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Die wilde Schönheit der Schöpfung

Faszinierende Tiefseefische

Wenn ich mich recht erinnere, dann habe ich die folgende Geschichte in biographischen Anmerkungen des deutschen Theologen Karl Heim (1874-1958) aufgeschnappt. Sein reges Interesse für die Naturwissenschaften veranlasste ihn im frühen 20. Jahrhundert zum Besuch einer Ausstellung von Tiefseefischen. Zum ersten Mal in Europa konnte man diese faszinierenden Kreaturen aus den Tiefen der Ozeane live und in Farbe bewundern.

Beim Durchschreiten der Ausstellung wurde der Gelehrte von einem Gedanken regelrecht überwältigt: Auf einmal wurde ihm klar, dass er zu den ersten Menschen gehört, die diese Tiere zu Gesicht bekommen – dass diese Geschöpfe aber schon seit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden auf dem Grund der Meere leben. In all ihren schillernden Farben und skurrilen Formen, in all ihrer Schönheit und Raffinesse sind sie bis in die Neuzeit vor menschlichen Blicken verborgen geblieben.

Heim verließ diese Ausstellung tief bewegt von der überschwänglichen göttlichen Kreativität, die er als Christ hinter allem Leben auf diesem Planeten wähnte – und zugleich gedemütigt von der plötzlichen Einsicht, dass sich für den Schöpfer ganz offensichtlich doch nicht alles um den Menschen drehte. Völlig losgelöst von der Frage, ob sich je ein Mensch ihrer wird erfreuen können (und ganz sicher auch fern vom Gedanken ihrer Verwertung zu Forschungs- oder Nahrungszwecken), hat sich Gott diese Wesen «geleistet».

Den Mitgeschöpfen unserer Welt kommt ein eigener Wert und eine vom Menschen unabhängige Bedeutung zu. Sie haben eine authentische Würde und eine wilde Schönheit, die nicht nach menschlicher Bestätigung sucht.

Inspirierte Mitgeschöpfe

Das ist selbstverständlich keine erst neuzeitliche Erkenntnis. Im Gegenteil ist sie in unserer industrialisierten und kapitalistischen Gegenwart gerade besonders umkämpft und gerne vergessen. Dabei legen bereits die biblischen Schöpfungsberichte eine deutliche Spur der Wertschätzung und Hochachtung tierischen (und pflanzlichen) Lebens, an die es in unserer Zeit theologisch anzuknüpfen lohnt.

Auffallend ist hier zunächst, dass in der Chronologie der Schöpfungswoche schon vor der Erschaffung des Menschen ausdrücklich von der Güte der Schöpfungswerke Gottes gesprochen wird: «Gott sah, dass es gut war» (vgl. Gen 1,21) – mit dieser Auszeichnung werden bereits die Pflanzen und Fruchtbäume, die Vögel des Himmels, die Fische der Meere und die Tiere auf dem Land versehen. In der Theologensprache wird sie blasserweise «Billigungsformel» genannt, und sie ist am fünften Schöpfungstag durch den Segen des Schöpfers über den Tieren begleitet.

Noch bevor der Mensch in dieser Geschichte überhaupt die Bühne betritt, und augenscheinlich auch unabhängig von ihm, steht diese Welt mit ihren Geschöpfen unter der Zustimmung – und mehr noch: unter der Zuwendung und dem Segen des lebendigen Gottes.

Nicht erst die Menschen, sondern schon die Tiere werden im biblischen Schöpfungsnarrativ als «lebendige Seelen» bezeichnet, in denen der Atem Gottes wohnt (Gen 1,30). In der zweiten Schöpfungserzählung sind die Landtiere und Vögel außerdem dadurch gewürdigt, dass sie (wie später der Mensch) als vom Schöpfer aus dem Erdboden geformte Wesen vorgestellt werden (Genesis 2,19). Er verwundert darum eigentlich nicht, dass in dieser durchaus eigenartigen Erzählung die Tiere als potenzielle Partner des Menschen vorstellig werden: Gott führt sie dem ersten Menschen vor und gibt diesem die Vollmacht, ihnen ihren Namen zu geben. Erst als deutlich wird, dass der Mensch unter den Tieren kein geeignetes Gegenüber findet, formt Gott aus der Seite Adams die Frau als seine Partnerin (Genesis 2,18-22).

Tiere sind nach diesem Kardinaltext jüdischen und christlichen Glaubens unsere inspirierten Mitgeschöpfe. Was der berühmte Arzt, Philosoph und evangelische Theologe Albert Schweitzer dann die «Ehrfurcht vor dem Leben» nannte, findet hier ihre traditionelle Begründung.

Tierische Gottesdienste

Es darum zwar bemerkenswert, aber kaum verwunderlich, dass der Schöpfer nicht allein zum Menschen, sondern auch zu den nichtmenschlichen Geschöpfen in einer qualifizierten Beziehung steht.

Wortgewaltig bezeugen das einige Schöpfungspsalmen der hebräischen Bibel: In Psalm 104 wird nicht nur die Erhabenheit Gottes über seine Schöpfung, sondern auch seine Aufmerksamkeit für die Tiere in ihren verschiedenen Lebensräumen detailliert beschrieben. Gott wendet sich den wilden und zahmen Tieren zu, sorgt sich um deren Versorgung und erfreut sich an ihrer Kraft und Vielfalt. Besonders eindrücklich ist dabei sicher die Rede vom «Seeungeheuer» (möglicherweise ist an das Krokodil gedacht), welches Gott nach der Vorstellung des Psalmisten gebildet hat, «um mit ihm zu spielen» (Psalm 104,26).

Andere Weisheitslieder malen dann die Bestimmung der Schöpfung vor Augen, den Schöpfer zu preisen und seine Herrlichkeit widerzuspiegeln. So beschreibt Psalm 19 das wortlose Lob der Schöpfung, das jeden Tag neu erklingt, und Psalm 148 fordert sämtliche Werke Gottes auf, in die Anbetung des lebendigen Gottes einzustimmen:

Berge und Gestirne, Pflanzen und Bäume, Vögel und Landtiere werden als eigenständige Zeuginnen der Schönheit Gottes und als authentische Subjekte der Anbetung des Schöpfers anerkannt.

Gerade die Tiere werden hier (wie auch in anderen biblischen Texten) in ihrer Diversität wahrgenommen und als beseelte Lebewesen ins Bewusstsein gerückt. So werden dann auch nicht weniger als 130 Tierarten im ersten und zweiten Testament namentlich genannt – darunter finden sich Leoparden, Löwen, Wölfe, Bären, Schakale und Füchse, auch Damhirsche, Gazellen, Antilopen, Steinböcke und andere Wildziegen, sowie Auerochsen, Wildesel, Wildschweine, Hasen, oder auch der syrische Elefant.

Göttliche Tierliebe

Ein bewegendes Zeugnis der Wertschätzung Gottes für die Tiere findet sich auch an ganz unerwarteter Stelle, nämlich auf der Klimax der Jonageschichte:

Nur widerwillig lässt sich der Prophet dazu bewegen, der Bevölkerung der Stadt Ninive ihren Untergang zu prophezeien. Als das Volk sich nun ganz überraschend zur Busse bewegen lässt und Gott darum auf die Vollstreckung seines Gerichtsurteils verzichtet, zeigt sich Jona beleidigt. Nach all seinen Mühen hatte er sich offenbar auf ein apokalyptisches Spektakel gefreut…

Darum meldet sich Gott zum Schluss des Buches noch einmal zu Wort – mit einer denkwürdigen Rüge an die Adresse seines unglückseligen Propheten: «Sollte es mir nicht leidtun um Ninive, die große Stadt, in der über 120‘000 Menschen leben», ruft der Herr nach Jona 4,11 aus – um dann anzufügen: «… und um die vielen Tiere?»

Gott bereut, was er der Stadt angedroht hat, explizit auch angesichts der Tiere, die sie bewohnen. Ihre Vernichtung würde ihn trauern lassen:

«Sollte es mich nicht jammern um die vielen Tiere?» Mit diesem Statement schließt das Buch des Propheten Jona. Am Ende und auf dem Höhepunkt einer der eindrücklichsten Bekundungen der Barmherzigkeit und Nachsicht Gottes in der hebräischen Bibel werden auch die Tiere ins Herz Gottes eingeschlossen.

(Um an dieser Stelle wenigstens andeutungsweise den Bogen in die Neuzeit zu schlagen: Für die Autoren dieser biblischen Überlieferungen stünde wohl außer Zweifel, dass der Schöpfer von Himmel und Erde nur mit äußerster Betroffenheit und tiefer Trauer auf die aktuelle Vernichtung tierischen Lebensraumes und das Aussterben zahlreicher Arten reagieren könnte.)

Biblische Lerngeschichte

Sicher: Man sollte die Sicht biblischer Überlieferungen auf die Welt der Tiere nicht romantisieren und ihnen keine modernen lebensethischen Sensibilitäten unterstellen. Auch in biblischen Zeiten kommen Tiere prominent als Nutztiere, als Transportmittel und Nahrungsquelle in den Blick. Domestizierbare Tiere werden zum Besitz des Menschen gerechnet und als Handelsgut geachtet.

Wenn Tiere etwa in den zehn Geboten auftauchen, dann nicht um deren Missbrauch zu verbieten oder deren artgerechte Haltung sicherzustellen, sondern um ihre Besitzer vor fremden Begehrlichkeiten zu schützen: «Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat» (Exodus 20,17). Zwar finden sich in den Gesetzestexten durchaus Bestimmungen zum Schutz des Viehs – nicht zuletzt wird den Arbeitstieren Anteil an der Sabbatruhe zugesichert (vgl. Exodus 23,12) – es scheint dabei aber weniger um das Wohl der Tiere an sich als vielmehr um die Erhaltung ihrer Produktivität für den Menschen zu gehen.

Und natürlich kann sich ein modernes Empfinden besonders an jenen Texten stoßen, welche die rituelle Schlachtung von Tieren rechtfertigen oder gar verlangen.

In dieser Hinsicht ist aber zweierlei festzuhalten: Zum einen belegt die alttestamentliche Opferpraxis paradoxerweise gerade die grundsätzliche Würde, die den Opfertieren im biblischen Zeugnis zuerkannt wird. Das priesterliche Auflegen der Hände, das Bekenntnis der Sünde und die anschließende Schlachtung oder Verbannung des Opfertieres lebt ja entscheidend vom Bewusstsein, dass diese Tiere als beseelte Geschöpfe den Platz des Menschen einnehmen können. Ein rein funktionales, mechanisches, oder ökonomisches Verständnis von Tieren würde deren stellvertretende Opferung gerade ausschließen.

Zum anderen aber bezeugt die Entwicklung des Opferverständnisses eine bemerkenswerte innerbiblische Lerngeschichte.

In der Verkündigung der Propheten wird vermehrt Kritik an der Opferpraxis geübt und betont, dass Gott keiner toten Tiere bedarf, sondern vielmehr an der Hingabe und Aufrichtigkeit der Menschen interessiert ist:

«Liebe will ich, und nicht Opfer!», ruft Gott im Hoseabuch aus (Hosea 6,6), während er dem Zeugnis des Propheten Jesaja nach geradeheraus fordert: «Hört endlich mit diesen nutzlosen Opfern auf!» (Jesaja 1,13). Das Töten von Tieren im Namen Gottes wurde also bereits innerhalb der biblischen Überlieferungen theologisch kritisiert und überholt.

Offene Wahrnehmung

Faszinierend im Blick auf die Wahrnehmung und Wertschätzung nicht-menschlichen Lebens ist schließlich auch das biblische Jesu von Nazareth. Unmittelbar auffallend ist, wie viele seiner Gleichnisse aus Beobachtungen der Natur hervorgehen. Die ganze Verkündigung vom Reich Gottes ist nur schwer denkbar ohne die vielfältigen Referenzen auf die Mitschöpfung: «Seht euch die Vögel unter dem Himmel an», ermutigt Jesus die Hörer der Bergpredigt, «und schaut auf die Lilien des Feldes» (Matthäus 6,26.28).

Ausdrücklich stößt der nazarenische Wanderprediger seine Nachfolger*innen dazu an, die nicht-menschlichen Lebewesen wahrzunehmen, an ihnen nicht achtlos vorüberzugehen, sondern sie als Manifestationen der Liebe und Fürsorge Gottes anzuerkennen.

Denn ohne zu säen und zu ernten und ohne ihre Scheunen zu füllen werden die Vögel doch vom himmlischen Vater ernährt. Und ohne zu arbeiten und für ihr Auskommen zu schuften, werden die Lilien vom Vater im Himmel doch königlich eingekleidet.

Zweifellos ist die Argumentation Jesu an dieser Stelle noch von einer Überbietungslogik geprägt: Wenn Gott sich um die Vögel schon derart liebevoll kümmert, wieviel mehr wird er sich dann um seine Menschenkinder kümmern? Und wenn Gott schon die Blumen so prachtvoll kleidet, wieviel mehr wird ihm dann die Versorgung des Menschen am Herzen liegen? In ähnlicher Weise beruhigt Jesus seine Jünger in Matthäus 10,29-31, wenn er auf den minimalen Verkaufswert von Sperlingen hinweist («Verkauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen?») – um dann klarzustellen, dass doch keiner von ihnen auf den Boden fällt, ohne dass der Vater im Himmel es bemerken würde. «Bei euch aber sind selbst die Haare auf dem Kopf alle gezählt, denn ihr seid noch viel kostbarer als Sperlinge!», lautet dann die Schlussfolgerung dieser Passage.

Dass wir dabei nur auf die den Menschen betreffende Pointe achten, ist verständlich. Es sollte uns aber nicht entgehen, dass diese Schöpfungsvergleiche auch die Aufmerksamkeit und Wertschätzung Gottes für die nichtmenschlichen Geschöpfe unmissverständlich festhalten – und dass sie gerade die Anhänger*innen Jesu anleiten, Gottes Wesen und Wirken in der Einzigartigkeit und Schönheit anderer Lebewesen zu entdecken.

Im Horizont der obigen biblisch-theologischen Beobachtungen entfalten die folgenden Blogbeiträge einige Einsichten zum Verhältnis des Menschen zu den nichtmenschlichen Geschöpfen. Dabei wird auch der aktuelle ökologische Diskurs um das «Anthropozän» und die Frage nach einer notwendigen «Dezentrierung» des Menschen mitberücksichtigt.

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10 Kommentare zu „Die wilde Schönheit der Schöpfung“

  1. „Zwar finden sich in den Gesetzestexten durchaus Bestimmungen zum Schutz des Viehs – nicht zuletzt wird den Arbeitstieren Anteil an der Sabbatruhe zugesichert (vgl. Exodus 23,12) – es scheint dabei aber weniger um das Wohl der Tiere an sich als vielmehr um die Erhaltung ihrer Produktivität für den Menschen zu gehen.“
    Die Mutmaßung ist m.E. falsch. Der Sabbat nimmt im AT eine exponierte Stelle ein und steht für die Ruhe und Erlösung durch Gottes Schaffen schlechthin. Diesen Umstand auf ein profanes, weltliches Interesse herunterzuziehen, wird der Bibel als Ganzes nicht gerecht.
    Doch ist es selbstverständlich so, dass die Erhaltung der Produktivität aus dem Sabbathalten wie von selbst als Teil des Segens Gottes, der aus der Einhaltung der Gebote entspringt, folgt.
    Gottes Fokus liegt aber vielmehr auf der Ruhe selbst, die der Sabbat verdeutlichen soll.

    „In der Verkündigung der Propheten wird vermehrt Kritik an der Opferpraxis geübt und betont, dass Gott keiner toten Tiere bedarf, sondern vielmehr an der Hingabe und Aufrichtigkeit der Menschen interessiert ist:“
    Daraus jetzt „Tierschutz“ zu folgern geht mir zu weit. Es wäre ja nicht so gewesen, dass vor der Auferstehung Jesu das Gesetz in diesem Punkt von Gott geändert worden wäre (vgl. hierzu auch Hebräerbrief).

    Ferner ein wunderbarer Vortrag von Siggi Zimmer zum „Gott der Wildesel“: https://worthaus.org/worthausmedien/gottes-antwort-an-hiob-hiob-vorlesung-teil-7-10-13-1/
    Spätestens gegen Ende wird klar, was es mit dem Thema „Tiere“ zu tun hat.

    1. Danke für die schnelle und hilfreiche Rückmeldung – ja, vielleicht vertrete ich hier eine allzu funktionalistische Deutung der Sabbatruhe. Als Symbol und Vorwegnahme des Heils ist der Sabbat sicher für Mensch und Tier mehr als nur eine Verschnaufpause im Arbeitsrhythmus. Inwiefern für die Autoren/Tradenten der Sabbatgebote dieser Aspekt im Blick auf die Tiere präsent war, ist wohl schwer zu beurteilen.

      1. Das Problem liegt doch eigentlich darin, dass der Sabbat nie wirklich gehalten wurde.
        Sonst hätten die Propheten das nicht immer wieder anmahnen müssen.
        Zur Zeit Jesu war dann das Problem, dass er zu „formal“ gehalten wurde.

        In beiden Fällen ist der wesentliche Punkt verkannt worden.
        Es geht darum, sich seiner Geschöpflichkeit bewusst zu werden; Gedanken an die „Mitgeschöpflichkeit“ der Natur und Tiere sollten dann folgen.

  2. Zu welchem Zweck wurden zu biblischen Zeiten eigentlich Sperlinge verkauft? Zum Essen? Als unterhaltsam zwitschernde Haustiere?
    Viele Grüße aus Leipzig (wo bis weit ins 19. Jahrhundert hinein Lerchen als Delikatesse galten. Als dann die Jagd auf Singvögel verboten wurde, erfanden Konditoren ein süßes Gebäck in Form einer Lerchen-Pastete – das heißt seither „Leipziger Lerche“.)

  3. Jürgen Friedrich

    Schöpfung, Schöpfungsgeschichte und ihre jeweiligen Interpretationen „fließen buchstäblich über vor lauter Ungereimtheit“. Darum hier eine Ergänzung:
    LEBEN denkt der Mensch beschränkt,
    das Leben sei ihm ja geschenkt.
    Dieser Irrtum wird verziehen,
    wenn DU einsiehst: NUR GELIEHEN.

    DAS LEBEN SELBST, was also Totes lebendig macht, existiert nur in der Gegenwart. Es ist Beweis dafür , dass Gott gegenwärtig ist.

  4. Claudius Zumbrunn

    Persönlich lasse ich mich von dem Satz: „Die Werke der Trinität sind nach aussen unteilbar“ leiten. Die Schöpfung als Werk das nicht aufteilbar ist – trotz Gottes Auftrag die Tiere zu benennen und durch bebauen und bewahren eine Ordnung zu schaffen . Da liegt meines erachten der Schlüssel. Solange der Mensch sich als geteilt von Gottes Schöpfung fühlt, denkt und handelt bleibt Gottes Schöpfungswerk fremd.
    Das Schloss zum Schlüssel ist das Gewissen wo die Naturgesetze, die Schöpfungsordnung für wahr gut und Schön wahrgenommen werden – oder eben nicht! Eine Entfremdung zur Natur, und seiner Schöpfungsordnung ist immer auch eine Entfremdung zu seiner Gewissensanlage, Empfindungen und seinen Werten, Normen und Autoritäten.

  5. Lieber Manuel
    Danke für deine Ausführungen. Sie regen mich gerade sehr für die aktuelle Predigt zum Erntedankgottesdienst an. Ich finde es spannend, wenn auch nur im groben Überblick diese biblischen Perlen zu entdecken. Oft wird ja dem Christentum vorgeworfen, dass es zu anthropozentrisch sei. Für die Kirchen- und Auslegungsgeschichte mag das in weiten Teilen sogar zutreffen. Dein Überblick zeigt aber meines Erachtens, dass es noch ganz andere Aspekte zu entdecken gibt.
    Spannend fände ich in den weiteren Teilen eine Auseinandersetzung mit dem bekannten Narrativ, dass die biblische Schöpfungsgeschichte mit dem Auftrag des Dominium terrae (Gen 1, 28) eine Hauptquelle für die Ausbeutung der Erde und die ökologische Krise sei.

    1. Danke Uwe für die Rückmeldung – und ja: Die Auseinandersetzung mit dem sog. Herrschaftsauftrag kommt noch – in meinem vierten Beitrag in dieser Serie. Ich kann ihn dir vorweg schon schicken, falls du nicht mehr so lange warten magst…;-)

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