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 Lesedauer: 3 Minuten

Was der Regenbogen wirklich bedeutet

Manchmal echauffieren sich konservative Christ:innen darüber, dass die LGBTQ-Community den Regenbogen als Symbol für sich beansprucht. Es sei doch ein Zeichen aus der Bibel, und zwar ein Zeichen, dass Gott Frieden mit den Menschen geschlossen hat. So eine Anmassung, dass es jetzt ausgerechnet für Queerness steht!

Aber wenn man die Geschichte mit dem Regenbogen in der Bibel genauer nachliest, müsste man eigentlich zu einem ganz anderen Schluss kommen.

Ein Knoten im göttlichen Taschentuch

Der Regenbogen kommt in der Arche-Noah-Geschichte vor. Gott lässt die ganze Welt überschwemmen, weil Gott über das schlimme Verhalten der Menschen so enttäuscht ist.

Eine Katastrophe. Alle sterben – ausser Noahs Familie, die sind ja in dem Schiff.

Am Ende der Geschichte sagt Gott, dass Gott das nie mehr machen wird – alle Menschen und alle Tiere vernichten. Und das Symbol dafür ist eben der Regenbogen.

Das Spannende daran ist, dass er nicht primär ein Zeichen für uns Menschen ist, sondern für Gott selbst. Es heisst in dem Bibeltext, dass Gott sich daran erinnern will, wenn Gott den Regenbogen sieht, dass so etwas nie mehr passieren soll.

So wie ein Post-it oder ein Knopf im göttlichen Taschentuch oder sonst ein Reminder – und zwar in erster Linie für Gott selbst!

Gott erzählt das einfach Noah und seinen Kindern. Damit sie wissen, dass sie sicher sind, dass sie sich entwickeln und wohl fühlen können auf der Welt. Interessant, oder?

Ein Zeichen für den Frieden

Der Regenbogen ist aus dieser Geschichte in der Bibel zum Zeichen für den Frieden geworden. 1913 wurde er das Symbol für den Weltfriedenskongress, nicht zuletzt auf Initiative eines amerikanischen Pfarrers.

Als ich neulich wieder einen Tweet gelesen habe, wo sich jemand über die Regenbogenflagge aufgeregt hat, dachte ich:

Liebe Christ:innen, nehmt doch dieses Symbol endlich mal ernst.

Der Regenbogen als Reminder für den Frieden.

Wie es Gott in dieser Geschichte getan hat: Ein Reminder, hinzuschauen und zu sehen, dass das, was passiert ist, schlimm war. Der kirchliche Umgang mit queeren Menschen hat viele von ihnen das Leben gekostet – sei es durch Mord oder Suizid. Und das geschieht leider heute noch.

Die Regenbogenflagge in der Öffentlichkeit ist in diesem Sinne auch ein Zeichen, dass sich queere Menschen endlich nicht mehr verstecken müssen.

Die Zeiten sollten vorbei sein, in denen sie Angst um ihr Leben haben müssen.

Das Leid soll ein Ende haben

Es wäre doch schön, wenn alle Christ:innen das unterstützen würden; viele sehen das bereits so. Wenn wir den Regenbogen als Erinnerung betrachten, als Knopf im Taschentuch, dass Schluss sein soll mit dem vielen Leid.

Dass alle sich entwickeln und sich wohl und sicher fühlen dürfen in unserer Gesellschaft. Auch queere Menschen, und auch wenn sie es mit Christ:innen zu tun haben, im Alltag oder in der Kirche.

Ich freue mich, wenn du dieses Video teilst oder einen Kommentar dazu schreibst. Du kannst auch gerne einfach ein Regenbogen-Emoji darunter setzen 😊

4 Kommentare zu „Was der Regenbogen wirklich bedeutet“

  1. Super, der Knoten im göttlichen Taschentuch sollte auch uns zu einem Knoten werden.
    Der Regenbogen erscheint nicht nur am Anfang der Geschichten Gottes und der Menschen, sondern auch am Ende. Im Buch der Offenbarung findet sich im vierten Kapitel eine Vision vom Thron Gottes, der von einem Regenbogen umgeben ist. Du triffst es voll, liebe Evelyne, Tag und Nacht erinnert sich Gott daran, dass er mal eine echte Lernerfahrung gemacht hat.
    Denn der Clou bei Noah und Co. ist, dass Gott sich selbst korrigiert. Er bedauert etwas, das er getan hat, nämlich die Erde zu fluten. Und er verspricht, so etwas nie mehr zu tun.
    Der Regenbogen als unser Erinnerungszeichen dafür, dass die Diskriminierungen, Ausgrenzungen und Verletzungen, die wir einander zufügen, überhaupt nicht lebensdienlich sind. Ein Zeichen des Bedauerns und der Umkehr: Wir wollen und werden anders weitermachen als bisher. Befreit und ermächtigt durch Gottes Regenbogen.

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