durch meine fenster zur welt
sehe ich meistens das schwere vor dem leichten,
und das scheinbar kleine finde ich kaum
mit bloßem auge unter den überwucherungen
mächtiger ranken, deren wachstum mir maßlos vorkommt.
wenn es geht, stell meine verkrümmte linse scharf
um zumindest das kurze aufblitzen
eines himmelreich-flackerns wahrzunehmen,
in senfkörnern und brotteig-händen,
und in saat und bodenbeschaffeneheit
und wachstum und ernte
und in verlust-frust und wiedersehensfreude,
und augen mit denen kinder staunen
vor dem verlernen.
lass mich einen funken finden,
achtsam sein für ein kleines detail,
an orten und in dingen und begegnungen,
wo ich bisher nur alltag erkenne,
lass, was ich entdecke, grösser sein, als das kreiselnde chaos,
oder so klein, dass es nur für die erkennbar ist,
deren sichtfeld nicht ständig vom luftballon
eines aufgepumpten egos zugeschwebt wird,
lass mich ein leuchten erleben,
klar erkennbar wie ein trotzdem im tiefschlag,
aber unscheinbar wie hoffnung in natürlicher form.
schenke mir aufmerksame blicke und augen,
die dein wesen in den wesen,
die mir täglich begegnen, nicht ständig übersehen.
amen





