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Lesedauer: 2 Minuten

Wissenschaft ist kein Orchideenzüchterverein

Die Legalisierung von Cannabis, der Gender Pay Gap, die Wirksamkeit von Homöopathie oder – das aktuell wohl heisseste Thema – das Impfen: Im Moment gibt es viele Diskussionsthemen, die emotional besprochen werden. Meist steht am Ende Meinung gegen Meinung, die Stimmung ist futsch und alle Beteiligten fragen sich, warum die Welt so kaputt und dumm ist.

Was hilft? Natürlich, ein Buch. Dr. Mai Thi Nguyen-Kim vom YouTube-Kanal „MaiLab“ hat im März „Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit“ veröffentlicht. Darin untersucht die promovierte Wissenschaftsjournalistin Studien rund um die oben genannten Themen (und einige mehr) und will einen Überblick schaffen, was wissenschaftlich haltbar ist, was wissenschaftlich widerlegt ist und – ebenfalls wichtig – wo es offene und ungeklärte Fragen gibt. Damit zeigt sie das Potenzial, aber auch die Grenzen, die Wissenschaft hat.

Das Hauptanliegen des Buchs: Wissenschaft ist nicht perfekt und nicht immer eindeutig, aber keinesfalls ein exotischer Orchideenzüchterverein, der nichts zu sagen hat. Die grösste Stärke des Buchs liegt darin, dass Nguyen-Kim nicht nur die Studienergebnisse und Statistiken untersucht, sondern prüft, wie sie zustandekommen und dementsprechend die Ergebnisse für Laien verständlich einordnet. All das ergibt ein Buch, das differenziert aktuelle Themen aufgreift und das Potenzial hat, Ruhe in die aufgeheizte Stimmung zu bringen (wenn mensch es denn lesen täte).

Mai Thi Nguyen-Kim: Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit, Drömer Verlag 2021.

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