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Die Birkenstock-Initiative

Nach dem Burka-Verbot kam die Birkenstock-Initiative, die das Sockentragen mit Sandalen als nicht zeitgemäss und blasphemisch titulierte. Denn auch Jesus lief zumeist barfuss oder dann in seinen Sandalen herum. Eine renommierte Sportmarke nutzte die Gunst der Stunde und lancierte Air Jerusalem. Der Schuh verkaufte sich mässig.

Kurz darauf konvertierte Roger Federer, Tennis-Ass der Nation, zum gemässigten Islam. Die Feier wurde in Dubai auf der Terrasse des Burj Khalifa abgehalten. Das öffentliche Tragen seiner ON-Schuhe wurde anschliessend auf eidgenössischem Boden ebenfalls verboten.

Um im Tennisjargon zu bleiben, ging es dann Schlag auf Schlag: Es folgten die Mephisto– und die Calida-Initiative, die 80-Jährige+ in ihre schwersten Lebenskrisen (nach der Pensionierung) brachten. Als die Schuh- und Textilbranche in der Schweiz kapitulierte und sich die schlecht bezahlten Mitarbeitenden in Taiwan und China einen neuen Arbeitgeber suchen mussten, wurden Initiativen zum häufig eingesetzten Kampfinstrument auf dem politischen Parkett. Hier eine nicht abschliessende Aufzählung:

  • Polka-Verbot, da Rundtänze zur Kategorie des Derwisch-Tanzes zugeordnet werden können.
  • Die Initiative zum «Obligatorium des Aufbewahrens von nervenden KiTa-Kindern in Kryoboxen», lanciert vom Ekelkinder-Komitee.
  • Die Initiative «Die Mitte soll wieder CVP heissen», die aber haargenau mit einem 50% NEIN- bzw. JA-Anteil endete. Die goldene Mitte stürzte die Partei in eine schwere Krise.
  • Die Initiative «Zum Abhören der Netflix-Sendungen des Nachbars, solange ich nichts zahlen muss». Wurde zwar angenommen, aber die Initiative hätte besser folgendermassen lauten müssen: «Zum Anschauen der Netflix-Sendungen des Nachbars».
  • Die Initiative zum «Obligatorium der 2. Impfung für Ueli Maurer». Wurde mit einem sagenhaften JA-Anteil von 89% angenommen. Der Bundesrat war zäh und überlebte.
  • Die Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser angereichert mit Kohlensäure aus Kohlenstoffdioxid vom mehrjährigen VW-Abgasskandal». Scheiterte an der Komplexität des Namens.
  • Die «Agasul-Initiative», die afrikanisch klingende Dorfnamen aus der Schweiz verbieten wollte.
  • Die Initiative zum «Verbot von Hasskommentaren auf Schweizer Strassenschilder». Bitsch im Kanton Wallis wehrte sich erfolgreich.
  • Die Initiative «Wieso können Lobbyisten, die sowieso im Bundeshaus kampieren, nicht die Aufgaben der Politiker übernehmen, es wäre doch alles viel effizienter und Politik würde doch schneller gehen?». Scheiterte an der verschachtelten Frage, die für Unsicherheit im Volk sorgte.
  • Die Initiative «Kirchenglocken können sonntags läuten, aber mit einer Frequenz über 20’000 Hertz», die aber vom Fledermaus-Komitee sabotiert wurde.

Ich hätte ewig weitermachen können, aber dann kam die Initiative für das «Verbot von Satire auf binären Codes» und ich wurde aufgehaa-sfjsfsfösdjfsfjsfsjf.

 

Bild: Nils Wanner auf Wikicommons

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