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Kierkegaard (Teil 2): Gegen das bequeme Denken

Im zweiten Teil zu Søren Kierkegaard geht es um die Wirkungsgeschichte seines Denkens und um die Frage, was Wahrheit für ihn überhaupt bedeutet. Kierkegaard interessiert sich nicht für Sätze, die richtig klingen, aber am Leben vorbeigehen. Wahrheit muss den Menschen treffen, sein Leben fordern und sich in der Existenz bewähren.

Darin liegt auch seine Kritik an abstrakten Systemen, wie er sie bei Hegel und im deutschen Idealismus sieht. Gleichzeitig wendet er sich gegen ein Verständnis von Subjektivität, das Wahrheit im bloss individuellen Empfinden auflöst. Wahrheit geht durch das Subjekt hindurch, aber sie entspringt nicht einfach ihm selbst.

Manuel und Peter zeichnen nach, wie stark Kierkegaard damit die Moderne geprägt hat. Sie sprechen über seine indirekte Kommunikation und die Pseudonyme, über seinen Einfluss auf Literaturtheorie und Lebensweltphilosophie, auf Heidegger, Sartre und Camus, aber auch auf die protestantische Theologie bei Karl Barth und Rudolf Bultmann.

Im Zentrum steht ausserdem Kierkegaards Analyse menschlicher Existenz: das ästhetische, das ethische und das religiöse Leben – und die Frage, warum sein Denken schliesslich auf eine christliche Perspektive zuläuft. Gerade hier zeigt sich, dass man Kierkegaard nur verkürzt versteht, wenn man seine Glaubensüberzeugung ausblendet.

So entsteht das Bild eines Denkers, der den Menschen in seiner Freiheit ernst nimmt, ihn aber nicht sich selbst überlässt. Eine Folge über Entscheidung, Schuld, Gnade und die Zumutung, Wahrheit nicht nur zu denken, sondern zu leben.

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