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Ostern ist keine Privatsache!

Ausgehend von persönlichen Beobachtungen und Erlebnissen fragen sie, was verloren geht, wenn Ostern auf individuelle Gefühle, innere Erbauung oder ein vages Bild von Neubeginn reduziert wird. Denn die österliche Botschaft, so ihre These, zielt nicht zuerst auf das Schicksal des einzelnen Menschen, sondern auf die Wirklichkeit als Ganze: auf die Welt, wie sie ist, und auf die Welt, wie sie sein könnte.

Dabei geht es um die Spannung zwischen zwei Logiken. Auf der einen Seite steht die Welt des Karfreitags: eine Ordnung, die von Gewalt, Angst, Macht und Opfermechanismen geprägt ist, in der sich oft die Stärkeren durchsetzen und die Schwächeren verlieren. Auf der anderen Seite steht Ostern als Widerspruch gegen genau diese Alternativlosigkeit. Manu und Stephan diskutieren das Reich Gottes als einen durch Ostern eröffneten Möglichkeitsraum, der nicht mit christlichem Machtanspruch oder Rückzug in Parallelwelten verwechselt werden darf, sondern als reale Unterbrechung der herrschenden Verhältnisse zu denken ist. Selbst das Unser Vater erscheint so als Einübung in Widerstand: Dein Reich komme ist keine fromme Floskel, sondern eine Hoffnung gegen den Augenschein.

Besonders eindringlich wird die Folge dort, wo sich der Blick von der biblischen Ostererzählung auf die Gegenwart richtet. Die Reaktionen der Jünger nach der Kreuzigung – Angst, Opportunismus, Resignation – wirken erstaunlich vertraut. Gerade deshalb interessiert Manu und Stephan, was durch Ostern neu in die Welt kommt: die Kraft, sich nicht von den bestehenden Logiken einsperren zu lassen, sondern anders zu handeln. An aktuellen Beispielen zeigen sie, wie Vergebung, Liebe und kreative Unterbrechung dort aufscheinen, wo eigentlich Hass, Vergeltung oder Zynismus zu erwarten wären. Ostern erscheint so nicht als sentimentale Privatangelegenheit, sondern als politischer und spiritueller Stachel, der die Fantasie wachhält und Menschen dazu befähigt, dem Bestehenden nicht einfach das letzte Wort zu überlassen.

Eine Folge über die Macht der Auferstehung, über Widerstand gegen Gewaltlogiken, über das Reich Gottes als Möglichkeitsraum und über die Frage, warum Ostern die Welt angeht.

Weiterlesen und Weiterhören zu Ostern bei RefLab

  • Zur theologischen Grundfrage: «Die Auferstehung – Ärgernis oder Hoffnung?» (Ausgeglaubt) – Eine Folge über die Zumutung der Auferstehung im modernen Weltbild und über die Frage, ob und wie heute noch von Auferstehung gesprochen werden kann.
  • «Ich glaube nicht, dass das Grab von Jesus leer war» (Ausgeglaubt) – Eine ältere, aber nach wie vor spannende Diskussion über leeres Grab, leibliche Auferstehung und die Frage, woran sich christliche Hoffnung eigentlich festmacht.
  • Zur Deutung von Ostern: «Ostern als Mythos» (Evelyne Baumberger) – Ein Text über Ostern als Geschichte, die sich nicht einfach rational auflösen lässt, sondern tiefer wirkt: als Mythos im besten Sinn, der berührt, verwandelt und immer neu erzählt werden will.
  • «Ostern brauchen wir nicht» (Stephan Jütte) – Eine eigensinnige und starke Osterdeutung gegen fromme Motivationsrhetorik: Ostern nicht als Selbstoptimierung, sondern als Hoffnung für jene, die gerade nicht mehr können.
  • Zum existenziellen Zugang: «Anleitung für Ostern» (Janna Horstmann) – Ein sehr persönlicher Text über Überleben, Unvollständigkeit und kleine Auferstehungsmomente mitten im wirklichen Leben.

 

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2 Gedanken zu „Ostern ist keine Privatsache!“

  1. Lieber Manu und lieber Stefan, das fand ich eine starke Sendung. Da wurde deutlich, das Ostern nicht nur Frühlingsblümchen sind, die doch wieder verwelken, sondern ein Sprengkraft hat, die menschliche Vorstellungen übersteigt. Vor allem die Interpretation des “Vater Unser” im Hinblick auf Ostern hat mir sehr gefallen und dazu geführt, dass meine inneren Bilder Veränderung erfahren. Danke! Frohe Ostern!

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  2. Lieber Manu, lieber Stephan, herzlichen Dank für die wunderbare Einstimmung auf Ostern 🙂

    «Das Kreuz ist das Symbol der Materie. Auf den zwei Balken des Kreuzes, auf Zeit und Raum, ist der Weltgeist, der Logos, Christus gekreuzigt. Im Schnittpunkt der zwei Kreuzesbalken ist die absolute Gegenwart. Zeit und Raum vereinigen sich dort. Für uns verkörperte Geister ist dieser Punkt, die absolute Gegenwart, die einzige Möglichkeit, die Erlösung, die Befreiung noch im Körper zu erlangen. Sonst sind wir in Zeit und Raum «gekreuzigt». Wenn es uns gelingt, in der absoluten Gegenwart mit absolutem Bewusstsein auszuharren, dann sind wir von der «Kreuzigung» in Zeit und Raum befreit. Dann sind wir in der Ewigkeit auferstanden.» (Elisabeth Haich)

    Weil Gott Liebe ist, muss das Reich Gottes das Reich der Liebe sein. Cool, wir alle sind Kinder Gottes! Und Jesus Christus zeigt auf den holprigen Weg mit der schwierigen Botschaft: „Liebe deinen Nächsten“. Leider ein langer und leidvoller Weg, mit der «Kreuzigung», aber mit der «Auferstehung» als lohnenswertes Ziel – im Reich der LIEBE.

    Jesus der Mensch, unser Bruder und Lehrmeister, der auferstandene Christus, der an Ostern zu Gott geworden ist. Damit verbindet die Ostergeschichte, die vergängliche Welt – die Mutter Schöpfung – mit dem Vater – mit dem Schöpfer – mit der Ewigkeit. Nun, auch wir werden diese Brücke «überleben» damit wir durch die Gnade Gottes in sein Reich zurückkehren dürfen.

    Eigentlich kann uns Ostern jederzeit passieren: «… Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten… Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde, Uns neuen Räumen jung entgegen senden, Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden, Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!» schrieb Hermann Hesse in „Stufen“.

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