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 Lesedauer: 4 Minuten

Meine Lichtung

Als Jugendliche war meine Lichtung in einem Wäldchen. Ein kleiner Hügel mit alten Bäumen und vielen Geschichten. Mit meinen Freundinnen bin ich oft mit dem Fahrrad dorthin gefahren, wir sind herumgeklettert, haben uns Geheimnisse erzählt und Namen in Bäume geritzt. Irgendwann haben wir auch mal ein Fotoshooting dort veranstaltet.

Es war unser Rückzugsort, fernab von Familien und Erwartungen und Schule, ein Ort der Verbundenheit.

Es ist die Lichtung im Wald, die Wurzel unter der Birke oder die Bank in der Bahnhofshalle. Oder eben das kleine Wäldchen. An diesen Orten fällt Licht in mich ein, die Welt wird weit. Ich bin durchlässig. Dieser Ort ist meine Lichtung.

Heute ist dieses Wäldchen weit entfernt. Mit der Zeit habe ich neue Lichtungen gefunden. Denn es gibt viele Lichtungen. Orte, die für Menschen eine besondere  Bedeutung haben.

Meine aktuelle Lichtung stelle ich euch in diesem Beitrag vor.

In den nächsten Wochen, stellen wir euch verschiedene Lichtungen vor. Mit dem Projekt «Meine Lichtung» möchten wir, das RefLab, diese besonderen Orte zusammentragen, als Blogbeiträge veröffentlichen und auf einer interaktiven Karte sichtbar machen. Dort sind sie verzeichnet mit persönlichen Texten, Gebet oder Musik.

Wir laden euch ein, diese Orte zu erkunden und euch von Gebeten und Orten inspirieren zu lassen.

Das Römerkastell

Warum ist der Ort für dich bedeutsam? Was passiert an diesem Ort mit dir?

Ich kann hier durchatmen. In der Schweiz ist es selten windig, zumindest in und um Zürich. Ich bin mit viel Wind aufgewachsen. Wenn ich die kleine Erhebung zum Kastell hinaufgehe, merke ich, wie eine leichte Brise aufkommt. Ich klettere auf die Mauern und Blicke in die Glarner Alpen und auf den See. Der feine Wind pustet mich durch. Mein Kopf wird frei, mein Blick ist weit, hier bin ich versöhnt mit der Welt.

Wie fühlst du dich an diesem Ort?

Ich fühle mich leicht und verbunden zu gleich. Ich spüre die Welt unter meinen Füssen und den Wind in meinem Gesicht. Ich fühle mich unendlich klein und trotzdem besonders wertvoll. Ich fühle Wärme und Klarheit.

Was siehst du um dich herum?

Menschen turnen auf den Mauern herum. Sie sitzen, lassen die Füsse baumeln und blicken in die Sonne. Auf den Bänken sitzt ein älteres Ehepaar. Ein junger Mann macht Fotos von seiner Freundin, sie springt immer wieder von der Mauer aus in die Luft. Die Sicht ist weit- bis auf die Glarner Alpen. Der kleine See sieht aus wie eine grosse Pfütze.  

Teile einen Gedanken, einen Text, ein Gebet, ein Lied, Musik oder einen Sound, den du mit deiner Lichtung verbindest – was auch immer für dich zu deiner Lichtung gehört:

Ich werde kein ungelebtes Leben sterben.
Ich werde nicht in Angst leben vorm Fallen oder Feuer fangen.

Ich wähle, meine Tage zu bewohnen,
und erlaube meiner Lebensweise, mich zu öffnen,
um mich weniger ängstlich sein zu lassen,
zugänglicher,
um mein Herz zu lösen,
bis es ein Flügel wird,
eine Fackel, ein Versprechen.

Ich wähle, meine Wichtigkeit zu riskieren;
so zu leben, dass das, was zu mir als Same kommt,
als Blüte zum Nächsten geht,
und das, was zu mir als Blüte kommt,
weiter geht, als eine Frucht. (Dawna Markova)

 

Meine Lichtung- Karte

 

In unseren Beiträgen nennen wir sie Lichtungen, aber es gibt noch andere Begriffe für diese Orte. Im Englischen nennt man sie Thin Places, oder auch Dünne Orte

Evelyne berichtet in ihrem Podcast über die Übung Terra divina, die Spiritualität in der Natur erfahrbar macht.

Alle Beiträge zu «Meine Lichtung»

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