Dein digitales Lagerfeuer
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 Lesedauer: 4 Minuten

Vollmond, Astrologie und Sonnenstürme – und was sie in mir zum Schwingen bringen

Zunächst ein Geständnis meinerseits: Ich bin ein riesengrosser Fan von Astro-, Mond- und sonstigen Spiritualitäts-Memes. Das Phänomen hat mich vor circa zehn Jahren das erste Mal erreicht – und macht heute praktisch meinen gesamten Instagram-Feed aus.

Es gibt unzählige Accounts, die sich lustig machen über astrologische Phänomene und gleichzeitig Horoskop-Lesungen anbieten.

Was ein Widerspruch zu sein scheint, erreicht die Massen: Diese selbstironischen Posts haben zigtausende Likes und werden geteilt wie wild.

Was mir daran gefällt ist genau das, dass diese weite Welt von Sonne, Mond und Sternen nicht allzu ernst genommen wird. Es nicht nach Dogma riecht. Und so ein Spiegel meines eigenen Erlebens von Spiritualität ist, wo zwar das gesamte Leben daraus gewoben ist, ich aber leichtfüssig und spielerisch bleiben kann.

Emotionale Purzelbäume

Wenn mir ein Mensch auf Instagram erzählt, es herrschten gerade heftigste Stürme auf der Sonne, bin ich sofort bereit, jegliche Missgeschicke oder anstrengenden Gefühle damit zu erklären. Ich schreibe diesen Text also nicht aus der Perspektive einer Person, die nichts von alldem hält. Im Gegenteil.

Teilweise ist das sogar wissenschaftlich belegt: Menschen verursachen tatsächlich nach Vollmondnächten mehr Unfälle.

Viele von uns sind regelrecht mondgspürig. Die Tage rund um einen Vollmond sind auch für mich oftmals eine rechte Herausforderung, Emotionen machen Purzelbäume, meine Laune ebenso.

Und dennoch… Ich sehe sowohl bei mir als auch bei anderen Menschen diesen Drang, Unstimmigkeiten oder Unausgeglichenheiten mit externen Gegebenheiten zu erklären.

Es ist so viel einfacher, einen Sündenbock zu finden, statt sich mit dem auseinanderzusetzen, was unbewusst in uns schwelt.

Oh – wie viel Verständnis ich dafür habe! Doch leider lenkt es stets von der Wurzel der Unstimmigkeit oder Unausgeglichenheit ab.

Einladung, präsent zu bleiben

Die Vollmondtage sind stets Einladung, mich etwas mehr zu erden. Etwas präsenter zu sein. Denn mir passieren diese kleinen Missgeschicke oftmals (eigentlich immer) dann, wenn ich nicht ganz da bin. Wenn in meinen Kopf eine kleine Geschichte abläuft, ich mir selbst irgendwas erzähle oder ich wie so mein Programm abspule, statt zu hören, was jetzt wirklich dran ist.

Ich fahre zum Beispiel nach Como mit meinem Auto und komme an meinem Zielort an – hungrig und etwas fahrig. Anstatt dass ich eine kurze Pause mache, um etwas zu essen oder auch einfach kurz durchzuatmen, parkiere ich extra schwungvoll meinen Van, in meinem Kopf der Gedanke «lug mal, ich kann ja voll gut rückwärts einparkieren».

Leider habe ich eine Stange übersehen und mein Bremslicht ist seither zersplittert. Nicht schlimm, aber auch total unnötig.

Ebbe und Flut – mondgesteuert

Ich möchte dem Mond keinesfalls seine Kraft absprechen – folgt selbst das Meer seinen Bewegungen oder teilweise auch der Zyklus einer Frau. Führe ich mir zudem vor Augen, dass unsere Körper zu 50 bis 70 Prozent aus Wasser besteht, ist es noch plausibler, dass der Mond einen Einfluss auf unser Erleben hat.

Und wenn ich aus meinem Verständnis oder Erleben der Welt als All-Einheit spreche, haben Mondbewegungen, Sonnenstürme oder auch Planetenkonstellationen selbstverständlich einen Einfluss aufs Ganze.

Wenn alles eins ist, alles Energie ist, dann hat selbstverständlich jede noch so kleine Bewegung einen «Butterfly effect».

Weil alles miteinander verbunden oder, ebe, eins ist. Aber nicht so, wie sich das der Verstand oder die ratio vielleicht zusammenreimen würde, als eine «wenn a, dann b» Angelegenheit. Auch nicht diese simple Gleichung von «wenn Vollmond ist, dann muss ich zwingend dieses oder jenes Ritual durchführen».

Vielmehr fühlt es sich für mich an wie eine Einladung.

Eine Einladung reinzuspüren, wahrzunehmen, was gerade in mir in Bewegung ist. Nicht um etwas zu tun, sondern um bewusster im Moment zu sein.

Nicht Ausrede, sondern Resonanzfeld

Auch Horoskope sind für mich übrigens so eine Einladung: Keine in Stein gemeisselten Wahrheiten, sondern eine Möglichkeit, mein Verhalten in gewissen Situationen genauer anzuschauen und zu reflektieren, woher Bedürfnisse und Impulse kommen.

Genau hier liegt für mich der eigentliche Zauber all dieser kosmischen Impulse: Nicht als Erklärung, sondern als Einladung. Nicht als Ausrede, sondern als Resonanzfeld.

Wenn mich der Vollmond aufwühlt, darf ich mich fragen, was da gerade in mir in Bewegung kommt.

Wenn ein astrologischer Transit mich nervös macht, darf ich innehalten und spüren, was gerade Aufmerksamkeit braucht. Es sind Hinweise, keine Anweisungen. Möglichkeiten, keine Ausreden.

Und genau darin liegt für mich die Kraft: Nicht in der fixen Deutung der Sterne, sondern im wachen Lauschen auf das, was sie in mir zum Schwingen bringen. Denn der Kosmos ist nicht da draussen – er ist auch in mir.

 

Leela Sutter hostet den RefLab-Podcast «Holy Embodied». Falls du ebenfalls Astro-Fan bist: Vergangenen Mai gab’s eine Folge mit Alexandra Kruse.

Foto von Jordy Muñoz auf Unsplash

2 Gedanken zu „Vollmond, Astrologie und Sonnenstürme – und was sie in mir zum Schwingen bringen“

  1. Kein Zweifel, unser Körper reagiert auf die programmatischen Schwingungen des holographischen Universums, weil der Körper ein Teil davon ist, aber genau deshalb sollten wir uns nicht dazu nur angeregt fühlen auf diesen zeit-geistlichen Schwingungen zu surfen, denn das Programm ist ziemlich deutlich endlich, wenn wir nicht den Auftrag/Sinn der Bewusstseinsentwicklung darin erkennen/wahrnehmen!?

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