Um solche Herausforderungen anzupacken ist Moisés Mayordomo ein passender Geist.Zeit-Gast. Gleich zu Anfang berichtet der Professor für Neues Testament, wie ihm die Spannung zwischen Glaube und historischen Fakten persönlich begegnet ist und wie er sie lebt.
Wie viel historisches Wissen brauchen wir über Jesus, ohne dass der Glaube an ihn in einer Faktenversessenheit endet? Die neutestamentlichen Geschichten als Jesusmärchen abtun, scheint jedenfalls keine hilfreiche Alternative. In dieser Gesprächssequenz wird klar: An Jesus als den auferstandenen Christus zu glauben ist mehr als historische Tatsachen für wahr zu halten. Und die Bibel bietet mehr als «Fakten oder nicht Fakten».
An zwei konkreten Beispielen versuchen Andi und Thorsten mit ihrem Gast aus Basel zu zeigen, wie hilfreich es für heutige Fragen ist, die Bibel historisch ernst zu nehmen.
Zunächst geht es um die wachsende Sehnsucht vieler junger Männer nach klaren und traditionellen Rollenbildern von Mann und Frau. War damals wirklich so klar, was Geschlecht bedeutet, wie heute gerne behauptet? Wie verstand man Männlichkeit in der Antike, und wie stand dazu die Männlichkeit eines Jesus oder eines Paulus?
Schliesslich dreht sich das Gespräch um die Offenbarung des Johannes. Sie enthält die gewaltvolle Darstellung eines allmächtigen Gottes, der brutal seinen Heilsplan verwirklicht. Wie gehen wir mit diesen Texten heute um? Was ist ihre Botschaft an uns in einer Zeit, in der Herrscher und Nationen ihre Interessen mit kriegerischer Gewalt durchsetzen und dies manchmal religiös und biblisch begründen?
Eine Podcast-Folge, in der exemplarisch und konkret klar wird, wie ein Umgang mit der Bibel gelingen kann, der uns hilft zu glauben und zu leben.
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2 Kommentare zu „Moisés Mayordomo: Die Bibel historisch ernst nehmen?!“
Moin Ihr Lieben,
bin grad noch dabei und mach Pause. Vielleicht kommt da also noch was zu von euch…
Paar Punkte:
Es bräuchte und gibt auch den vierten Kopf. Also die – wie ich – nicht alles supi oder alles kacke finden, sondern vermengt. Aber das von unten sehen. Nicht als Gottes Wort, sondern als Bilder. Die können oft sehr gut mit Knopf-Dreiern. Schon klar: Der Fundi-Gott ist leicht widerlegbar, und wenn es ihn doch gibt, ein Arschloch. Doch der postevangelikale moderate prozesstheologische etc. Gott muss sich hinterfragen lassen, wenn man alles messbare im Vorhinein entfernt, warum er keine unwiderlegbare Luftnummer ist…
Kommt gut in oire Woche-
andiG.
Lieber Andi, es ist wie so oft: Hauptsache, es gibt mehr als zwei Knöpfe, mehr als die fixe Idee eines starren Dualismus, in dem es nur absolute Antworten gibt. Dann gibt es jede Menge dritte Knöpfe, d.h. Zugänge zu Gott, bei denen man weiss, dass man es nicht mit einer feststellbaren Sache zu tun hat. Und richtig, beliebige oder willkürliche Luftnummern sind keine gute Alternativen. Die biblischen Texte, das Evangelium von Jesus Christus, die Leitlinien der Liebe und der Gerechtigkeit sind alles andere als ein anything goes. Alle genannten und noch weitere Ansätze wissen darum dass sie sich nicht selbst absolut setzen dürfen und zugleich für etwas bzw. jemanden stehen und nicht für alles mögliche. Liebe Grüsse, Thorsten