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 Lesedauer: 2 Minuten

Gibt es heute noch Prophet*innen?

Das Wort „Prophet“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „für jemanden etwas sagen“, also anstelle von jemandem zu sprechen. Das Bibellexikon Wibilex nennt als Kennzeichen biblischer Prophet:innen:

  1. Sie sind spirituell feinfühliger als andere
  2. Sie sind überzeugt davon, dass ihre Botschaft von Gott kommt
  3. Sie spüren den klaren Auftrag, diese Botschaft auszurichten

Prophetie gegen Missstände

Bei dieser Botschaft geht es einerseits um gesellschaftliche Missstände (Ungerechtigkeit, Ausbeutung, Korruption etc.), andererseits darum, dass sich Menschen von Gott entfernt haben und falsche Prioritäten setzen.

Das hängt miteinander zusammen: Wer die Erkenntnis verinnerlicht hat, dass er/sie von Gott angenommen und geliebt ist, geht anders durchs Leben und geht auch anders mit den Mitmenschen und -Geschöpfen um.

Da in der Vergangenheit und Gegenwart die Weichen für die Zukunft gestellt werden, haben ihre „Botschaften“ oft auch eine überzeitliche Dimension. Für diese Botschaft stehen Prophet:innen mit ihrer Person hin, mit ihrer Stimme und zeitweise auch mit ganzem Körpereinsatz. Das empfinden viele biblische Propheten auch als Belastung… Jona zum Beispiel flüchtet vor seinem Auftrag. 🐳

Gibt es moderne Propheten?

So könnte man sagen: Ja, es gibt auch heute noch moderne Prophet:innen. Menschen mit einem klaren, kritischen Blick für ihre Zeit.

⚡️ Was denkst du? Wer wäre für dich ein:e Prophet:in der heutigen Zeit? Glaubst du, Prophetie gibt es heute nicht mehr? Oder hast du selber schon mal eine prophetische Botschaft erhalten?

Kennst du die Kurzvideos «Unter freiem Himmel»? In 3-5 Minuten erzählt Theologin Evelyne Baumberger jeweils was zu Leben, Glaube, Bibel und Spiritualität. Hier geht’s zur Playlist.

10 Kommentare zu „Gibt es heute noch Prophet*innen?“

  1. Sehr stimmige und schöne Beschreibung.

    Mir gefällt vor allem auch der erweiterte Blick darauf: ja, Gott mag primär Ausschau nach „Prophet*Innen“ halten innerhalb der Kirche, aber wenn a. etwas gesagt werden muss, und b. Kirchens gerade mal wieder in einer ihrer (meist selbstbezogenen) „Schwächelphasen“ sind, dann fällt die Wahl eben auch auf Leute mit säkularem oder andersgläubigen Background, die aber bereit sind, Mißstände zu benennen, und feinfühlig genug, die entscheidenden Themen und Problemstellungen wahrzunehmen.

    Aus meiner Sicht wären Beispiele für heutige Prophet*Innen Martyn Joseph (Songwriter, der soziale Schräglagen oder Fehlentwicklungen – auch bei den „Frommies“! – thematisiert), Jim Wallis (von den Sojourners; rief der – damals nicht wirklich dafür offenen – evangelikalen Welt wieder und wieder die Frage der sozialen Gerechtigkeit, auch hinsichtlich des Miteinanders unterschiedlicher Ethnien, ins Gedächtnis), Shane Claiborne (Aktivist und Mitbegründer der „Red letter christians“, einer Bewegung, die ohne viel Brimborium vormacht, dass Christsein 2010+ auch ganz anders – und hoffnungsvoll solidarisch – aussehen kann als gewohnt) und, um auch explizit eine ProphetIN erwähnt zu haben, Christina Brudereck, die ebenfalls viel dafür tut, dass Christsein in der JetztZeit sprachfähig und unverkrampft erfahrbar sein kann.

  2. Es gibt auch heute Propheten die werden heute genau so mächtig bekämpft von der Gesellschaft von Priester und Pastoren aber Jesus hat es vorausgesagt danke Gott das es die Propheten noch gibt Wegweiser Mittler zwischen Gott und die Menschen.

  3. Zowie immer gibt es leider viel mehr Falsche Propheten als wertige. Wir haben im Gegensatz zu früheren Generationen die Möglichkeit zum recherchieren, erproben auf Basis von Feiten eine Meinung zu erschaffen.

  4. Ich glaube an Prophetie (im biblischen Sinne). Ob Gott heute noch Personen für globale Prophetie ausrüstet – für etwas (Neues) was er nicht schon gesagt hat, bezweifle ich sehr. Habe viele solche selbsternannte Prophet*en schon gehört, aber wirklich überzeugt hat mich kaum etwas.
    Wovon ich aber fest überzeugt bin ist, dass Gott uns prophetische Reden für die persönliche Seelsorge, für die persönliche Ermutigung und Auferbauung meines Nächsten und zur Frei- und Einsetzung (in Amt und Dienst) geben will. Und das brauchen wir unbedingt – noch in vermehrtem Masse.

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