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Gender und sexuelle Orientierung

Heute folgt das grosse Gender-Gaga-Finale: Rhea und Fabienne sprechen über sexuelle Orientierung. Rhea stellt gleich zu Beginn klar, dass geschlechtliche Identifikation und sexuelle Orientierung zwei verschiedene Dinge sind. Während die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Aspekten von Geschlecht (siehe dazu „Gender-Gaga, Klappe die Zweite“) sich auf das eigene Körper-Erleben fokussieren, geht es bei sexueller Orientierung um die Frage, wie wir Anziehung und Beziehung zu unseren Mitmenschen erleben.

Rhea bringt dazu Bücher zu zwei sexuellen Orientierungsmöglichkeiten mit, die für them untergehen: Bisexualität und Aromantik/Asexualität. Anhand des Buchs „The Bi-Ble“ (in Anlehnung an, na ihr wisst schon) diskutieren Rhea und Fabienne darüber, wie es Menschen geht, deren sexuelle Anziehung von dem abweicht, was als „normal“ gilt. Denn bloss weil eine Mehrheit der Gesellschaft sich in monogamen, heterosexuellen Beziehungen befindet, heisst das nicht automatisch, dass nur diese Form von sexueller Orientierung und Beziehung die einzig Richtige ist.

Die Essays verschiedener bisexuell empfindender Menschen verdeutlichen für Fabienne, wie sprachlos unsere Gesellschaft bis heute bei sexueller Vielfalt ist. Oft erleben queere Menschen ihre sexuelle Orientierung nämlich nicht als Belastung, sondern vielmehr die Tatsache, dass es so wenige Vorbilder und Worte für ihre Empfindungen gibt – etwas, was beispielsweise die queere Publizistin, Philosophin und Journalistin Carolin Emcke mit „Wie wir begehren“ bewusst verändern wollte.

Wer jetzt denkt: „Ich bin heterosexuell, geht mich doch nix an!“ verpasst die Gelegenheit, Nuancen von Sexualität kennenzulernen, die in der Grundschulaufklärung zwischen Besenstiel und Kondom untergegangen sind. Anziehung muss gar nicht immer sexuell sein, wie das Beispiel von Aromantik/Asexualität illustriert: Wir alle kennen die Zuneigung zu Freund:innen oder Menschen, mit denen wir super gerne kuscheln, kreativ arbeiten oder philosophieren – ohne dass man deswegen das Bedürfnis verspürt, die Person zu küssen oder auszuziehen.

Hier hilft die Sprache für verschiedenste Formen von Anziehung, sich über die verschiedenen Connections Gedanken zu machen, die man zu Menschen haben kann. Am Ende profitieren alle, wenn wir die sexuellen Selbstverständlichkeiten hinterfragen, mit denen wir aufgewachsen sind. Allerdings ist es der Verdienst der queeren Community, dass es überhaupt eine solche Sprache gibt. Für eine heterosexuelle Mehrheit sollte das nicht nur Inspiration sein, bei der man sich bedienen darf, sondern auch Erinnerung, dass queere Stimmen Gehör und Unterstützung brauchen.

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1 Kommentar zu „Gender und sexuelle Orientierung“

  1. Carola Heller

    Mann und Frau – System ist überholt? Schon mal die Bibel gelesen?
    Wohl kaum! Nur gut, das ich diese „überholte Gesamtpaketbeziehung
    Mann – Frau“ überlebt habe und immer noch dazu stehen kann.

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