Autorschaft des Weltgeschehens so wie sie prozesstheologisch gedacht wird übersteigt wohl die von Gott dem Mensch verliehene Fähigkeit seine ebenso verliehene Verantwortung wahrzunehmen, bzw. Umzusetzen.

    1. Lieber Christian, danke für den Kommentar. Ich sehe in dieser Radikalität nicht zwingend ein „aber“… Klimaschutz wird aus der Prozesstheologie u. a. insofern begründet, als dass die Welt einen Teil Gottes darstellt (Panentheismus) und folglich z. B. die Zerstörung von Umweltprozessen und Lebewesen die Zerstörung eines Teils von Gott darstellt. Für präzisere und umfassendere Gedanken dazu empfehle ich dir Julia Enxing und Gregor Taxacher.

  5. albert.baumann@gmail.com

    Alles gute und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab vom Vater des Lichts, bei welch ist keine Veränderung nach des Lichts und der Finsternis.. (Jakobus 1, 17ff)
    Dieses Bibelstelle wird von Sören Kierkegaard angeführt in „Kierkegaards Reden“.

    Ich denke das wäre ein Argument der Aussage des Potcast zu widersprechen, dass Gott „veränderlich“ sei.

    Ja, Gott ist veränderlich im Sinn von Erbarmen. Da verändert er sich, sozusagen gegen sich selbst. Wie hat ER sich bezüglich seinem Volk Israel immer wieder verändert – im Sinne von Vergebung.

    Aber als Gott – den wir Mensch ja nie und nimmer erklären und verstehen können (wäre es so wäre ER nicht Gott) .

    Ich finde Gott im „Prozess“ der Gnade für uns Menschen unfassbar – und das sollte im Beitrag zum Ausdruck kommen.

    Unser Glaube leben wir ja – das ist uns so von der Bibel aufgetragen – „in Furcht und Zittern“ . Weil wir SEINE Kinder sind, und ER Gedanken über uns hat, die unsere Verwandlung zum Anfang zurück wünschen.

    Der Schreibende (ü74) zählt sich heute auch zu den Post-Evangelikalen, aber im Sinne der Mysik und der Wüstenväter und was daraus bis heute wächst.

    Gesegnetes Bauen am Reich Gottes

    Albert Baumann

    1. Lieber Albert, danke für deinen Kommentar und deine Segenswünsche! „Gott ist veränderlich im Sinn von Erbarmen“, genau das meint die Prozesstheologie. Gleichzeitig gibt es Teile Gottes, die nicht veränderlich sind – wie etwa Gottes Bereitschaft zur Gnade. Liebe Grüsse und auch dir alles Gute!

  6. Martin Scheidegger

    Befasse mich auch schon seit einer Weile mit Prozessphilosophie und -theologie und bin begeistert davon. Freut mich, dass reflab dazu beiträgt, die spannende Strömung bekannter zu machen. Danke für Euer Wirken.

  7. Andrea Marco Bianca

    Endlich ein Beitrag in unserer Kirche dazu! Die Prozesstheologie hat mich in meinem Wirken als Pfarrer und Kirchenrat geprägt seit ich sie in den 1980ern beim Begründer John Cobb in Claremont kennengelernt und beim Franziskanermönch Francis Baur in Berkeley studiert habe.

  8. Vielen Dank für die interessanten Erläuterungen. Für Wesen, die Kraft ihrer Ausstattung (Fähigkeiten, Vermögen oder andere Ressourcen) über Souverenität verfügen, bewerte ich das Beschriebene vom Schiff aus betrachtet als hilfreiche Theorie. Im Hinblick auf Individuen, die sich ohnmächtig fühlen, die wenig mächtig sind, hege ich Zweifel: In der Position des/der Ohnmächtigen ist der „freie Wille“ m.E. kein Thema mehr – es sei denn, man kennt etwa Strategien im Umgang mit dem Reptilienhirn, was wiederum von Souveränität zeugen würde.

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