Es ist leicht, Menschen zu finden, die mit der Kirche oder dem Christentum nichts anfangen können oder sogar darauf schimpfen. Schwerer ist es, Leute zu finden, die Jesus doof finden. Irgendwie scheint dieser galiläische Wanderprediger noch immer in gutem Ruf zu stehen – und nicht wenige sind von seiner Person regelrecht fasziniert.
Aber was zeichnet Jesus aus? Stephan und Manuel stellen ihn zunächst als Weisheitslehrer und Rabbi vor, der Menschen bis heute zu einem barmherzigen, menschenfreundlichen, versöhnlichen Leben inspiriert.
Doch er war noch mehr und anderes als das. Jesus war nicht einfach der gute Nachbar von nebenan, der nirgends aneckte und niemanden ärgerte – er tritt vielmehr auch als grosser Provokateur in Erscheinung. Er bricht geradezu strategisch mit den Konventionen seiner Zeit, besonders wenn sie Menschen im Wege stehen. Er entheiligt den Sabbat, kümmert sich nicht um Reinheitsgebote und spricht mit Menschen, die man eigentlich meiden sollte…
Überhaupt steht im Leben von Jesus bei näherem Hinsehen vieles Kopf. Es tritt ja auch mit dem Anspruch, das «Reich Gottes» anbrechen zu lassen – eine neue Wirklichkeit, die nach ganz anderen Regeln «funktioniert»: Die Ersten werden die Letzten und die Letzten werden die Ersten sein; die Erniedrigten werden erhöht, die Stolzen gedemütigt; die Reichen haben Eintrittsprobleme (wie ein Kamel durchs Nadelöhr…), die Armen werden glückselig genannt (Seligpreisungen); die Feinde werden gesund geliebt; die Zerbrochenen und Verzweifelten werden willkommen geheissen, die frommen Selbstdarsteller in die Wüste geschickt… und Jesus selbst ist die ultimative Verkörperung dieser neuen Logik: Der Gottessohn wird am Kreuz hingerichtet.
Was für ein eigenartiger Mensch!
Evelyne hat sich in drei Teilen ebenfalls mit dem historischen Jesus auseinandergesetzt:
Hat Jesus Christus wirklich gelebt?








1 Kommentar zu „Jesus: Ein Lehrer mit zeitlosen Ideen“
Hallo zusammen
Danke für diesen Beitrag. Irgendwann in meinem Glaubensleben, konnte ich die Perspektive von “was sagt und bedeutet die Bibel für mich und alles über meine “Spule” zu ziehen, wechseln zu: in welchem Selbstverständnis sagte Jesus dieses und jenes. Da wurde es lebendig. Er redete aus Gottes Reich in die Welt. Mit ihm ist das Gottes Reich für uns erfahrbar gekommen. Ich fing an Geschichten und Aussagen “zurückzubuchstabieren. ” ZB. die Ehebrecherin. Von der vordergründigen Ebene bis zu dem Glauben von Jesus, dass wir Menschen ohne Bilder und Projektionen auskommen könnten. Mein Glaube hat sich verändert zu: ich glaube an ihn und mit ihm. Alles, was er sagte buchstabierte ich zurück in diese andere Wirklichkeit. Ich meine, wir können das nicht “machen”. Keine Programme aufstellen. Es ist immer ein Ganzes. Alles gehört da zusammen. Tschüss zäme.