Dein digitales Lagerfeuer
Dein digitales Lagerfeuer

Ethik & Gesellschaft

Jetzt wird mit Schallkanonen auf Flüchtlinge gezielt. Eine Nachricht neben anderen. Eine Information im Informationsstrom. Und gleichzeitig: Was für eine Ungeheuerlichkeit, was für eine Monstrosität.
Der Ständerat diskutierte heute über die Beteiligung der Schweiz am europäischen Grenzschutz.
Ich durfte das erste Mal abstimmen und musste für mich zunächst definieren, welche Person ich sein möchte.
Während in Deutschland alle Mentalitätsunterschiede reflexartig mit den Himmelsrichtungen Osten und Westen, in Italien mit Norden und Süden erklärt werden und es in Frankreich ohnehin nur Paris oder die Banlieue gibt, müssen wir Schweizer:innen etwas vielfältiger und kreativer sein, um unsere mentalen Grenzen zu ziehen.
So langsam scheint ein gewisses Aufatmen erlaubt und angemessen zu sein: Das Schlimmste der aktuellen Pandemiekrise ist hoffentlich hinter uns. Wird bald alles wieder normal sein können? Und was genau meint «normal» eigentlich? Manuel Schmid macht sich hier einige Gedanken zur Einstimmung auf die sogenannte «Normalisierungsphase»…
Ein weiterer christlicher Feiertag beschenkt uns mit einem verlängerten Wochenende. Manuel Schmid macht sich in diesem Beitrag Gedanken über den Verbleib des Heiligen Geistes, dem das Pfingstfest gewidmet ist.
Es gibt Zustände und Situationen, die man bedauert, in denen man mitleidet und es kaum aushält, dass man sie nicht verändern kann. Für mich ist der Nahostkonflikt eine Aneinanderreihung solcher Situationen und Zustände.
Der Reliquienkult erfährt gegenwärtig eine erstaunliche Neuauflage. Allerdings nicht im religiösen, sondern im atheistischen Rahmen. Das Begehren richtet sich darauf, nicht bestattet zu werden, sondern als Exponat im Museum posthume Aufmerksamkeit zu geniessen. Was sagt das über unsere Gegenwart aus?
Unser Erscheinungsbild ist ein Grund zur Freude, könnte man meinen. Es zeigt an: Wir sind da! Wir leben! Das Gesicht ist das Interface unseres Daseins. Viele aber sind unzufrieden mit sich, v.a. nach langen Videokonferenzen.
Arbeitslosigkeit ist für viele Menschen ein schwieriger Zustand. Besonders im letzten Drittel der Erwerbstätigkeit, mit 45-50plus, wirkt sie bedrohlich. Quälende Fragen nach der Zukunft tauchen auf. Anders als in den USA gilt es besonders in der Schweiz immer noch als beschämend, keine Arbeit zu haben.  Diese existenziellen Nöte sind durch die Covid-19-Situation gravierender geworden. Für Stellensuchende fallen nebst den alltäglichen sozialen Kontakten in Geschäft oder Büro auch persönliche Treffen mit Freunden, Familie oder Kollegen weg; Sportvereine pausieren, Fitnessstudios sind geschlossen, das soziale Leben brennt auf Sparflamme.
Heute hat Livenet einen Beitrag von Daniel Gerber veröffentlicht. Unter dem Titel «Kultur der Angst und Zensur» wird die finnische Politikerin Pävi Räsänen als Opfer einer liberalen Meinungsdiktatur stilisiert. Der Artikel verzichtet darauf, die strittigen Äusserungen zu zitieren. Wer sich informiert merkt schnell: Hier wird nicht christliches Gedankengut zensiert, sondern biologistische Hassrede angezeigt. Warum aber solidarisieren sich ausgerechnet christlich-fundamentalistische Kreise mit solchem rechten Gedankengut? 
Im römischen Reich wurden Gotteslästerer an den Galgen gebracht oder durch das Entzweischneiden ihrer Zunge an weiteren Sprechsünden gehindert. In unseren liberalen Gesellschaften erscheinen Blasphemieverbote dagegen als antiquiert. Verschiedene Staaten haben die betreffenden Gesetzesartikel gestrichen. Mich interessiert in diesem Beitrag die spezifisch christliche Dimension der Diskussion um Blasphemie, die Paradoxie der Schändung des Geschändeten.

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