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Thorsten Dietz

Für die Kirchen in Europa läuft es nicht gut. Sie tragen schwer an vergangenen und gegenwärtigen Skandalen. An schrecklichen und an peinlichen Geschichten. Und vielleicht noch schlimmer, auch der vermeintliche Glanz dringt kaum noch durch.
Wie viele andere habe ich letzte Woche auf Instagram ein schwarzes Bild gepostet mit dem Hashtag: #Blackouttuesday. Viele schlossen sich dieser Aktion an, weil sie nach dem furchtbaren Tod von George Floyd ein Zeichen zum Innehalten setzen wollten. Ich war dankbar, irgendwas tun zu können angesichts einer Grausamkeit, die verzweifelt oder aggressiv oder beides macht. Irgendwas ist oft zu wenig.
Edgar Allen Poe gilt als einer der Begründer des Horrorromans. Seine Erzählung Die Maske des roten Todes (1842)handelt von einer großen Seuche, der sich Prinz Prospero und viele Freunde durch Flucht in eine luxuriöse Quarantäne entziehen. Zu einer Horrorgeschichte wird die Erzählung erst durch diese Sache mit der Maske…
In Edgar Allan Poes Erzählung "Die Maske des roten Todes" (1842) sucht eine namenlose wie tödliche Seuche die Menschen heim und wer kann, rettet sich in Quarantäne. Welchen Sinn kann diese Erzählung heute gewinnen?
Weltweit haben Menschen ihre Erfahrungen gesammelt, was es heisst, mit wenigen anderen eingeschlossen zu sein. Manche werden es erlebt haben als eine Zeit der Fülle, voll tiefer Begegnungen und gemeinsamen Aufblühens. Hossa, Masel Tov und Glückwunsch! Für alle anderen mag die Erinnerung an ein klassisches Werk des 20. Jahrhunderts lehrreich sein.
In seinem 2010 erschienen Roman »Nemesis« erzählt Philipp Roth die Geschichte eines Polio-Ausbruchs in Newark im Jahre 1944. Mutig und gewissenhaft stellt sich ein junger Mann der Ausbreitung der Kinderlähmung entgegen. Doch dann wird er unvorsichtig; und höchstwahrscheinlich auch schuldig an der weiteren Verbreitung der Epidemie.

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