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Ich glaube nicht, dass das Grab von Jesus leer war

Ob das Grab Jesu nach der Auferstehung leer war oder nicht, ist für Stephan theologisch nicht wichtig. Aber kann Jesus wirklich auferstanden sein, wenn sein Leib zugleich im Grab verrottete?

Manuel jedenfalls hält eine leibliche Auferstehung und ein leeres Grab für plausibler. Beide sind sich aber einig, dass es einen fundamentalen Unterschied zwischen einer Totenauferweckung und der Auferstehung gibt – und dass die Auferstehung die christliche Hoffnung begründet.

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16 Kommentare zu „Ich glaube nicht, dass das Grab von Jesus leer war“

  1. Pater Brown

    Ein gelungener Coup! Gratuliere! Könnte als Osterpredigt durchgehn.
    Ja, die Auferstehung birgt viele Geheimnisse.- An vielen Stellen im NT wird ja auch das Neue des Christseins betont. Wir leben einerseits in einer neuen Realität und viele Menschen (Christen) leiden andererseits auch unter der Corona-Krise (nicht mehr von, aber noch in der Welt).
    In dem Sinne frohe Ostern euch beiden!

  2. August Elsensohnn

    Real an den Dingen ist das, worüber wir verfügen können (möchten), wirklich hingegen das, was sich unserer Verfügungsgewalt widersetzt, was auf uns einwirkt und uns verändert.
    Frohe Ostern!

  3. Roland Portmann

    Super: würde und haben ich auch schon so gepredigt!
    Den Vergleich mit der Pornographie als distanzlosem Voyeurismus finde ich passend!
    Wieder einmal mehr: Danke euch beiden!

  4. Sehr spannender Podcast! Ich sehe vieles sehr ähnlich. Allerdings sind für mich das leere Grab und “der Auferstehungsleib” keine Widersprüche. Wie das möglich ist, das fällt genau in das Geheimnis, das ihr so treffend beschrieben habt. Für mich ist das Festhalten am leeren Grab nicht nur eine Frage meines subjektiven Glaubens, sondern ebenso im Textbefund der Evangelien begründet, als auch im jüdischen Kontext und der fehlenden Reaktion der Gegner. Sowohl die jüdischen Gegner, als auch die römischen Machthaber hätten doch gegenüber dem entstehenden Osterglauben den Leichnam Jesu entgegen halten können, wenn das Grab voll war. Aber genau dafür finden wir keinerlei Spur…..

  5. Angela Wäffler-Boveland

    Hallo Ihr zwei
    vor mehr als 40 Jahren bin ich in meiner neutestamentlichen Proseminararbeit zu dem Schluss gekommen, dass es das “leere Grab” so nicht gegeben haben kann. Ich habe erst Rotz und Wasser geheult, bis ich für mich den Weg gefunden habe, auch das “leere Grab” (die letzte Bastion meines Kinderglaubens) als Narrativ zu verstehen. Seither bin ich zu sehr ähnlichen Schlüssen gekommen wie Stephan und rede darum konsequent nur noch vom “offenen Grab”, was alle möglichen Narrative zulässt und kann damit sehr fröhlich die Auferstehung Christi und unser aller feiern – auch und gerade mitten in Corona-Bedrängnissen. Und ich werde am frühen Ostermorgen an alle Menschen denken, mit denen gemeinsam ich die Auferstehung feiere

    1. Stephan Juette

      Das offene Grab ist spitze! Vor allem weil es auch den Descensus offen lässt 😉 Herzlicher Gruss!
      Stephan

    2. Anita Ochsner

      Ich hatte da ein Erlebnis mit meiner Mutter am offenen Sarg im Aufbahrungsraum der Kirche. Sie wollte ihn nochmal besuchen. So traten wir ein in diesen Raum, sahen, ich dachte sie will nochmals mit ihm sein, sich besinnen schauen.. Doch nach kürzester Zeit meinte sie: “chumm mir gönd.” Das war alles. Und mir war, hier ist er nicht mehr zu be-suchen. Das Grab – der Sarg – ist leer. Der Leichnam liegt wohl hier doch das ist nicht das was sie / wir suchten. Da kam mir eben dieser Spruch: aus dem Evangelium “… den Lebenden nicht unter den Toden suchen..” Ich glaube an diese Erscheinungen von Jesus. Die Emmaus Brüder erkennen ihn erst beim Brot brechen. Und andere.. Eine Hilfe ins Leben zu gehen, mit Jesus Christus seiner Lehre … dass alles wirklich ist.
      Zeigt dieses Ereignis nicht auch dieses auf, dass wenn wir Trauern, weiter ins Leben gehen sollen. Bleibt nicht im Totenreich… Oder und, “da wo 2 oder 3 in meinem Namen zusammen sind, bin ich mitten unter ihnen”. Jesus ist wahrhaftig auferstanden. In einer Osterliturgie wird das 3 mal “gerufen”. Dürfen wir auf eine Auferstehung nach dem Tod hoffen? Die einen sagen: Tot ist tot. Andere glauben an die Auferstehung nach dem Tod. und was steigt denn auf, als die Seele?

  6. Die Deutung, dass Gott uns nach dem Tod neu erschaffen wird, hat uns schon vor 50 Jahren Werner Kramer im Religionsunterricht des Evangelischen Seminars Unterstrass vorgetragen. Ein schönes Konstrukt, das einzig zum Ziel hat die christliche Dogmatik zu retten. Das war wohl auch das Ziel dieses Gesprächs. Der Titel «Ausgeglaubt» müsste mit Fragezeichen ergänzt werden, und mit dem Satz: «Wenn ja, Rettung naht!» Ob dazu die nun schon wieder erwähnte Pornografie helfen kann? Sie scheint wichtig. Alle aufgeführten theologischen Positionen sind längst bekannt, in dieser Hinsicht war es eine gute Zusammenfassung, einige wurden allerdings etwas abschätzig behandelt. Auch das ist nicht neu, hilft aber nicht weiter. Und vor allem: Ist der Glaube an die Auferstehung tatsächlich darum wichtig, weil ich dann einen Hinweis auf meine persönliche Erlösung oder Neuerschaffung nach dem Tod hoffen kann? Das tönt nach Erlösungsegoismus, rein Paulinisch. Ist es auch Jesuanisch? Ich meine Nein. Dort wäre nach neuen Horizonten zu suchen.

    1. Stephan Juette

      Mir jedenfalls geht es nicht darum, alte Dogmatik zu retten, sondern den Auferstandenen, Christus, als Bote des ganz Neuen zu verstehen. Immer im Andenken, dass ich ihn nicht zu fassen bekomme. Wie stellen Sie sich das vor?

  7. Ein alter Theologe schrieb schon vor langer, langer Zeit: «Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich.» (1. Korinther 15,14)
    Das Argument hat schon etwas für sich. Und ich glaube, ich stehe auf theologiegeschichtlich einigermassen sicherem Boden, wenn ich behaupte: Paulus meinte das körperlich (in Ihrer Diktion: pornografisch), nicht nur symbolisch (sprich erotisch).

  8. Die Hoffnung und Zuversicht von Ostern ist die Zusage, dass Liebe und Hingabe nicht umsonst sind. Damals wurde ER nicht erkannt, mit dem Gärtner verwechselt. Ostern stellt uns heute vor die Aufgabe, IHN zu erkennen, seinen Willen zu erfassen und ihm zu dienen

  9. Jürg Baumgartner

    Lieber Stephan, lieber Manuel
    Erst mal herzlichen Dank für diese heiter-besinnlichen Hörmomente! Mit vielen bekannten Positionen und auch einigen überraschenden Momenten. In meinen Ohren und meine Augen ist ja “Glauben” mehr im Sinne von “Vertrauen auf..” als im Sinne von “Für Wahr halten, dass..” zu verstehen, und damit implizit immer ein Beziehungsgeschehen, auch wenn das “Du” in diesem Beziehungsgeschehen eine (oder mehrere) dieser wunderbar verrückten Geschichten des Neuen Testamentes ist (oder sind). Was machen diese Geschichten mit mir, was lösen sie bei mir aus, wozu und wohin wollen sie mich bringen? Das ist in euerem Gespräch doch immer wieder hörbar geworden, und dafür danke ich Euch beiden ganz herzlich! Mich bringen diese Geschichten vom leeren Grab und den Begegnungen mit dem Auferweckten in ihren Ambivalenzen dazu, mein Verständnis von Wirklichkeit (en) zu überdenken und weiter und spielerischer werden zu lassen in Richtung auf Verwandlung, Transformation dieser fertig vermessenen und entzauberten Wirklichkeit hin auf “neu sich ereignende” schöpferische Energie und eine neue Lebendigkeit, die sich mit den “alten” Kategorien gar nicht erfassen, sehen und begreifen lässt – und auch nicht weg-erklären lässt. Auf dieses schöpferische, neu lebendig machende Kraft lässt sich hoffen und vertrauen, im Leben und im Sterben, und weit über den Tod hinaus! Mit herzlichem Gruss und Dank! Jürg B

    1. Stephan Juette

      Lieber Jürg!
      Herzlichen Dank für dieses schöne und nachdenkliche Feedback! Ich wünsche dir einen guten Wochenstart und alles nötige Vertrauen 🙂 Herzlich! Stephan

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