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Gibt es verschiedene Wahrheiten? (Parmenides)

«Jeder hat seine eigene Wahrheit», kann man in postmodernen Zeiten oft hören. Die Rede von «alternativen Fakten» unter der Präsidentschaft Donald Trumps hat dann aber doch einige Empörung ausgelöst. Wo kommen wir denn hin, wenn es keine verbindliche Grundlage für unsere Behauptungen mehr gibt? Eben diese Fragen stehen im Zentrum der heutigen Diskussion um den Philosophen Parmenides (515–455 v.Chr.), der wohl als erster darauf bestanden hat, dass es nur eine (Singular!) Wahrheit geben darf. Ist das eine zwingende Voraussetzung für ein vernünftiges Zusammenleben von Menschen? Und was bedeutet es für den christlichen Glauben, der bekanntlich einen sog. «Absolutheitsanspruch» auf Wahrheit erhebt?

Zu den Beitragenden

Manuel Schmid ist Mitarbeiter bei www.reflab.ch. Er wurde mit einer religionsphilosophischen Arbeit promoviert und liebt es, unsere Zeit und Gesellschaft durch vertieftes Nachdenken und angeregtes Diskutieren besser verstehen zu lernen.  

Heinzpeter Hempelmann ist Professor für Systematische Theologie und Religionsphilosophie, Autor von über 40 Büchern und 500 Aufsätzen (viele davon sind hier kostenlos abrufbar). Er ist ausgewiesener Experte in Fragen der Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie sowie der Lebensweltforschung – und er hat eine Leidenschaft für die verständliche Vermittlung komplexer philosophischer und theologischer Sachverhalte.

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4 Kommentare zu „Gibt es verschiedene Wahrheiten? (Parmenides)“

  1. Roland Portmann

    Ganz grosses Kino! herzlichen Dank: das inspiriert mich zu „geistreichen“ Predigten! Wann kommt Hempelmann in die Schweiz (Zwinker)?

  2. Parmenides kann ich verstehen wenn ich aus der Geamtheit seiner Aussagen schliesse, dass er eine mystische Einheitserfahrung erlebt und dann gedeutet hat als Einswerden mit einer universellen überzeugenden Wahrheit ungetrennten Heil- und Ganzseins, über welche Erfahrung bis heute alle entsprechend Erfahrenden einig bezeugen, dass diese Einheitserfahrung alle philosophische Spekulation übersteigt. Zum Thema „Auferstehung“: Daran zu glauben ist keine ausserordentliche religiöse Leistung, denn leibliche Erscheinungen Verstorbener ereignen sich bis heute. Meister erscheinen um hilfreich zu sein. Christus ist weder einzig noch ist mir dies wichtiger als was er gelehrt hat. http://www.kurtdressler.ch

  3. Und was ist mit Heraklit? Der Krieg ist der Vater aller Dinge? Der Wettbewerb ist das entscheidende Element? Pantha re, alles fließt? Wahrheit ereignet sich in Begegnung? Die Gleichnisse, die Parmenides stark machen sollen führen ihn Absurdum. Ich bin selber Bogenschütze. Ich weiß und erlebe sie mein Pfeil sich bewegt. Das sind nicht nur Standbilder. Achill überholt die Schidkröte. Da muss noch nachgearbeitet werden, meine Meinung.

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