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Vergebung

Der Nachfolgeroman von William Paul Young spielt im Todestrakt eines Gefängnisses. Wie schon in «Die Hütte» werden grosse theologische Fragen mit den Werkzeugen eines Romans angegangen. Wie überzeugend gelingt das?
Reue ist leise. Öffentlichkeit ist laut. Was passiert, wenn beides aufeinanderprallt? Wenn Geständnisse vor Kameras fallen, wird Schuld medial verhandelt – aber wird sie auch überwunden?
In einer bewegenden Rede hat Erika Kirk dem Mörder ihres Ehemannes öffentlich Vergebung zugesprochen. Manuel und Stephan nehmen diesen Moment zum Anlass, über die Kraft wie auch über das Missbrauchspotenzial von Vergebung zu sprechen.
Oft wird diese Zeile missbraucht, um Menschen zur Vergebung zu zwingen. Sind wir verpflichtet, anderen zu vergeben – egal, was sie getan haben?
Statt für «Evangelium», für die «gute Nachricht», sorgt die Kirche laufend für «bad news». Dabei würde sie ein altes Konzept bestens kennen, um mit eigenen Fehlern umzugehen: Busse tun.
Die Kanzlerin bittet die Bürgerinnen und Bürger an einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz letzten Mittwoch um Verzeihung. Nicht einfach mit einem beiläufigen «Sorry.», sondern mit einer veritablen Schuldübernahme. Die geplante Osterruhe sei ein Fehler gewesen, für den sie allein die Verantwortung trage. Man kann darin ein Zeichen demütiger Selbstbescheidung erkennen aber auch eine neue Form personalisierter Machtpolitik.
Ein Gespräch mit dem kolumbianischen Schriftsteller und Theologen Juan Esteban Londoño.

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