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Historische Kritik: Die Bibel ist nicht Gottes Wort (Teil 1)

In dieser Folge geht es um einen ersten, fundamentalen Einwand gegen den christlichen Glauben, der sich aus der modernen, wissenschaftlichen Erforschung mit der Bibel ergibt. Der historisch-kritische Methodenkatalog hat Erkenntnisse hervorgebracht, die sich mit einem herkömmlichen (und besonders mit einem konservativ-evangelikalen oder reformiert-orthodoxen) Verständnis einer wörtlichen Inspiration der Bibel nur schwer vereinbaren lassen.

Wenn die Bibel durch ganz verschiedene antike Quellen inspiriert wurde, wenn sie zahlreiche Parallelen zur religiösen Literatur Mesopotamiens aufweist, wenn die Schriften einen komplexen und verworrenen Redaktionsprozess durchgemacht haben, und wenn schliesslich auch innerbiblische Vergleiche zeigen, dass Geschichten und Ereignisse ganz unterschiedlich, manchmal widersprüchlich berichtet werden – dann kann dieses Buch nicht in einem wörtlichen Sinne von Gott inspiriert oder «vom Himmel gefallen» sein.

Damit steht aber ein Glaube, der auf dem Zeugnis dieser Texte beruht, auf denkbar wackligen Beinen. Müssen wir die Rede von der Bibel als «Gottes Wort» aufgeben – und ist ein christlicher Glaube ohne dieses Bekenntnis überhaupt lebensfähig?

Zu Teil 2.

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21 Kommentare zu „Historische Kritik: Die Bibel ist nicht Gottes Wort (Teil 1)“

  1. Hör-Bar
    Elementartheologie
    Bestechende Analysen
    Viele Erkennungsreflexe
    Klingt alles historisch korrekt
    Stephan als wandelnder Mr. Lexiko

  2. Herzlichen Dank für diese spannende historische Herleitung, auch gerade der Rolle der Reformation in dieser Frage.

    Ich bin überzeugt, dass das Urchristentum und die Kirchenväter wenig Verständnis für das Konzept der Verbalinspiration gehabt hätten.

    Sowieso finde ich es einigermassen ironisch, dass wir uns zwar nicht in der Intention, aber teilweise in der kirchlichen Praxis wieder einer allegorischen Exegese der Kirchenväter anzunähern scheinen.

    1. Danke lieber Jean-Marc für deine Rückmeldung! Ich habe übrigens über Jahre hinweg mit grosser Faszination einen Prediger gehört, der konsequent allegorisch ausgelegt hat – theologisch-exegetisch ist das völlig hanebüchen, aber es war zugleich superspannend und geistlich enorm reich. Ich habe mich daran erinnert, als ich später mit der jüdischen Midrasch-Methode vertraut gemacht wurde…

  3. Super Folge! Könnte man glatt in einem Seminar an der Uni verwenden! Und Jean- Marc hat recht: auch Auslegungsmethoden der Tiefenpsychologie und Psychoanalyse erinnern mich an Origenes- Drewermann lässt Grüssen! Aber: diese Methoden finde ich persönlich sehr ergiebig…
    Status quo: Wir wissen jetzt also: Gott hat die Bibel nicht diktiert und der heilige Geist hat nicht alles inspiriert- hart facts.
    Preisfrage: Was machen wir jetzt damit? Auf eure Antwort bin ich gespannt und freu‘ mich auf die nächste Folge!

    1. Danke Roland für dein Feedback – und war schön dich heute kurz im Hirschengraben 50 zu sehen, auch wenn es nicht mehr zum Reden gereicht hat… Liebe Grüsse!

  4. Als ich bei euch hörte, dass es eine Herausforderung für die Kirche und die Theologie war, als man mit der Entdeckung Amerikas auf Menschen getroffen ist, die noch nie vom Evangelium gehört haben, musste ich spontan daran denken, wie sich das gegebenenfalls mit Außerirdischen verhalten würde. Müsste, könnte, dürfte man ihnen auch das Evangelium verkünden oder ist das nur eine Sache zwischen Gott und Mensch?
    Meines Wissens nach, hat sich nur Wolfhart Pannenberg und nur ganz am Rande mit dieser Frage beschäftigt.
    Auf jeden Fall bin ich wieder ganz begeistert von eurem Podcast. Ich höre euch immer, wenn ich im Fitnessstudio bin, damit mein Geist nicht zu kurz kommt.

    1. Danke lieber Michael für deine ermutigende Rückmeldung! Und beim Thema der Ausserirdischen kann ich mir natürlich den Hinweis auf C.S. Lewis‘ Perelandra-Trilogie nicht verkneifen: Das ist eine mögliche Antwort auf deine Frage in Form einer hochspannenden Geschichte…

      1. Ach so, noch zur Ergänzung. Im Roman „Das Buch der seltsamen neuen Dinge“ von Michel Faber wird sogar ein Missionar zu Außerirdischen auf einen fremden Planeten geschickt. Und es ist sehr witzig, wie die Gleichnisse Jesu an die außerirdische Umwelt angepasst werden müssen.

  5. Die biblischen Texte (incl. Tora und Koran) sind fiktional, man muss diese besonderen Schriften (Heilige Schriften) wie die Schriften der römischen, griechischen oder ägyptischen Mythologie auslegen, also abstrakt, symbolisch, allegorisch, metaphorisch. Symbolzahlen (3, 7, 12, 40) zeigen auf, dass die Texte ausgedacht sind und eine tiefere Ebene haben. -> Wie erkennt man eine fiktionale Schrift?

    Die Figuren sind meistens Personifikationen von Dinge (die Weisheit, das Böse …) oder Personifikationen von Menschengruppen (das Volk, die Machthaber, die gutgläubigen Menschen, die Priester …) Beispiel: Die Mosesfigur ist eine Personifikation des religiösen Führers. Die Johannesfigur ist eine Personifikation der verdeckten Weisheit. Die Jesusfigur eine Personifikation der Natur, des Lebens, der Menschheit … je nach Titel (Jesus, Christus, Messias …) variieren die Personifikationen und stehen für die Menschheit, die Gelehrten oder die ehrlichen und aufrichtigen Menschen.

    Die Themen der mehrdeutigen Schriften sind meist einfache Weisheiten über Lichtenergie, Materie, Information, Leben / Natur und Herrschaftswissen – Wissen, wie man Menschen ködern, führen, formen, trösten und schlussendlich je nach sozialem Status programmieren und nutzen kann. Die Geschichtensammlungen starten meist mit einer Entstehungsgeschichte und enden mit der Aufklärung der größten Lüge der Welt, die Aufklärung der eigenen Religion.

    Götter sind fiktionale Figuren, es sind Personifikationen von Dinge (Sonne, Mond, Natur, Weisheit …), diese werden als Personen gedacht, bekommen einen Namen, ein Aussehen, ein Charakter und darum werden Geschichten geschrieben. Die Hauptgötter der Menschen waren Personifikationen der Sonne, des Himmels (incl. Sonne) oder in Arabien wurde meist der Mond personifiziert. Die Hauptgöttin der Menschheit waren Personifikationen der Erde oder der Natur. Götter wurden zumeist von Machthabern oder Priester erschaffen.

    Ein Alleingott (JHWH, Gott, Allah ….) ist eine ausgedachte Figur. Alte Alleingötter (Aton, Ahura Mazda …) waren Personifikationen der Lichtenergie (das immaterielle) und damit kann man natürlich alles sagen und dem einfachen Menschen ein kollektives Über-Ich generieren – einen Wahn induzieren. Alles was der Machthaber bzw. der Priester möchte sagte die Gottesfigur z. B. „Gehorche deinem Machthaber“, „bleibe in deiner sozialen Kaste“, „folge deinem Priester“, „Frauen sollen sich Männern unterordnen“, „das Leid der einfachen Menschen ist positiv“, „wenn du glaubst, bist du ein guter Mensch“.

    Thomas B. Reichert – Religionswissenschaftler

  6. Was ganz neues, die „Wissenschaft“ widerlegt die Bibel. Alles nur ein Fantasiebuch in dem keine Wahrheiten zu finden sind. Jesus war in Wirklichkeit eine Frau, die Jacqueline hieß und durch Stepptanz berühmt wurde. Gott gibt es im Grunde gar nicht und sowieso wurde das alles nur von den anderen abgeschrieben. Langweilig. Bekehrt euch Freunde, noch ist es nicht zu spät eure Seele zu retten. Aber wenn ihr das besser wisst, na dann viel Glück!

  7. Super Folge mit viel spannendem Inhalt und gut rübergebracht.

    Ich habe hier mal ein Feedback das ich euch schon länger mal geben wollte. Wahrscheinlich bin ich mit der Meinung nicht alleine:
    Mir ist in dieser Folge erneut aufgefallen das ihr doch immer wieder auf die Uhr guckt und entsprechend an manchen Stellen dann Gas gebt. Zumindest wirkt es so. Immer wenn das in dieser Folge erwähnt wurde hat in mir etwas geschrien: „Nein, nein! Das ist genau richtig so. Fangt jetzt ja nicht an zu hetzen und den großartigen Content abzukürzen! Ich will so viel davon wie ich kriegen kann.“
    Für meinen Geschmack können die Folgen gerne auch mal 2-3 Stunden dauern, (ala Joe Rogan) wenn das Niveau so hoch und das Gespräch so spannend ist. Kann ja jeder Hörer jederzeit pausieren und später weiter hören wenn er die Ausdauer nicht hat. Fühlt sich sonst manchmal so an als ob mir etwas entgeht weil der Rahmen „künstlich“ ein bisschen eng geschnallt wurde.
    Mir ist natürlich klar das zum Konzept des Podcasts wahrscheinlich gehört das die Folgen ca 50 Minuten dauern, aber ich wollte hiermit mal erwähnt haben das sich mindestens ein Mensch sehr freuen würde wenn ihr diese Grenze nicht all zu ernst nehmt.
    Liebe Grüße

  8. Wieder eine super Folge mit viel spannendem Inhalt und gut rübergebracht. Danke.

    Ich habe hier mal ein Feedback das ich euch schon länger mal geben wollte. Wahrscheinlich bin ich mit der Meinung nicht alleine:
    Mir ist in dieser Folge erneut aufgefallen das ihr doch immer wieder auf die Uhr guckt und entsprechend an manchen Stellen dann Gas gebt. Zumindest wirkt es so. Immer wenn das in dieser Folge erwähnt wurde hat in mir etwas geschrien: „Nein, nein! Das ist genau richtig so. Fangt jetzt ja nicht an zu hetzen und den großartigen Content abzukürzen! Ich will so viel davon wie ich kriegen kann.“
    Für meinen Geschmack können die Folgen gerne auch mal 2-3 Stunden dauern, (ala Joe Rogan) wenn das Niveau so hoch und das Gespräch so spannend ist. Kann ja jeder Hörer jederzeit pausieren und später weiter hören wenn er die Ausdauer nicht hat. Fühlt sich sonst manchmal so an als ob mir etwas entgeht weil der Rahmen „künstlich“ ein bisschen eng geschnallt wurde.
    Mir ist natürlich klar das zum Konzept des Podcasts wahrscheinlich gehört das die Folgen ca 50 Minuten dauern, aber ich wollte hiermit mal erwähnt haben das sich mindestens ein Mensch sehr freuen würde wenn ihr diese Grenze nicht all zu ernst nehmt. 😊
    Liebe Grüße

    1. Lieber Samuel, vielen Dank für das mega ermutigende Feedback! Ja tatsächlich versuchen wir unsere Folgen bei knapp einer Stunde Länge zu halten – meist geht das ganz gut auf, aber manchmal müssen wir dann hetzen… Wir nehmen deine Anregung gerne entgegen, und natürlich freut es uns zu hören, dass es Leute gibt, die uns auch 3 Stunden zuhören würden…;-)

  9. Vielen Dank für diesen 1. Teil. Mega spannend!
    Ich warte und bin gespannt auf die Fortsetzung (Teil 2 der Folge: Die Bibel ist nicht Gottes Wort). Existiert diese schon oder ich kann sie nicht finden …?
    Beste Grüße

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