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«Ein feste Burg ist unser Gott»

We are back! Ausgeglaubt geht in eine neue Staffel – und diesmal haben wir uns die grossen Lieder der Christenheit vorgenommen. Bestimmte Lieder prägen eine ganze Generation von Christ:innen oder überdauern Jahrhunderte. Sie erzählen uns etwas über das Verständnis des Glaubens in diesen Zeiten, sie laden aber auch zur Kritik ein.

Heute starten wir mit dem Reformations-Klassiker schlechthin ein: Martin Luthers Gassenhauer «Ein feste Burg ist unser Gott». Das Lied hat eine faszinierende Rezeptionsgeschichte in den vergangenen Jahrhunderten geschrieben. Es wurde in verschiedenen Kriegen als Kampfeslied zur Ermunterung deutscher Soldaten gesungen, aber auch in aufklärerischer oder sozialistischer Absicht umgeschrieben.

Manuel und Stephan unterhalten sich über das dahinterstehende dualistische Weltbild, über die Frage, ob uns heute der trotzig-kämpferische Charakter des Glaubens abhanden gekommen ist – und über das Problem, dass wir uns meistens selbstverständlich zum richtigen Team zählen und mit den Fingern auf die anderen zeigen…

Hier geht’s zur Spotify-Playlist dieser Staffel, auf der du alle besprochenen Lieder anhören kannst…

… und hier ist der Text zu «Ein feste Burg ist unser Gott»:

  1. Ein feste Burg ist unser Gott,
    Ein gute Wehr und Waffen.
    Er hilft uns frei aus aller Not,
    Die uns jetzt hat betroffen.
    Der alt böse Feind,
    Mit Ernst er’s jetzt meint.
    Groß Macht und viel List
    Sein grausam Rüstung ist.
    Auf Erd ist nicht seinsgleichen.
  2. Mit unsrer Macht ist nichts getan,
    Wir sind gar bald verloren.
    Es streit’t für uns der rechte Mann,
    Den Gott hat selbst erkoren.
    Fragst du, wer der ist?
    Er heißt Jesus Christ,
    Der Herr Zebaoth,
    Und ist kein ander Gott.
    Das Feld muß er behalten.
  3. Und wenn die Welt voll Teufel wär
    Und wollt uns gar verschlingen,
    So fürchten wir uns nicht so sehr,
    Es soll uns doch gelingen.
    Der Fürst dieser Welt,
    Wie saur er sich stellt,
    Tut er uns doch nicht.
    Das macht, er ist gericht’t.
    Ein Wörtlein kann ihn fällen.
  4. Das Wort sie sollen lassen stahn
    Und kein’ Dank dazu haben.
    Er ist bei uns wohl auf dem Plan
    Mit seinem Geist und Gaben.
    Nehmen sie den Leib,
    Gut, Ehr, Kind und Weib,
    Laß fahren dahin.
    Sie haben’s kein Gewinn.
    Das Reich muß uns doch bleiben.
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4 Kommentare zu „«Ein feste Burg ist unser Gott»“

  1. Warum muss ich, wenn ich mich zum richtigen Team zähle, mit den Fingern auf die anderen zeigen? Warum zeige ich – provokant gefragt – nicht auf mich? Das, so muss ich behaupten, versteht sich nicht von selbst.

    1. Ein schönes Lied für einen ReformationsGd: Nr. 1 (im Evangelischen Gesangbuch von Landeskirchen auf dem Hoheitsgebiet der BRD) Macht hoch die Tür, die Tür macht weit (Melodie: Halle 1704). Damit verstört man Ende Oktober auch religiöse Gemüter der besonders protestantischen Art. Strophe 3 – O wohl dem Land, o wohl der Stadt, … – enthält politischen Sprengstoff. Ich will aber nachher nicht lesen, dass irgendein Partei-Chef fand „Das Ding muss weg“ und Vernichtung der Kirche des Universitätsspitals Zürich befahl. – Lebenslügen aufdecken, auch das geht ohne Wort und Sakrament.

      1. @Vernichtung von Kirche: siehe Geschichte der Leipziger Universitätskirche. (Der Satz „Das Ding muss weg.“ stammt vom SED-Chef Walter Ulbricht.)

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