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Ausgeglaubt: Leben wir mit Religion besser?

Religion sitzt in der Neuzeit vermehrt auf der Anklagebank. Sind nicht die Religionen die eigentlichen Brandbeschleuniger der Weltgeschichte, die Menschen zu Kriegen im Namen Gottes treiben und grosses Leid verursachen? Stephan und Manuel unterhalten sich über die Berechtigung solcher Anschuldigungen – und dann auch über die ganz individuellen Vorteile, die Menschen aus ihrer Religiosität ziehen. Laut Studien sind religiöse Menschen im Durchschnitt ausgeglichener, gesünder und glücklicher. Das wirft allerdings auch die Frage auf, ob es den Sinn von Religion nicht gerade pervertiert, wenn man sie um persönlicher Vorteile Willen verfolgt…

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3 Kommentare zu „Ausgeglaubt: Leben wir mit Religion besser?“

  1. Samuel Wagner

    Hallo Stephan und Manuel
    Danke für eure inspirierenden Gedanken. Noch zum Thema “Kreuzigung des Kriegsgottes”, Manuel hat angespielt auf Greg Boyds Buch “The Crucifixion of the Warrior God”. Ich höre viel und sehe es auch so, dass Jesus die Liebe in Person bist. Dass Gott also nicht im eigentlichen Sinne nur Mensch, sondern Liebe geworden ist, aber man muss doch auch aufpassen, keinen Dualismus zwischen AT und NT aufzubauen: Auf der einen Seite der rachsüchtige, gewalttätige Gott der Juden und auf der andern Seite der mitfühlende, liebende Gott der Christen. Erstens waren Jesus und Paulus Juden und beide “beziehen” die Liebesgebote eindeutig aus dem Alten Testament.

    Meine Frage an Manuel: Meinst du es so, dass der “gewalttätige Gott des AT” gekreuzigt werden musste, um in Jesus zur Liebe werden zu können? Damit hätte ich ein Problem… Die Abwertung des Judentums und der hebräischen Bibel durch das Christentums während Jahrhunderten spricht eine deutliche Sprache. Ich habe als Christ Mühe hier ein scharfe Grenze zwischen Alten und Neuen Testament zu ziehen. Zudem: War es nicht Jesus, der sagte: Ich bin nicht gekommen Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Man kann im Alten und Neuen Testament viele Belege für eine dunkle und eine liebende Seite Gotts finden. Ich empfehle zur Vertiefung den “Deep Talks” Podcast von Paul Anleitner, der eine tolle Serie mit dem “Problem of the evil” bietet.

    1. Manuel Schmid

      Lieber Samuel, vielen Dank für deine Rückmeldung und die Rückfrage an mich. Ja, ich bin ganz bei dir: es ist nicht nur historisch, sondern auch theologisch problematisch, den Gott des AT gegen den Gott des NT aufzubringen. Das würde ich nicht sagen wollen, und das ist auch nicht die Absicht von Greg Boyd mit seiner kruziformen Hermeneutik. M.E. geht es schlicht darum, die Einflüsse zeitgenössischer Gottesvorstellungen auf die biblischen Narrative anzuerkennen – und auch zuzugestehen, dass teilweise ausgesprochen fragwürdige, weil gewalttätige, auf Rache oder Überwältigung abzielende Gottesvorstellungen die Erzählungen der Bibel mitgeprägt haben. Das NT würde Boyd von dieser Beobachtung gar nicht kategorisch ausnehmen – er würde aber die Offenbarung Gottes in der Selbsthingabe Jesu am Kreuz als Kristallisationspunkt einer Liebe definieren, von der aus die ganze Bibel gelesen werden und in ein neues Licht gestellt werden kann. Er denkt hier m.E. ziemlich nahe den theologischen Weichenstellungen von Moltmann entlang.

  2. Danke für den Podcast.
    Mein Motto dazu ist “Keine Religion ist auch keine Lösung” und ich stelle mir dazu Graffitos, Aufkleber, o.ä. mit Davidstern, Kreuz und Halbmond (stellvertretend für alle Religionen) vor. Ein unreflektierter Atheismus, der sich auf einer höheren geistigen Evolutionsstufe wähnt, ist für mich gedanklich im 19. Jahrhundert stehen geblieben.

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