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«Feminismus»

Fabienne wagt ein Experiment: Mit zwei Männern diskutiert sie das Thema Feminismus: Jean-Daniel Strub präsidiert den Verein männer.ch, Stephan Jütte leitet das RefLab. Gemeinsam loten sie aus, was sie unter Feminismus verstehen, wann ein sozialpolitisches Anliegen zu einem feministischen Anliegen wird, ob man heute noch ein Patriarchat vorfindet und ob sich die beiden denn als Feministen bezeichnen würden.

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2 Kommentare zu „«Feminismus»“

  1. Der Podcast habe ich als spannend und unter Berücksichtigung der kurzen Zeit auch als recht umfassend empfunden. Es wurden wesentliche Fragen aufgenommen. Schwierigkeiten mit den Begriffen Feminismus und Patriarchat bestehen und manchmal muss man sich auch fragen, ob man sie noch verwenden soll. Zum Titel Reizwörter passen beide. Da liegt Fabienne richtig. Auch ich werde meist hellhörig, wenn ich sie lese oder höre. Es ist halt nicht zu vermeiden, dass die Begriffe meist mit Akivistinnen des Feminismus in Verbindung gebracht werden, mit denen es eher schwierig ist, eine Basis zu finden.
    Ein Punkt kommt selten zur Sprache. Verschiedene Ansichten gibt es bei den Fragen nach den Ursachen für die unterschiedlichen Präferenzen und Lebensziele, welche sich im statistischen Mittel zwischen Frauen und Männern zeigen. Diese Unterschiede führen auch zu unterschiedlichen Rollen und Tätigkeiten. Natürlich gibt es grosse Überlappungen, aber Unterschiede im Verhalten und in den Persönlichkeitseigenschaften sind teilweise gross. Mit Erziehung, Rollenvorbildern, Abbau von Diskriminierung, Gesetzen und Regulierungen können in westlichen Kulturen noch Verbesserungen erreicht werden. Aber es spricht vieles dafür, dass starke biologisch beeinflusste Neigungen (keine Determinierung!) wesentlich für unser Verhalten bzw. unsere Interessen sind. Diese zu ändern ist nur mit restriktiven Einschränkungen oder starken Anreizsystemen möglich. Sobald man sie weglässt, ist die Wirkung weg. Der Umkehrschluss, dass die Unterschiede (Persönlichkeitseigenschaften, Verhalten) sich grösstenteils als Folge der Rollenbilder und der Erziehung ergeben, lässt sich im Übrigen nicht belegen.
    Interessant ist dabei insbesondere der Umstand, dass die Widerstände gegen Care-Arbeit von Männern gemäss feministischer Argumentation «hartnäckig» sind und dass z.B. die Berufswahl gerade in Ländern mit hoher Gleichberechtigung eine grössere Segregation als in patriarchalen Strukturen aufweist. Auch Persönlichkeitsunterschiede werden in Ländern mit hoher Gendergerechtigkeit nicht kleiner, sondern eher grösser. Es geht hier nicht um einen Sein-Sollen Fehlschluss, sondern einzig um den Aspekt, dass das (vermeintlich) richtige Verhalten möglicherweise nicht so leicht zu erfüllen ist.
    Unbestritten ist jedoch, dass speziell in der Schweiz noch viel zu machen ist, damit wir mehr Chancengleichheit haben (Individualbesteuerung, wählbarer Geburtsurlaub etc.). Auch in der Diskussionskultur gibt es noch Potential.

  2. Thomas Grossenbacher

    Gute Diskussion, frisch und frei. Soweit so gut.
    Beim Nachdenken fällt mir auf.
    -ismen sind mir grundsätzlich verdächtig. Patriachat contra Feminismus das ist keine Alternative. Das lässt mich ahnen, dass die Gegenüberstellungen von Extremen und das Festlegen auf schlagwortartige Kategorisierungen (z.B.: weisser Mann) im Grunde nichts bringen. Sie tragen vielmehr dazu bei, zu polarisieren. Wünschenswerter scheint mir die Bewegung auf ein gemeinsames Menschsein hin, aufeinander zu. Vorteil dabei: weder Mann noch Frau muss sich profilieren, noch abgrenzen. Eher dies: sich in der je individuellen und eigenen Art wahrnehmen, und so auch äussern und verstehen, qua Mensch. Dabei geben sich Menschen verschiender Prägung die Freiheit, so zu sein, wie sie sind.
    Ich würde mich nie als Maskulinist noch als Feminist bezeichnen wollen.
    Offen zu sein als Mensch reicht mir.

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