Dein digitales Lagerfeuer
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Verweile doch, du bist so schön

Sommer, du mit deinen dunkelgoldgelben Feldern und dunkel grünvollen Wäldern und dunkel verheissungsvollen Wellen, am Strand und auf dem Land. Und Landluft und Landmaschinen auf Landstrassen und Sommer auf dem Land und Sommer und Land und Sommer und Sommer und Sommer.

Sollen wir gehen? Oder bist du schon gegangen, Sommer?

Ich sehe dich vorbeiziehen, an den Masten und Häusern, den Zäunen und Schranken, dem dunkelgrün, dem dunkelgelb, dem dunkelblau, bis die Farbe weicht und alles dunkel bleibt. Du ziehst vorbei.

Musst du denn schon gehen? Verweile doch, du bist so schön.

Mitten im Sommer sehe ich Sekunden und Stunden durch die Sanduhr purzeln. Ich ziehe mir die Decke bis zum Hals. Meine Angst schlägt aus, mir ist kalt, schon wieder so kalt. Bin ich allein hier, machst du Schluss mit mir, Sommer?

Die Röcke hängen noch überm Bett, Haut riecht nach Pommes und Fritteusen Fett. Zumindest meine ich noch deine letzten Überreste, die späten Sommerfeste, die Bräunungsstreifen, das, was du übriglässt, zu spüren.

Hast du mich schon verlassen?

Du, mit deiner Sonne und deinen leichten Kleidern? In der Spüle liegt noch der Stiel vom letzten Wassereis, das vor Wochen schon geschmolzen- zurück bleiben die graukalten Tage.

Hast du die Hitze mitgenommen. Die schwülen müden Stunden am Pool, zwischen Grünpflanzen und Eisteeaufgüssen. Was ist mit den Rasensprengern, durch die ich am Strassenrand getanzt bin?

Was, wenn ich nichts mehr fühle, wenn du dich davonschleichst und mit dir meine kleine Leichtigkeit, die ich so mühevoll gehegt und pflegt. Ist es wirklich wahr, du gehst?

Lässt du mir zumindest etwas von deiner opulenten Herrlichkeit? Den dunkelgoldgelben Feldern, den Rasensprengern, dem Wassereis. Ich wünscht’ mich trügt allein dein Schein. Aber die Tiefenschatten verbleichen.

Also bleiben die Röcke, der Frost unter der Decke und ich bleibe da, wo du nie warst. Und du, Sommer, nimmst mit, was ich jetzt schon vermiss’

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1 Gedanke zu „Verweile doch, du bist so schön“

  1. “Es war seit jeher den Epigonen vorbehalten, befruchtende Hypothesen des Meisters in starres Dogma zu verwandeln und satte Beruhigung zu finden, wo ein bahnbrechender Geist schöpferische Zweifel empfand.” (Rosa Luxemburg)

    Die Schöpfung ist …!?

    Antworten

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