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Hilfe bei Glaubenskrise

Die Geschichte von Hiob im Alten Testament bietet dazu einige Anknüpfungspunkte – Do’s und Dont’s. Hiob erleidet grosse Verluste und wird schwer krank. Seine Freunde besuchen ihn, um mit ihm zu trauern. Und erst einmal tun sie etwas sehr Seelsorgerisches: Sie setzen sich zu ihm und schweigen. Sieben Tage und Nächte lang, „denn sie sahen, dass der Schmerz sehr gross war“ (Hiob 2,13). Dann jedoch versuchen sie herauszufinden, was Hiob falsch gemacht hat, dass er von Gott derart bestraft wird. Sie drängen ihn, Gott zu suchen, wieder „richtig“ zu glauben, und bekräftigen nur ihre eigenen Vorstellungen von Gott. Hiob sieht keinen Fehler bei sich. Er wünscht sich aber nur noch, zu sterben. Gott soll ihn in Ruhe lassen – oder aber ihm erklären, warum er so leiden muss.

Die guten Ratschläge seiner Freunde sind kontraproduktiv, sie bringen Hiob nur noch weiter auf. Schliesslich antwortet Gott selber und widerspricht Hiobs Freunden. Gott stellt sich selber vor, wird als Gesprächspartner erlebbar. Der einzige Weg für den Zweifler, die Zweiflerin, Frieden zu finden.

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3 Kommentare zu „Hilfe bei Glaubenskrise“

  1. Roland Portmann

    Wie immer vielen Dank für diesen Beitrag; Eine Frage: Was heisst denn hier genau „Glauben“? Glaubenssätze für „richtig“ erachten? Ich denke, du redest hier wohl vorallem über oder zu „Postevangelikalen“, die eben dogmatische Glaubenssätze hinterfragen und merken, dass die im Alltag nur bedingt oder gar nicht tauglich sind (z.B. die rigide Sexualethik wie kein Sex vor der Ehe, Bibel 1:1 als Wort Gottes, Satisfaktionslehre etc.)…. Die Mehrheit unserer Mitglieder sind aber meist noch im landeskirchlichen Milieu aufgewachsen; in meinem „agglo- landeskirchlichen“ Umfeld fragt man sich eher, ob es Gott überhaupt gibt und wo ich Gott oder das Göttliche im Alltag überhaupt spüre…

    1. Evelyne Baumberger

      Lieber Roland, danke für deinen Kommentar! Ja, das richtet sich wirklich vor allem an (Post-)evangelikale, von denen es in unserer RefLab-Community viele hat (und zu denen ich selber gehöre). Im landeskirchlichen Umfeld ist die „Glaubenskultur“ eine andere, da hast du natürlich total recht. Diese soll im RefLab sicher nicht zu kurz kommen; es fällt mir z. B. die neue Folge von „Holy Embodied“ ein, wo es darum geht, warum viele im Wald so viel mehr vom Göttlichen spüren als in einer Kirche. Liebi Grüess!

      1. Marcel Schneiter

        Stark, danke!
        Beziehungen knüpfen und pflegen, einander zuhören, schweigen können, sich Fragen stellen, Zweifel zulassen, Differenzen aushalten, Wege suchen und Schritte wagen.
        Probebohrungen in den Himmel 😉

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