Wer neugierig auf das Leben ist, kann nicht einsam sein. So könnte zumindest eine Erkenntnis aus dieser Folge «I feel you» zum Thema Einsamkeit lauten.
Einsamkeit begegnet uns häufig erst, wenn wir fremd irgendwo sind. So hat es zumindest mein Gast in dieser Folge erlebt. Wenn es nicht mehr möglich ist auf die gewohnten Strukturen und Beziehungen zurückzugreifen, sind wir auf uns zurückgeworfen.
Dass dieses auf uns selbst Zurückgeworfen-Sein aber auch zur menschlichen Existenz dazugehört, davon ist Johann Hinrich Claussen überzeugt. Der Autor und Theologe hat schon Kartenspielrunden in Südamerika initiiert, um weniger einsam zu sein. Oder er geht in Büchereien.
Manchmal bedarf es einer Struktur und manchmal muss ich mir diese Struktur selbst schaffen.
Wenn ich jedoch interessiert und neugierig bin, engagiere ich mich auch eher für die Gemeinschaft und in meinem Umfeld. Vielleicht müssen wir also nur unsere Neugier etwas aktivieren, dann geht die Einsamkeit von ganz allein.
Johann Hinrich Claussen ist im RefLab auch regelmässig mit seinem Podcast Draussen mit Claussen zu hören. Er ist Kulturbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland und hat diverse Bücher geschrieben. Unter anderem das Buch Für SIch Sein, einen Atlas der Einsamkeit.





