«Man merkt, dass KI nicht auf Erfahrungen zurückgreifen kann, das ist mein grösstes Problem damit», sagt Thomas Schlag. Eine echte Seelsorge oder Begegnung lebe zudem davon, dass man dem Gegenüber auch widersprechen oder den Finger auf Unklarheiten legen könne – was in der Interaktion mit Künstlicher Intelligenz nicht geschehe. Daneben betont Thomas Schlag aber die Vorteile, die eine stets verfügbare, immer geduldige «Ansprechsoption» mit sich bringt, gerade im Zusammenhang mit Themen wie Einsamkeit oder Übergangssituationen.
In unserem Gespräch kommen wir natürlich auch auf den Körper zu sprechen und warum dieser gerade in der zunehmenden Digitalisierung der Welt immer je wichtiger wird, auch in der Theologie, etwa in der erwähnten «carnal hermeneutics» also einer Lehre des Verständnisses der Welt über den Körper. Und wenn wir über den Körper sprechen, dann sprechen wir – zumindest hier bei Holy Embodied – immer über den gesamten Körper, was Sexualität miteinschliesst. In diesem Zusammenhang erwähnt Thomas Schlag eine finnische Doktorarbeit – die ich leider bloss in Finnisch gefunden habe, sie euch aber nicht vorenthalten möchte. Die CVJM Hochschule in Kassel hat eine grosse Studie zu Sexualität unter hochreligiösen Christinnen erstellt und meine Kollegen von Ausgeglaubt haben dazu eine Folge aufgenommen.
Zudem möchte ich auf diese Folge von Geist.Zeit hinweisen, in der meine Kollegen mit Matthias Zeindler über reformierte Spiritualität sprechen. Und, zu guter Letzt: In Luzern sass zwei Monate lang ein KI-Jesus im Beichtstuhl als Experiment zu digitaler Seelsorge.





