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Lesedauer: 7 Minuten

Ein Stück vom Leben nach dem Tod

Kürzlich habe ich beim SRF die folgende Reportage gesehen, die mir unter die Haut ging: «Nahtoderfahrungen – Blicke ins Jenseits».

Ich selber habe weder eine Nahtoderfahrung gemacht noch in meinem Umfeld mit einer Person gesprochen, die so etwas erlebt hat. Ich war aber bereits als Jugendlicher vom Phänomen fasziniert und habe verschiedene Bücher zum Thema gelesen.

Dank des medizinischen Fortschritts und aufgrund vermehrter Wiederbelebungsversuche sind Nahtoderfahrungen (kurz: NTE) keine Seltenheit mehr. Das Phänomen wurde in den letzten Jahrzehnten besser erforscht, dazu konnten dank des Internets Resultate und Studien auf der ganzen Welt besser geteilt werden.

Am Rande des Todes

Der Krebsspezialist Dr. Jeffrey Long hat verschiedene Publikationen zum Thema veröffentlicht. Er war zunächst gegenüber Nahtoderfahrungen skeptisch, kam aber aufgrund seiner Arbeit immer öfter in Kontakt mit Menschen, die am Rande des Todes standen und anschliessend darüber berichteten, wie sie ausserkörperliche Erfahrungen gemacht hatten.

Seit den 80er-Jahren widmete sich Long nebst seiner Arbeit als Onkologe aus diesem Grund auch der Erforschung von Nahtoderfahrungen und hat mehr als 1300 Fallgeschichten von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, mit unterschiedlichem religiösem Background und aus verschiedenen Altersklassen untersucht. Im Jahr 1998 hat er zudem die «Near Death Experience Research Foundation» gegründet, die sich um die Dokumentation und Erforschung von NTE kümmert.

Es gibt keine allgemeingültige Definition von Nahtoderfahrung. Für Long bedeutet Nahtod, dass die oder der Betroffene körperlich so schwer geschädigt ist, dass sie oder er stirbt, wenn keine Besserung eintritt. NTE finden somit statt, wenn ein Mensch stirbt oder bereits klinisch tot ist.

Das Erstaunliche an diesen Erlebnissen ist der Umstand, dass die Betroffenen «bewusstlos» sind und trotzdem ihre Umwelt luzide wahrnehmen (meistens aus einer Vogelperspektive), als würde ihr Bewusstsein unabhängig vom eigenen Körper weiterbestehen. NTE treten typischerweise unter Vollnarkose auf, also zum Zeitpunkt, zu dem bewusste Erlebnisse eigentlich unmöglich wären. Zudem gab es Nahtoderfahrene, die von Geburt an blind waren und von stark visuellen Erfahrungen berichtet haben.

NTE von Kleinkindern und Kindern sind denen von Erwachsenen verblüffend ähnlich und auf der ganzen Welt gibt es bemerkenswerte Übereinstimmungen bei Berichten, unabhängig von Status, Kultur oder Konfessionszugehörigkeit der Betroffenen.

Der gemeinsame Nenner

Obwohl NTE einzigartig sind und sich die individuellen Erfahrungen deshalb voneinander unterscheiden, haben sich gemäss Long Muster von Elementen herauskristallisiert, die üblicherweise in übereinstimmender Reihenfolge eintreten:

  1. Ausserkörperliche Erfahrung: Lösung des Bewusstseins vom Körper
  2. Schärfere Sinne
  3. Intensive und im allgemeinen positive Gefühle oder Empfindungen
  4. Hineingehen in oder Hindurchgehen durch einen Tunnel
  5. Begegnung mit einem mystischen oder strahlenden Licht
  6. Begegnung mit anderen Wesen, entweder mystischen Wesen oder verstorbenen Verwandten oder Freunden
  7. Das Gefühl, dass Zeit oder Raum sich verändert haben
  8. Lebensrückschau
  9. Eintritt in unirdische («himmlische») Welten
  10. Begegnung mit oder Erlernen von besonderem Wissen
  11. Auftreffen auf eine Grenze oder Barriere
  12. Freiwillige oder unfreiwillige Rückkehr in den Körper

«Unbeschreibliche» Erfahrungen

Die Erforschung dieser Phänomene und die Kategorisierung der gemeinsamen Elemente ist dabei bereits ein Versuch, diese «nebulöse» Erfahrung zu rationalisieren.

Viele Nahtoderfahrene berichten, dass während diesen ausserkörperlichen Erlebnissen «Unaussprechliches» stattfindet, dass die Kommunikation in Gedanken und Gefühlen erfolgt und mit irdischem Vokabular nicht beschreibbar ist.

Aus diesem Grund finde ich Original-Interviews so faszinierend, wenn die Betroffenen im Diesseits darum ringen, die richtigen Wörter zu finden und wenn es ihnen darum geht, die Erfahrungen möglichst wahrheitsgetreu zu beschreiben.

Nachdem ich die SRF-Reportage gesehen habe, habe ich recherchiert und bin anschliessend auf einem YouTube-Kanal für «Empirische Jenseitsforschung» von Franz Dschulnigg gelandet, der in seiner Freizeit unzählige Interviews zum Thema produziert hat.

Nach dem Sichten unterschiedlicher Videos ist mir aufgefallen, wie friedlich und gelassen die Erzählenden das Erlebte schildern, wie verträumt und «verliebt» sie über die Vereinigung mit dem Licht sprechen und wie überzeugt sie von ihren Erlebnissen sind, ohne andere wirklich bekehren zu wollen.

Diese Zeugenberichte von Nahtoderfahrenen finde ich besonders beeindruckend:

Bedingungslose Liebe

Viele Betroffene erzählen von einem grellen, pulsierenden, vibrierenden, warmen, aber für ihre Augen nicht störenden Licht, von bedingungsloser Liebe, Geborgenheit, Güte und Frieden. Die Kommunikation würde im Jenseits «telepathisch» oder via Gefühle erfolgen. Diese Sprache könne als Kommunikationsform viel mehr beinhalten, denn Zeit und Raum würden im Jenseits keine Grenzen kennen. So wären während diesen Erlebnissen auch Zeitreisen möglich gewesen.

Der Tod sei als Eintritt in einer neuen Dimension zu werten, in der das Bewusstsein weiterlebt.

Einige der Betroffenen hätten die Möglichkeit gehabt, das eigene Leben in einer Rückschau zu betrachten, entweder vom Zeitpunkt des Todes bis zur Geburt oder umgekehrt.

Das Erstaunliche an diesem mehrdimensionalen Lebensfilm sei die Möglichkeit gewesen, nicht nur die eigenen Gefühle wieder zu empfinden, sondern auch diejenigen des Gegenübers (Mutter, Lehrer, Freundin, usw.). So sei es den Nahtoderfahrenen möglich gewesen, festzustellen, wie verbunden all die Entscheidungen in einem Leben sind, welche Auswirkungen unsere Taten und Aussagen auf andere Menschen hätten und wie innig verbunden wir mit Natur und Kosmos seien.

Zuhause ankommen

Die Gefühle der Vereinigung mit dem Licht seien in ihrer Intensität kaum zu beschreiben und die Begegnung mit dem Licht würde sich anfühlen, als würde man zuhause ankommen. Umso schwieriger sei es für die Betroffenen gewesen, ins Diesseits zurückzukehren, sich wieder mit einem schweren, lädierten und leidensvollen Körper zurechtfinden zu müssen. Auf der Erde seien zudem kaum Erlebnisse vorhanden, die der Intensität und Schönheit des Erlebten nahe kämen.

Einige Betroffene würden zurückkehren, weil sie nicht ins Licht weiterdürfen, andere wiederum aus eigener Entscheidung, weil sie fühlen und manchmal auch sehen würden, welche Aufgaben sie auf der Erde noch erledigen müssen. Werdende Mütter, die während einer Geburt eine Nahtoderfahrung erlebt haben, erzählen beispielsweise von einer Rückkehr, erst nachdem sie ihre zerbrechlichen und alleingelassenen Babys gesehen haben.

Viele Berichte beschreiben eine Reise in einem Tunnel in Richtung eines Lichts. Es ist die Rede von einem Schweben, Fliegen, Ziehen, von einem Sog und manchmal Schleudern.

Ein zweites Leben

Das Faszinierende ist auch die transformierende Wirkung solcher Erfahrungen auf das Leben der Betroffenen. Es gibt auch negative Konsequenzen, wie z. B. eine nachträgliche Depression, die oft damit begründet wird, dass es im Jenseits schöner und in dieser Welt viel Schmerz vorhanden sei.

Zudem würden die Betroffenen das Erlebte kaum verarbeiten können, ungerne darüber berichten, um nicht als Verrückte deklariert zu werden. Einige würden sich zunächst unverstanden fühlen, andere wiederum «feinfühliger» werden, was nicht immer leicht zu ertragen sei.

Aber nach Nahtoderfahrungen berichten die Betroffenen über grundlegende Änderungen in ihrem Leben, die sie positiv bewerten:

  • Geringere Angst vor dem Tod, weil auf der anderen Seite bedingungslose Liebe auf uns warten würde.
  • Der höhere Wert eines liebevollen Miteinanders, dass nebst Menschen auch Tiere und Natur betrifft.
  • «Übersinnliche» Fähigkeiten, die dazu dienen würden, das Leben der Mitmenschen positiv zu beeinflussen.
  • Weniger Interesse für materielle Dinge bzw. das Aufgeben von Werthaltungen, die vorwiegend materialistischen Interessen dienen.
  • Vermehrter Glaube an ein Leben nach dem Tod und gesteigertes Interesse für spirituelle Themen, die in einigen Fällen sogar zu Weiterbildungen und neuen Berufen führen.

Die Arbeit mit Nahtoderfahrenen hat auch das Leben von Dr. Jeffrey Long tangiert:

»Was mich persönlich anbelangt, so begegne ich jetzt anderen Menschen liebevoller, als vor dem Beginn meiner Nahtodforschung. Durch meine Erkenntnisse über Nahtoderfahrungen bin ich zu einem besseren Arzt geworden. Ich gehe das Leben mutiger und zuversichtlicher an. Ich glaube, das Nahtoderfahrene uns tatsächlich ein Stück vom Leben nach dem Tod mitbringen. Wenn Nahtoderfahrene über ihre bemerkenswerten Erlebnisse sprechen, dann wird damit, so glaube ich, für uns alle auf wundersame Weise ein Stückchen vom Leben nach dem Tod greifbar.« (S. 298)

Aus meiner Sicht können solche Erfahrungsberichte eine «tröstende» Wirkung haben, insbesondere für diejenigen Menschen, die wissen, bald sterben zu müssen. In unserem Kulturkreis ist der Tod immer noch tabu, der Umgang damit immer noch schwierig. Wir versuchen mit allen Mitteln das Leben zu verlängern. Transhumanisten möchten sogar den Tod abschaffen und zielen auf ewiges Leben hin. Vielleicht sind wir aber mit unserem Bewusstsein bereits auf «Ewigkeit» eingestellt und verändern nur die Dimension unserer Wahrnehmung. Nahtoderfahrene glauben ganz fest daran. Und woran glaubst du?

 

Quelle: «Beweise für ein Leben nach dem Tod», Dr. Jeffrey Long mit Paul Perry, deutsche Erstausgabe 2010, 12. Auflage.

Photo by Dyu – Ha on Unsplash

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11 Kommentare zu „Ein Stück vom Leben nach dem Tod“

  1. Roland Portmann

    Liebes RefLab
    Ich bin erstaunt, dass die Idee eines Lebens nach dem Tod durch NTE in diesen Tagen wieder eine „Renaissance“ zu erleben scheint. Vielleicht hat das mit der gegenwärtige Weltsituation zu tun… In meiner pfarramtlichen Tätigkeit und meiner CPT- Ausbildung habe ich mich intensiv mit diesem Thema beschäftigt und tue es in der Begleitung von Sterbenden und im Unterricht immer noch. Auch habe ich etliche Diskussionen mit Intensivmediziner*innen, Anästhesist*innen und anderem Pflegeperson geführt. Das Ergebnis war sehr ernüchternd: NTE sind wohl auf körpereigene Endorphine zurückzuführen, die das Gehirn ausschüttet, um den Körper zu beruhigen. NTE ähnliche Erfahrungen wurden nämlich auch schon unter dem Einsatz von Drogen wie LSD beobachtet. Mit den Worten eines befreundeten Neurologen gesprochen: „Das Gehirn lässt dich hier mit seinen Drogen fliegen- mehr nicht!“

    1. Luca Zacchei

      Lieber Roland, Endorphine könnten Gefühle des Friedens und „Licht-Halluzinationen“ (inkl. die Tunnelschau) erklären. Aber wie erklärst du dir persönlich die Erzählungen über eine Lebensrückschau? Und wie können luzide Wahrnehmungen begründet werden, wenn die Betroffenen klinisch tot sind? Mit luzide meine ich die treffenden Angaben zu den Personen im „richtigen“ Leben (Anzahl Ärzte im Operationsraum, was sie getan und während dem Wiederbelebungsversuch gesagt haben, Nennung der Verwandten im Aufenthaltsraum, Beschreibung von Gegenständen auf dem Dach eines Spitals, usw.). Ciao, Luca

      1. :

        NTs sind ein interessantes Phänomen, das zeigen auch die verschiedenen leidenschaftlich diskutierten Meinungen. Müssen wir Nicht-Betroffenen einander zeigen, das es nur eine Wahrheit gibt, und nur meine Wahrheit die Richtig ist? Eigentlich genügt es, wenn die Betroffenen eine gute Erfahrung gemacht haben.

    2. Manfred Reichelt

      Entschuldigung, aber für einen Pfarrer sollte das Weiterleben der Seele nach dem Tod eine Selbstverständlichkeit sein. Nahtoderlebnisse als Ergebnis einer Endorphinausschüttung wurde schon frühzeitig falsifiziert. Wie sollte auch ein Mensch etwas erleben, dessen Gehirn eine EEG-Nulllinie zeigt?
      Neben den Nahtoderlebnissen gibt es auch verifizierte Reinkarnationserfahrungen.
      https://www.academia.edu/24315901/Reinkarnation_eine_Tatsache_ (zum Lesen rechts runterscrollen)
      Man muss also keine naturwissenschaftlichen Erklärungsversuche mehr bemühen. Die Sachlage ist klar und eindeutig.

    3. Bruno Amatruda

      Lieber Roland

      Ich habe mich mit dem Thema auch sehr intensiv befasst und habe sämtliche Argumente hin- und her und vorwärts und rückwärts gelesen. Drogeninduzierte Erlebnisse dieser Art sind ähnlich (etwa out-of-body-experience, sich selber von aussen betrachten, Aufhebung des Zeitgefühls, ozeanische Verschmelzungen etc. etc.), allerdings fehlen andere typische NTE-Strukturelemente gänzlich, deren auffälligstes ein Wissen ist, das bisher nirgends erklärt werden konnte. Zum einen, was Luca in seiner Antwort beschreibt, zum anderen aber das Wissen um z.B. verstorbene Verwandte, von deren Ableben oder sogar von deren Existenz man vorher nichts wusste. Ich teile die Ansicht, dass das Gehirn eine Art Instrument für den Geist ist und in materialistischer Sichtweise Geist „herstellt“, wie ein Klavier die Musik „produziert“. Die Hinweise verdichten sich m.E. in den letzten Jahren eher in die Richtung, das Gehirn als einenEmpfänger zu betrachten, den Geist als eine Art Radiowelle. Die beiden sind einerseits voneinander unabhängig, andererseits sind sie in unserem Alltagsleben eng miteinander verwoben. In Grenzsituationen (Meditation, Drogen oder NTE) weicht sich diese Verbindung auf und es kommt zu den beobachteten Phänomenen. WIE man die nachher interpretiert, das gebe ich gerne zu, ist immer auch von den weltanschaulichen Prämissen abhängig.
      Viele Grüsse
      Bruno

  2. Roland Portmann

    Liebe alle
    Ich habe ein mögliches Leben nach dem Tod hier nicht in Abrede gestellt und bitte darum, nicht persönlich zu werden („Entschuldigung, aber für einen Pfarrer…“). Ich halte NTE einfach nicht für einen Beweis dafür; hier kommt auch Ockhams razor zum tragen und die Antwort auf diese Phänomene scheint einfach: Das Gehirn. Obwohl weitgehend erforscht, gibt es uns immer noch Rätsel auf; Auch das Bewusstsein selber ist ein grosses Rätsel; NTE sind eigentlich Sterbeprozesse, die unterbrochen werden oder maximale Stresssituationen, in denen das Hirn für uns „sonderbar“ reagiert (das macht es auch zum Teil sonst: Wenn wir träumen, im Koma, so genannte „Dejavu- Effekte“ etc.). „Richtig“ tot waren diese Menschen eben nicht, sondern am sterben oder maximal im „Stress“. Wir brauchen uns jetzt auch nicht gegenseitig mit irgendwelchen Studien und Gegenstudien (z.T auch „Pseudostudien“) oder irgendwelchen Behauptungen („Das ist aber schon längst widerlegt!“) zu zu spamen, sondern dürfen schön reformiert selber denken. Und dann gilt eben die einfachste und nahe liegende Erklärung: das Gehirn!

  3. Manfred Reichelt

    Lieber Herr Portmann,
    ich denke, dass man in Bezug auf den Pfarrberuf durchaus persönlich werden kann. Schließlich ist es Aufgabe eines Pfarrers den Menschen auf dem Weg zum Heil zur Seite zu stehen. Er hat also einen viel verantwortungsvolleren Beruf als etwa ein Naturwissenschaftler (denn da geht es nur um Vergängliches)! Deshalb sollte man sich in dieses Dingen ein wenig auskennen. Aber ich sehe schon, dass sie dem naturalistischen Denken mehr Vertrauen entgegenbringen.
    Sie reden zwar vom „schön reformiert selber denken“, behaupten aber im gleichen Atemzug „Und dann gilt eben die einfachste und nahe liegende Erklärung: das Gehirn.“ Das ist materialistische Dogmatik, die sie uns unterjubeln wollen.
    Alle naturalistischen „Erklärungen“ sind widerlegt. Das kann ich mit SICHERHEIT sagen, und zwar NICHT durch irgendwelche „Pseudostudien“. Sie sollten sich wirklich einmal kundig machen!
    Einige Anregungen zum selber denken kann ich auch beisteuern: https://sites.google.com/site/erweckungunderneuerung/home

  4. Kinseher Richard

    Das Phänomen ´Nahtod-Erfahrung´(NTE) lässt sich komplett als Ergebnis eines einfachen Erinnerungsvorgangs erklären – wobei man bewusst erleben kann, wie das Gehirn einen einzelnen Reiz verarbeitet. Mehr ist das nicht.
    Per Google-suche [NDERF kinseher denken_nte] ist eine PDF in einfacher Sprache lesbar.
    Mein Buch/e-Buch ist im Handel erhältlich – ´Kinseher Richard: Pfusch Betrug, Nahtod-Erfahrung´
    Der Vorwurf im Titel bezieht sich auf die ´Qualität´ vieler ´wissenschaftlicher´ bzw. ´journalistischer´ Beiträge zum Thema NTE seit 1975. Denn seit 1975 ist das Buch ´Life after Life / Leben nach dem Tod´ im Handel. Wenn man sich die Mühe macht, die dort beschriebenen Strukturen und Inhalte zu analysieren, kann man NTEs komplett erklären.
    Man braucht nur die beiden Psychologie-Fachbegriffe ´predictive coding + state dependent retrieval´ konsequent in ihrer Bedeutung anwenden.
    Mein NTE-Erklärungsmodell habe ich seit 2006 entwickelt und veröffentlicht. Wer seitdem eine Recherche zum Thema NTE gemacht hat – hätte es eigentlich finden müssen.
    Leider ist es aber so, dass viele Leute zum Thema NTE an keiner seriösen Informationsweitergabe interessiert sind – wie auch der Titel des obigen Artikels zeigt.
    Wir haben in der Schule gelernt, dass der biologische Tod nicht reversibel ist – und wir haben auch gelernt, dass man eine Erfahrung komplett machen muss. D.h. wer eine Sterbeerfahrung hatte, muss danach eine Leiche sein.

  5. Kinseher Richard

    Jeder 300.-1000. Patient wacht bei einer Operation kurzzeitig aus der Narkose auf – d.h. er/sie kann die Umwelt im Operatiossaal bewusst erleben.

    Dass man bei NTEs einen Blick ins Jenseits erleben könne hat der Theologe Prof. Dr. Hans Küng entschieden abgelehnt. Da der biologische Tod für uns Menschen nicht reversibel ist – war niemand Tod, der von NTEs berichtet. Für ihn waren NTEs kein Thema für Theologen sondern für die Naturwissenschaften

    Eine der schönsten Erfahrungen die man bei NTEs erleben kann – ist das ´gehen ins Licht´. Man bewegt sich in einem dunklen Tunnel auf ein größer werdendes Licht zu (= erinnerte Entwicklung des Sehsinnes), dann wechselt das Licht von matt zu leuchtend hell (= erinnerte Lichtwahrnehmmung vor bzw. nach der Geburt), dann befindet man sich in der Gegenwart eines liebevollen Lichtwesens, von dem man sich grenzenlos geliebt, angenommen und verstanden empfindet (= so erinnern wir die ersten Sozialerfahrungen. Unsere Eltern werden beim Erinnern zu Lichtwesen umgedeutet. fachbegriff ´zustandsabhängiges Erinnern´)

    In den Medien werden meist nur positive Folgen von NTEs berichtet. Aber es gibt auch andere Effekte: der Vater eines Bekannten verübte Selbstmord als man ihm zu einer sehr schönen NTE gesagt hatte, dass er dabei einen Blick ins Jenseits erlebt habe. Dann wollte er unbedingt dorthin

    Viele NTE-´Experten´ wollen nicht, dass NTEs erklärbar sind und verbreiten deshalb die Lüge, dass NTEs unerklärbar seien. Wenn ich auf mein NTE-Erklärungsmodell verweise, wird dieses absichtlich ignoriert – in der Regel gibt es keine Rückfragen.

  6. Kinseher Richard

    Herr Zacchei
    Ich habe heute früh einen Brief mit dem kompletten NTE-Erklärungsmodell an Sie abgeschickt.
    Sie können diese Unterlagen an andere Personen zur Prüfung weitergeben und auch gerne für Veröffentlichungen nutzen.

    Noch ein Detail:
    Am Biozentrum der Universität Basel werden aktuell Tierversuche durchgeführt, um neuronale Grundlagen z.B. für das Phänomen der infantilen Amnesie zu erforschen (Gruppe Prof. Donato).
    Mit meinem NTE-Erklärungsmodell kann man aber zeigen/belegen, dass es keine neuronalen Grundlagen dafür geben kann. D.h. diese Tierversuche sind völlig sinnlos und somit als Tierquälerei zu betrachten.
    Ich habe am 6.6.2021 deshalb einen Beschwerdebrief an die Rektorin Frau Prof. Dr. Dr. Andrea Schenker-Wicki gesandt – aber außer einer Eingangsbestätigung bisher keine Reaktion erhalten.

    Dies nur als ein weiteres Beispiel, warum die Erforschung von NTEs von Bedeutung ist.
    Ich lehne unnötige Tierversuche ab – da ich diese als Tierquäleri betrachte.

  7. Die Formulierungen auf diesem geschätzten Kanal haben mich sehr überrascht, obwohl ich nicht selbst von den Zuschreibungen betroffen bin.
    Daher möchte ich Herrn Portman gerne aufgrund meiner persönlichen Erfahrung beipflichten. Mein Gottesbild ist mittlerweile so groß und umfassend, dass Glaube und Biologie zusammen gehen und der Schöpfergott sich des Gehirns ohne Probleme bedienen kann. Warum nicht? Ein Seelsorger, der sich mit naturwissenschaftlichen Zweifeln an seinem Glauben persönlich auseinander gesetzt hat, ist mir in einer Krisensituationen lieber als eine Person, die dies ablehnt.

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