Less noise, more conversation.
Less noise, more conversation.
 Lesedauer: < 1 Minute

Ehe, Konkubinat – oder doch was anderes?

Die Rechtskommission des Ständerats hat darin den Gesetzesentwurf zu einem neuen Rechtsinstitut vorgelegt: dem Pacte civil de solidarité (PACS) – einer formellen Lebenspartnerschaft irgendwo zwischen Konkubinat und Ehe.

Die Idee: Paare sollen Rechtssicherheit und Schutz fürs Zusammenleben bekommen, ohne gleich die lebenslangen Folgen der Ehe zu übernehmen. Ein «Konkubinat plus» sozusagen – einfach zu begründen, einfach wieder aufzulösen. Güterrecht und alles rund um Kinder bleiben aber der Ehe vorbehalten.

Und genau da wird’s spannend aus christlicher Sicht. Die Ehe findet sich schon in der Bibel, im Alten wie im Neuen Testament. Über die Jahrhunderte hat sie sich in der christlichen Welt aber zu einer staatlich verankerten Institution entwickelt. Für sie könnte der PACS Folgen haben. Kritische Stimmen befürchten sogar: Er könnte die Ehe noch weiter schwächen.

Wie seht ihr das? Welche Stellung hat die Ehe heute für euch – und glaubt ihr, der PACS würde überhaupt rege genutzt?

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von RefLab – Podcasts, Vlogs & Blogs (@reflab.ch)

6 Kommentare zu „Ehe, Konkubinat – oder doch was anderes?“

  1. Das Wort “Vernehmlassung” musste ich zunächst googeln. PACS klingt nach einer echten Alternative zur Ehe, möglicherweise kann das auch eine Vorstufe sein. Die Ehe kann relativ einfach und schnell geschlossen werden, die Auflösung ist ein unangenehmer, komplexer und zudem auch kostspieliger Akt, der vor einem weltlichen Gericht stattfinden muss. Das ist heutzutage unverhältnismäßig. Übrigens: Mit kostspielig meine ich nicht einen gerechten Versorgungsausgleich.
    Ein PACS kann ebenso eine tiefe emotionale Bindung untermauern und – wenn es gut läuft – lebenslang halten.

    Antworten
    • Danke für deinen Kommentar!
      Dein Gedanke, dass der PACS eine Vorstufe zur Ehe sein könnte, entspricht genau dem, was Vertreter:innen in der Ständeratskommission betont haben. Da liegt grosses Potenzial.
      Dass die Eheauflösung ein komplexer Prozess ist, finde ich allerdings nicht grundsätzlich schlecht oder aus der Zeit gefallen. Die Eheschliessung hat halt Gewicht und weitreichende Konsequenzen. Daraus folgt gezwungenermassen ein komplexer Auflösungsprozess, wenn es dazu kommt.
      Und ja, es stimmt sicher, dass ein PACS eine tiefe emotionale Bindung untermauern kann. Mich würden dann aber vor allem die Argumente derer interessieren, die eine tiefe, lebenslange Bindung eingehen möchten, dies aber mit einem PACS und nicht mit einer Eheschliessung tun wollen. In dem Fall scheint die Ehe rein theoretisch ja auch sehr passend.

      Antworten
      • Vielen Dank für deine Gedanken. Ich stimme zu, eine gewisse Komplexität bei der Auflösung einer Ehe ist unumgänglich. Das habe ich etwas zu salopp betont. Zu deiner konkreten Frage: Jeder Mensch, der eine Ehe eingeht, hat die Vorstellung, dass diese lebenslang gilt und auch hält. Die Realität sieht leider (!) anders aus. In Deutschland liegt die Scheidungsquote im Durchschnitt bei knapp 36 Prozent, in der Schweiz sogar bei 40 Prozent. Starke regionale Schwankungen und Land-/Stadt-Unterschiede gibt es in beiden Ländern.

        Auch für eine PACS gilt, die Grundlage ist ebenfalls Liebe und sie kann lebenslang gelten und halten. Sollte das nicht gelingen, wird sie aufgehoben – quasi geschieden. Für mich fühlt sich die PACS etwas weniger gezwungen an.

        Antworten
        • Da hast du wahrscheinlich recht, Thomas. Der PACS könnte also ein Ritual sein, das Liebe und langfristige Partnerschaft besiegelt, ohne dabei die Realität aus dem Blick zu verlieren, dass es auch wieder einmal zu einer Trennung kommen könnte. Das scheint der zentrale Unterschied und genau das zu sein, was aus gewissen Kreisen kritisiert wird oder werden könnte, die von einem (ziemlich idealistischen und, wie du sagst, häufig unrealistischen) Bild des lebenslangen Bundes ausgehen.

          Vielleicht kann der PACS eine zeitgemässe Alternative zur Ehe bieten. Ich bin gespannt, wie es mit diesem Gesetz weitergeht und vor allem, ob von einem allfälligen nationalen PACS viel Gebrauch gemacht würde. Im Kanton Genf, wo es auf kantonaler Ebene bereits einen PACS gibt, sind 95 Prozent der rechtlich geregelten Partnerschaftsformen immer noch Eheschliessungen und nur 5 Prozent PACS. Dort hat diese Alternative noch nicht sehr stark eingeschlagen. Vielleicht würde sich das aber mit der Zeit und mit der schweizweiten Einführung ändern.

          Antworten
    • Danke für deinen Kommentar!

      Was genau meinst du mit Verantwortungsgemeinschaft? Das fände ich für meine weitere Recherche noch spannend.

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Das RefLab-Team prüft alle Kommentare auf Spam, bevor sie freigeschaltet werden. Dein Kommentar ist deswegen nicht sofort nach dem Abschicken sichtbar, insbesondere, falls du am Abend oder am Wochenende postest.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

RefLab regelmässig in deiner Mailbox