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Zugabe: Das Glaubensbekenntnis (Teil 1)

Der Gang durch die mächtigsten Texte der Bibel wurde mit der letzten Folge über das Buch der Offenbarung beendet. In dieser Zusatzfolge nehmen sich Stephan und Manuel das sog. «Apostolische Glaubensbekenntnis» vor. Es ist das berühmteste und verbreitetste Bekenntnis des christlichen Glaubens – und es versucht letztlich, die Botschaft der Bibel in einigen Sätzen zu verdichten. Die Reformierten Kirchen in der Schweiz haben eine spannungsvolle Geschichte mit dem Apostolikum – sie verstehen sich seit den Bekenntnisstreitigkeiten im 19. Jahrhundert als «bekenntnisfrei». Manuel und Stephan diskutieren über die Bedeutung des Bekenntnisses für ihren Glauben, über das, was sie stark finden und das, was ihnen dort fehlt… Natürlich schaffen sie es nicht durch das ganze Bekenntnis durch, so dass ihr euch auf einen weiteren Teil freuen dürft…;-)

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4 Kommentare zu „Zugabe: Das Glaubensbekenntnis (Teil 1)“

  1. Zur Jungfrauengeburt: Wie sollen wir uns das vorstellen? Der biblische Bericht ist leider etwas wortkarg. Man geht auch davon aus, dass da vor allem eine ungenaue Übersetzung in der Septuaginta das Zepter führte. Die Verfasser der neutestamentlichen Geburtsgeschichte lasen in dieser irreführenden Übersetzung bei Jesaja 7,14 „Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen“ (korrekt übersetzt müsste es heissen „Seht, die junge Frau wird ein Kind empfangen“) und sahen darin eine Prophezeiung auf die Geburt des Messias. E voilà, schon war die Jungfrauengeburt geboren. Wie das genau vonstatten gehen sollte, darüber zerbrach man sich damals nicht den Kopf, waren doch solche Geburten im Altertum keine Seltenheit. Verschiedene Helden und Heroen wurden jungfräulich empfangen und geboren, u. a. auch Platon, der nur scheinbar der Sohn seines Vaters war, in Wahrheit aber vom Gott Apollon gezeugt wurde. Jungfrauengeburt gab es damals einfach, genauso wie Einhörner und fliegende Drachen. Hübsch ist die Geburtsgeschichte Buddhas, die etwas genauer Auskunft gibt, wie man sich eine jungfräuliche Empfängnis und Geburt vorstellen kann. Darum erlaube ich mir, hier die Story gleich anzufügen, wie Wikipedia sie erzählt:

    „Maya war die Gemahlin des Königs Śuddhodana vom Stamm der Shakyas in Kapilavastu und die leibliche Mutter Buddhas. Nachdem der Ehe mit König Śuddhodana 20 Jahre lang keine Kinder beschieden waren, träumte Maya in einer Vollmondnacht, dass sie von himmlischen Geistern (devas) zu einem See in den Bergen des Himalaya entführt werde; nach einem Bad im See sei sie von den devas in himmlische Gewänder gekleidet, mit kostbarem Parfum besprüht und mit Blütenblättern bestreut worden. Im Schlaf sei ihr ein weißer Elefant mit einer Lotosblüte am Stoßzahn erschienen, der sie dreimal umkreist hätte und dann durch ihre rechte Seite in sie eingedrungen sei. Später sei der Elefant verschwunden, doch nach dem Erwachen habe sie gewusst, dass ihr etwas ganz Besonderes widerfahren sei, denn Elefanten – speziell weiße – gelten in Asien als Verkörperungen bzw. als Symbole von Macht und Auserwähltsein.
    Nach zehnmonatiger Schwangerschaft soll sie eine Reise zu ihrem Elternhaus nach Devadaha angetreten haben, um dort zu entbinden, doch bereits auf halbem Weg dorthin habe sie bei der heutigen Stadt Lumbini (Nepal) – stehend und sich an den Zweigen eines Salbaumes (Shorea robusta), der in alten Schriften häufig mit einem Ashoka-Baum (Saraca asoca) verwechselt wurde, festhaltend – einen Sohn, dem man den Namen Siddhartha gab, geboren. Gemäß der Überlieferung soll die Geburt durch die rechte Seite Mayas erfolgt sein; sieben Tage nach der Geburt starb sie.“

    Das Ende ist etwas traurig. Zum Glück durfte Maria etwas länger leben, nachdem sie den christlichen Heros geboren hat.

  2. Wieder einmal ein tolles Podcast, bei dem ich viel gelernt habe!
    Interessant fand ich auch, dass es plötzlich um die Diskussion Liberal vs. Positiv ging…und dann um die Diskussion Landeskirche- Freikirche…
    Interessant auch: Das Ringen vor ein paar Jahren in der Zürcher Landeskirche, mögliche Bekenntnisschriften wieder einzuführen oder mindestens zu diskutieren, was kläglich gescheitert ist; Und wir sind somit eine der einzigen Kirchen ohne Bekentnissschriften! Aber dazu wüsste Matthias Krieg mehr zu berichten!
    Zwei Katholiken Hans Küng und David Steindl-Rast haben mir das CREDO mit ihren gleichnamigen Büchern wieder näher gebracht: hier wird das Credo nicht als historisch zu glaubende Wahrheit gelesen, sondern auf einer geistlichen Ebene reflektiert.
    Aber grundsätzlich zum Podcast: Wie immer toll gemacht und super Diskussion! Für mich Aus-und Weiterbildung zu gleich! Danke!

  3. Hallo zusammen,
    es gefällt mir, euch zuzuhören, wenn ich auch viele eurer Statements nicht (ganz) teile. Ein paar Anmerkungen:

    Ihr habt festgestellt, dass die Schöpfungsgeschichte einen Rückschluss auf andere Player als Gott zulässt. Solche mit einer Eigenmacht und einer Eigendynamik. Ja, sehe ich auch so. Ich wurde gelehrt, dass die Schöpfungsgeschichte aus Genesis die Geschichte einer Zurückweisung von bereits vorab existenten Chaosmächten ist, die Erde also viel älter sein kann. Wichtig wäre für mich allerdings noch ein Hinweis, dass Gott auf der Ebene seiner Allmacht niemand auf Augenhöhe begegnen kann – sofern Gott ihm nicht Möglichkeit dazu überlässt. Diese Freiheiten kann er aber auch wieder einkassieren.

    Zur Gotteszeugung Jesu (auch Jungfrauengeburt genannt): Der Mensch, der nicht zufriedenstellend naturwissenschaftlich erklären kann, wie die zweigeschlechtliche Sexualität in ihrer Komplexität überhaupt entstanden ist, will ganz genau wissen, dass es mit der Inkarnation des Gottessohns biologisch so nicht funktioniert haben kann! – Und die systematisch-theologische und philosophische Folgerung daraus wäre: Dann wurde Gott nicht Mensch! Und zwar in dem Sinne, dass er persönlich-leibhaftig seine für uns transzendente Welt verlassen hat und in unsere kaputte Welt hinabgestiegen ist. Was für ein Verlust!

    Zur Definition „Hölle ist da, wo Gott nicht ist“. Das ist eine philosophische Setzung, die nicht mit dem AT und dem NT vereinbar ist. Ps. 139,8: ..bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da. Röm. 14,9 Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, dass er über Tote und Lebende Herr sei.

    Soviel mal.
    Gruss Tobias

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