In dieser Folge von Ausgeglaubt gehen Manuel und Stephan einer auffälligen Sehnsucht nach: der Hoffnung, das Christentum könne noch einmal wachsen, sichtbar werden, Menschen gewinnen.
Ausgangspunkt ist die viel diskutierte Studie der Bible Society, die nach methodischer Kritik zurückgezogen werden musste. Doch die eigentliche Frage bleibt: Warum berührt uns das Thema Wachstum überhaupt so sehr? Was versprechen wir uns davon – gesellschaftliche Relevanz, geistliche Lebendigkeit, Bestätigung des eigenen Glaubens? Und was sagt es über das Christentum der Gegenwart, wenn sich religiöse Praxis immer stärker individualisiert: wenn Menschen sich über Bücher, Podcasts, YouTube-Videos und lose geistige Bezugssysteme orientieren, ohne sich dauerhaft an eine Gemeinde zu binden?
Manuel und Stephan diskutieren, ob christlicher Glaube auf Dauer ohne verbindliche Gemeinschaft auskommt, was Kirche jenseits von Zahlen und Erfolgsfantasien eigentlich ausmacht und weshalb Faszination nicht durch Strategien allein entsteht. Eine Folge über die Zukunft des Christentums zwischen persönlicher Sinnsuche, gemeinschaftlicher Praxis und der Frage, was Glauben heute wirklich anziehend macht.
Weiterführende Beiträge
-
Stille Erweckung: Wunsch oder Wirklichkeit?: Einordnender Text zur Debatte um ein mögliches «Quiet Revival» und zur Frage, wie belastbar solche Hoffnungen sind.
-
Das Christentum nach der Selbstverständlichkeit: Stephans Beitrag über ein Christentum, das seine gesellschaftliche Selbstverständlichkeit verloren hat – und darüber, was daraus folgt.
-
Silent Revival: Rennen uns junge Menschen jetzt die Kirchentüren ein?: Reflex-Podcastfolge zur Frage, ob hinter dem Schlagwort «Silent Revival» mehr steckt als ein medialer Trend.






2 Kommentare zu „Doch kein Revival? Wie sich das Christentum verändert“
Darf ich die Folge mal überspitzt zusammenfassen?
Die Kirche wächst doch nicht, aber wir brauchen sie als günstige karitative Dienstleistung durch Menschen, die kaum selbst von dem, was sie tun, begeistert sind, und wenn doch, wirkt es suspekt.
Ich denke nicht, dass dies eine faire Zusammenfassung ist, aber eben auch nicht so unfair, wie sie in einer ersten Reaktion wohl wirkt.
Mich würde Eure Reaktion darauf sehr interessieren, denn ehrlich, das kann es ja wohl nicht gewesen sein.
Liebe Grüsse, mit einem Augenzwinkern.
Hallo liebes Team von Ausgeglaubt,
Ich melde mich als ehemaliger Mitarbeiter der evangelischen Kirche in Deutschland. Es war für mich gar nicht so einfach, Kirche beruflich zu verlassen, ab einer gewissen Einkommensebene ist das ja auch eine gute Existenzgrundlage und das gilt wohl für viele beruflich aktive Mitarbeiter ab dem Einkommensbereich Pfarramt. Ab einem gewissen Alter bist du dann nicht mehr so leicht vermittelbar in andere Bereiche der Wirtschaft, da ziehst du das eben durch.
Welchen Einfluss hat das mit Blick auf Rückbau und Umbau der Kirche, das loslassenkönnen von Privilegien, die man für gerechtfertigt hält, da man ja ein Studium und Berufsjahre erreicht hat. Die staatliche Versorgung für Stellen im wissenschaftlichen Lehrbereich, das wollen die Stelleninhaber nicht aufgeben müssen. Egal was mit Kirche sonst passiert, das glit auch für die beamtenähnliche Versorgung auf den unteren Rängen der verwalteten Kirche.
Was hat das auf euch für einen Einfluss, ihr würdet auch ungern für 5000,-€ im Monat arbeiten gehen, davon gehe ich aus.
Mich würde mal eine Folge über berufliche Zwänge innerhalb der Volkskirchen durch die Versorgung der Volkskirche für ihre Hirten interessieren.