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Lesedauer: 8 Minuten

Keine Mutter sein

Jede Person, die biologisch dazu in der Lage ist, Kinder zu gebären, setzt sich wohl irgendwann mit dieser Frage auseinander. Vorurteils- und erwartungsfrei darüber gesprochen wird trotzdem selten. Dies ist ein Versuch, darüber zu schreiben. Ganz persönlich und mit dem Bewusstsein, dass es nicht nur schwarz und weiss, kein richtig und falsch in dieser Frage gibt. Und so, wie das Thema für viele Frauen nicht zu Ende gedacht ist, bleiben auch meine Gedanken dazu fragmentarisch.

«Ich bin keine Mutter und ich will keine werden. Ich habe mit mir selbst genug zu tun. Vom Tag meiner Geburt bis zu dem Tag, an dem ich sterbe, werde ich mit mir zusammengelebt haben. Das reicht mir.»

So die Protagonistin in dem Roman «Nie, nie, nie» von Linn Strømsborg. [1]

Auch für mich steht ein grosses: Nie, nie, nie neben der Frage, ob ich Kinder bekommen möchte, ob ich Mutter werden will. Will ich nicht.

Kind sein

Ich bin mit vielen Kindern aufgewachsen. Neben meinen zwei Schwestern war meine Mutter lange Tagesmutter von zwei Kindern. Meine Tante mit ihren drei Kindern hat neben uns gewohnt, auch sie war Tagesmutter. 6-10 Kinder tobten in den Gärten zwischen den Häusern hin und her, sprangen im Sommer in die vollen Regentonnen, liefen auf der Überschwemmung hinterm Haus im Winter Schlittschuh. Ich hatte eine schöne Kindheit, neben den normalen Katastrophen, die wohl jeder mitnimmt.

Ausfahrt Mutterschaft

Lebensläufe sind nicht linear. Sie laufen auf nichts Konkretes zu, ausser auf den Tod. Und trotzdem gibt es im Lebenslauf fast jeder Frau diese eine Abzweigung, die sie nur bedingt selbst begeht oder bestimmen kann. Das Strassenschild Mutterschaft steht seit gefühlt 590km am Strassenrand. In 283km müssen Sie abgebogen sein, oder Sie haben die Ausfahrt ein für allemal verpasst. Und die Erinnerung an diese eine Ausfahrt wird regelmässig mit den Hormonen ins Gedächtnis gespült.

Ob eine Frau selbstbestimmt entscheiden kann, nicht Mutter zu werden, hängt auch heute noch immens von sozialem Stand, gesellschaftlicher Situation, religiöser Prägung und Herkunft ab. Der Zugang zu Verhütungsmitteln bleibt Millionen von Frauen verwehrt. Reproduktive Selbstbestimmung der Frau ist nicht selbstverständlich.

Als weisse Mitteleuropäerin mit Zugang zu entsprechendem Gesundheitssystem bin ich privilegiert.

Mein Verhältnis zu meinem Körper ist ein schwieriges

Seit ich 16 bin, bekomme ich meine Periode. Einmal im Monat habe ich Bauchkrämpfe und bin Wärmflaschen addicted. Ich werde emotional, während mein Körper alles einlagert, was er von mir bekommt, und ich aufblähe wie Hefe.

Jeden Monat zu bemerken, was mein Körper veranstaltet, obwohl ich nicht schwanger bin, ist immer wieder nervig, schmerzhaft, verwirrend und eine Selbsterfahrung mit dem eigenen Körper.

Ich möchte mich nicht fortpflanzen. Ich habe eine unbegründete Angst davor, ein Embryo wüchse in meinem Körper.

Die Vorstellung, ein Lebewesen wäre in mir und alles, was ich ässe und tränke, käme nicht mir, sondern diesem Lebewesen zugute, irritiert mich. Ich will kein Mini Me. Ich will keiner kleinen Version von mir meine Ängste und Komplexe mitgeben. Das weiss ich sicher.

Frauen werden zu Opfern ihrer Hormone degradiert

Sätze wie: «Wenn nur der Richtige kommt, änderst du bestimmt deine Meinung» fallen regelmässig. Nicht selten höre ich Erfahrungsberichte von Freund:innen, deren Ärzt:innen mit übergriffigen Kommentaren die sogenannte tickende Uhr ansprechen.

Wenn ich für mich die Entscheidung treffe, nicht mehr hormonell zu verhüten, entstehen ebenso häufig unangenehme Situationen. In der Apotheke nach einer Pille danach zu fragen. Oder der emotionale Stress, wenn die Periode verspätet ist und frau sich gezwungen fühlt, nur um die Gewissheit zu haben nicht schwanger zu sein, einen Schwangerschaftstest zu machen. Alles schon erlebt. Alles bedingt angenehm, wenn frau kinderlos bleiben möchte.

Und immer wieder sich erklären müssen

Irgendwann, ich war vielleicht 23, sass ich morgens bei meinen Eltern am Frühstückstisch. Meine Mutter sagte, meine Schwestern hätten ihr erzählt, dass ich keine Kinder wolle. Mein Vater fragte, warum das so sei. Ob es einen Grund gäbe, weshalb Kinder für mich nicht in Frage kämen.

Während ich Frischkäse und Marmelade auf meinem Brötchen übereinanderschichtete und mein Vater sein gekochtes Ei in Scheiben auf seiner Brötchenhälfte aufschnitt, sprach ich über meine Ängste und Unsicherheiten. Das Eigelb war noch leicht flüssig.

«Und wenn du einen Partner hast, der sich Kinder wünscht?»

Meine Eltern sassen mir gegenüber. Sie blickten auf ihre Tochter, die jenes Familienkonzept für sich ablehnt, welches sie sich als Lebensinhalt ausersehen haben.

Während ich in mein Brötchen biss, sprach ich von dem Unbehagen, das mich überkommt, wenn ich mir vorstelle, Mutter sein zu müssen. Was neben der Milchpackung im Raum steht, ist das Ringen um Verständnis füreinander.

Wollen und Können

Ich will keinem Menschen aufbürden, sich mit dieser aktuell immer weiter zerreissenden Welt auseinandersetzen zu müssen. Andersherum gedacht: Wie kann ich angesichts der derzeitigen Weltlage, der Überbevölkerung, der Kriege und Klimakrise, ein Kind in diese Welt setzen?

Wenn ich schon meinen Nachrichtenkonsum reguliere und Tendenzen zum Eskapismus habe, wie soll es dann meinen hypothetischen Kindern gehen? Wenn ich schon überfordert bin mit der Vielzahl an Möglichkeiten und Notwendigkeiten, mich für die Zukunft der Welt und Gesellschaft zu engagieren, wie kann ich meinen hypothetischen Kindern eine Welt in Verantwortung übergeben, an der ich selbst immer wieder scheitere?

Erst 2022 wurde in Deutschland der Paragraph 219a aufgehoben, nach dem Arztpraxen keine «Werbung» für Abtreibungen machen dürfen. Jetzt erst kann offiziell über Schwangerschaftsabbrüche informiert werden.

Daneben ist die Anzahl der Arztpraxen, die eine Sterilisation für Frauen anbieten, überschaubar. Für die Frauen, die bereits geboren haben, ist dies meistens kein Problem. Für junge Frauen, die sich schon vor einem Alter von 35 Jahren dafür interessieren, sich sterilisieren zu lassen, kann die Suche meistens lange dauern. [2]

Dass Frauen, besonders durch die Pro-Life-Bewegung oder anderen ähnlich ausgerichteten Gruppierungen, weiterhin als nicht selbstbestimmt in Bezug auf ihren eigenen Körper angesehen werden, macht mich wütend. Erst recht, wenn dafür religiöse Gründe vorgeschoben werden. [3]

Weil ich das Leben liebe

Ich weiss nicht, was es mit mir machte, wenn ich eine Abtreibung vornehmen lassen müsste. Was ich weiss, ist, dass ich mir wünsche, niemals in dieser Situation zu sein.

Und dann heisst es: Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst. Selbstliebe bedeutet für mich, die richtigen Entscheidungen für mein Leben zu treffen, damit ich meine Liebe nach aussen leben kann. Nicht zu einem Kind, sondern zu meinen Freund:innen und meiner Familie, zu meinen Nächsten. Hier und Jetzt, so gut ich kann.

Ich habe zwei Schwestern und mittlerweile eine Nichte und einen Neffen. Ich liebe die beiden sehr und bin unglaublich froh, die beiden aufwachsen zu sehen und sie mit jedem Jahr mehr kennenzulernen. Ich bin gerne Tante, ich mag Kinder, will nur keine eigenen.

Wann beginnt eigentlich Leben? Diese Frage habe ich mir häufig gestellt. Oder, ob es einen Zeitpunkt gibt, zu dem ein Schwangerschaftsabbruch nicht mit der Tötung eines Lebewesens einhergeht. Die Veranlagung zum Menschen ist von Beginn an da. Das, was da entsteht, kann sich unter entsprechenden Bedingungen zu einem Menschen entwickeln. Und dieses potentielle Leben wird bei einer Ausschabung unweigerlich getötet.

Was aber, wenn durch die Mutterrolle auch in mir viele potenzielle Leben sterben?

Viele Entscheidungen, die ich dadurch nicht mehr frei treffen kann, viele Prioritäten, die ich anders setzen muss. Diese vielen möglichen Leben, die ich noch habe, sind mir wichtiger als dieses eine mögliche Leben, was in mir entstehen könnte.

Gleichzeitig bewundere ich jede Mutter. Ich bewundere meine Mutter, meine Schwestern, meine Freund:innen. Und sie erleben Dinge, treffen Entscheidungen, können Leben führen, die für mich so nicht möglich sind. Hier gibt es kein besser oder schlechter. Trotzdem weiss ich: Ich kann und will das nicht.

Ich bin genug damit beschäftigt, Verantwortung für mein Leben zu übernehmen. Es gibt ausreichend Probleme, Familienzusammenkünfte, Liebe, Arbeitsstress und Gedankenchaos. Ich bin gerne egoistisch, wenn das bedeutet, das Ganze für mich zu behalten.

Die Entscheidung gegen Kinder ist auch eine Entscheidung gegen mögliche Partner

Mit 27 hatte ich einen Partner, der sehr gerne Kinder haben wollte. Wenn man sich liebt und sich diesbezüglich nicht einig ist, ist das scheisse: Ich stelle mir eine andere Zukunft mit dir vor, als du es tust.

Die Entscheidung gegen Kinder ist auch eine Entscheidung gegen ein Lebenskonzept mit einer Rolle, die ich nicht ausfüllen möchte, gegen eine grössere Wohnung, gegen Windeln oder mini Sneaker kaufen, dagegen einen kleinen Menschen aufwachsen zu sehen, zu prägen und zu begleiten, der meine DNA trägt, aber vor allem eine Entscheidung für mich.

In dem Buch von Linn Strømsborg heisst es weiter:

«Ich will nicht das mein Leben stillsteht. Und ich habe ein erfülltes Leben, auch wenn ich keinen neuen Menschen zur Welt gebracht habe. Bewegung – im Kopf, im Herzen, im Körper –, mehr brauche ich nicht. Mein Kelch ist voll eingeschenkt, mir wird nichts mangeln.»

Mein Kelch ist voll eingeschenkt, mir wird nichts mangeln. Vielleicht klingt das aus dem Mund einer Theologin nochmal anders. Ich jedenfalls glaube dran.

 

Dem Thema widmet sich auch die ganz frisch in der Schweiz gestartete Intitiative «kinderfrei leben» – auch auf Instagram

[1] Zitate: Linn Strømsborg, «Nie, nie, nie», S. 19 und S.229. Fabienne hatte bereits ein BuchVlog zum Roman veröffentlicht.

[2] Infos zum Thema Sterilisation unter Selbstbestimmt Steril e.V., vgl. auch der Bericht: «Kein Kinderwunsch. Warum Sterilisation bei Frauen umstritten ist»

[3] Ergänzend zur Pro Life Bewegung: Der Marsch der jungen Abtreibungsgegner, von Philipp Bovermann

Foto: Ava Sol @unsplash

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10 Kommentare zu „Keine Mutter sein“

  1. Roland Portmann

    Oh wow mutig und gut geschrieben! Danke für deine Ehrlichkeit! Zu diesem Thema hätte ich einiges zu sagen… aber wo anfangen?
    Als ängstlich-neurotischer Vater von drei Kindern beschäftigen mich Fragen wie: Was wird aus denen? Können wir dies und das verantworten? Was mach ich alles richtig bzw. falsch?…Angst und Unsicherheit sind hier schwierige Ratgeber: die sehe ich aber auch sehr stark in deinem Post…
    Aber: Die Frage nach Sinn und Zweck und der Aufgabe meiner nichtigen Existenz haben sich beantwortet bzw. erübrigt; ich hab‘ gar keine Zeit mehr, darüber nach zuhirnen 😁.
    Mich würde noch interessieren, wie Du das in dein Glaubensleben einbettest? Wenn ich so in „unser“ Christentum schaue kommt mir da spontan nur Paulus und sein Tip zur Ehelosigkeit und dann das Nonnentum und der Zölibat in den Sinn… aber das ist hier bei dir mit „keine Kinder bekommen“ wohl eher nicht gemeint…?

    1. Janna Horstmann

      Hej lieber Roland,
      Danke für deine weiterführenden Gedanken. Zu der Frage nach meinem Glaubensleben: Ich möchte mich da, wie du schon vermutet hast, weder im Nonnentum, noch bei Paulus „verorten“. Ich sehe meine Verantwortung bei den mir anvertrauten Menschen und jenen, welchen ich in seelsorglichen Gesprächen begegne. Dabei ist es für mich nicht der bibelgemässe Tip eines Paulus, sondern es sind viel mehr die ethischen Weisungen, die zeitgeist unabhängig bedeutsam gemacht werden können und für mich keinerlei Rückschlüsse auf präferierte Familienkonzepte durchblicken lassen. Vielleicht hast du eine Idee, was ich meine?
      Liebe Grüsse,
      Janna

      1. Roland Portmann

        Liebe Janna
        Danke für die prompte Replik: welches sind denn deiner Ansicht nach diese ethischen Weisen?
        Mal mit der via negativa formuliert:
        „Gehet hin und seid fruchtbar!“ ja eher nicht…
        Die Frage ist auch, platt gestellt: Gibt’s nicht so etwas wie eine biblische Fortpflanzungsempfehlung, wenn nicht sogar Zwang? Im kath. Eheverständnis ist das ja mehr oder weniger so- nicht, dass ich das gut fände… ich bin da viel zu liberal zu; Aber wie verhalten wir uns zu so was? Nur auf die individuelle Freiheit zu verweisen, scheint mir etwas dünn…
        Und ich denke, „Familienkonzepte“ sind nochmals ne Frage für sich… haben wir zur Debatte „Ehe für alle“ schon diskutiert…
        Nochmals meine Frage: wie und wo verortest du das konkret in deinem Glaubensleben bzw. auch in und mit deinem theologischen Wissen?

        1. Janna Horstmann

          Lieber Roland,
          Ich lese keine biblische Fortpflanzungsempfehlung, nach der ich mein Leben ausrichten würde. Ich lese biblische Texte im Kontext ihrer Entstehung (wie du sicher auch) und lese dort viele, auch theologisch begründete Möglichkeiten das Leben mit oder ohne Kinder zu gestalten. „Seid fruchtbar und mehret euch“ spricht in eine Zeit, in welcher Familienzuwachs auch mit Existenzsicherung einherging. Dies ist 2023 nicht mehr aktuell. Jede „Empfehlung“, die mit konkreten Forderungen für meine Lebensgestaltung einhergeht, prüfe ich auf Sinnhaftigkeit für mein Leben und die Zeit, in der ich lebe. Das mag nicht für jeden Gläubigen die richtige Herangehensweise sein, ist aber für mich persönlich die richtige. Daher steht für mich unterm Strich auch, dass ich in allem, was ich tue und in meiner menschlichen Freiheit entscheide, auf ganz viel Liebe angewiesen bin. Denn ohne Liebe geht es nicht. Simul iustus et peccator.

          1. Roland Portmann

            So „nicht aktuell“ ist das eben nicht, wenn wir den Geburtenrückgang und die damit einher gehende Überalterung betrachten… in Japan und China wird‘s in dem Bezug ziemlich bald brenzlig… und als TheologInnen solltenwir halt theologisch- protestantisch eben biblisch argumentieren: gilt heute nicht mehr, ist mir zu einfach😉

  2. Annette Spitzenberg

    Ich bin zwar nicht die Autorin dieses spannenden Artikels, doch mir kommt in den Sinn, dass in apokalyptischen Texten durchaus steht, dass Frauen, die nicht geboren haben, glücklich zu schätzen sind. Dies geschrieben in einer Gesellschaft und Kultur, in welcher es noch viel mehr zum Ansehen einer Frau gehörte, Mutter zu sein als heute und keine Frau selbst darüber bestimmen konnte. Z.B. Lk 21, 23.

    1. Janna Horstmann

      Herzlichen Dank für ihren Kommentar, liebe Frau Spitzenberg. Ich denke auch, dass die Bibel eine Vielzahl an unterschiedlichen Texten in Bezug auf die Lebensgestaltung einer Frau bietet. Die Frauen sind in den Texten eben nur kaum selbst zu Wort gekommen, also bedurfte es häufig eine Erklärung aus männlicher Perspektive. Das Frauen auf Legitimationen und Zugeständnisse von aussen angewiesen sind, ist leider meines Erachtens nach wie vor der Fall…

  3. Hallo Janna,
    deine ehrlichen Schilderungen finde ich mutig und ich kann mich in die meisten Gedanken und Empfindungen gut hineinversetzen.

    Ich denke nicht, dass Ängste grundsätzlich schwierige Ratgeber sind. Weshalb sollte man nicht (auch) auf sie hören?

    Elternschaft, Mutterschaft, Schwangerschaft sind wirklich ambivalent. Und ich finde es allemal besser und reflektierter, wenn sich eine Frau oder ein Paar vor der Schwangerschaft der eigenen Ängste und Unsicherheiten bewusst ist, und sich ggf für eine Sterilisation entscheidet, als wenn – wonach es aktuell wohl statistisch aussieht – die Schwangerschaftsabbrüche steigen, die mit „passt nicht ins Lebenskonzept“ und „falscher Zeitpunkt angesichts der Lage der Welt“ begründet werden.

    Zugunsten der Mutterschaft 😉 würde ich aber noch anfügen, dass mit dem Muttersein sich auch neue Lebenswege und Entfaltungsfelder ergeben können, die frau vorher gar nicht auf ihrer potenziellen Liste hatte. Also so sehr Kinder auch die eigene Freiheit begrenzen mögen, sie können auch neue Freiheitsräume eröffnen – zum Beispiel durch ihre schonungslose Art, einem den Spiegel vorzuhalten, dazu beitragen, dass man sich frei macht von ungesunden Denk-& Verhaltensmustern, die man selbst als Kind mitbekommen hatte.

    1. Roland Portmann

      Doch, Angst ist ein schwieriger Ratgeber, wenn sie das eigene Denken und Handeln bestimmt; die eigenen Ängste wahr- und erbst nehemen, sich ihnen zu stellen und sie hoffentlich mit Vertrauen und Hoffnung zu überwinden sind etwas anderes😁

      1. Das verstehe ich. Ich denke aber doch, dass es durchaus Situationen gibt, in denen Angst als Ratgeber sinnvoll ist. Die Menschheit wäre längst ausgestorben, hätten unsere Vorfahren nicht auf so manche Angst gehört und sich stattdessen furchtlos den Bären zum Fraß vorgeworfen, sich in Schluchten oder ins Feuer gestürzt oder giftige Pflanzen gegessen etc.
        Klar, sie wäre auch ausgestorben, hätten alle aus Angst/Unsicherheit keine Kinder mehr gezeugt 😉, aber ich denke, man kann nicht pauschal sagen, Angst sei immer ein schwieriger Ratgeber.
        Ich hoffe, mit dem Beispiel wird deutlicher, was ich meinte.

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