Less noise – more conversation.
Lesedauer: 4 Minuten

Nur schlechte Nachrichten?

Wer liest und hört, interpretiert. Unvermeidlich. Kommunikation hängt immer auch von der Empfängerin, vom Empfänger der Botschaft ab. Alles längst klar. Wirklich? Sind wir uns dessen bewusst?

Das Gespräch über die „besondere Lage“ – ist sie das noch, oder ist es inzwischen eine „Krise“ oder ist die Lage gar ausserordentlich? Ausserhalb jeder Ordnung …?

Höchste Eskalationsstufe?

Begriffsklärung und Sachlichkeit tut Not. Es lohnt sich zurückzufragen. Nach der gestrigen (13.März) Verlautbarung durch den Bund befinden wir uns (Stand heute) definitionsgemäss immer noch in der „besonderen Lage“, die vorher schon so genannt wurde. Freilich wird sie jetzt noch restriktiver interpretiert.

Wenn ich mich aber umhöre, meinen nicht wenige Menschen, dass wir uns schon in der höchsten Eskalationsstufe „ausserordentliche Lage“ befinden, die das BAG definieren kann. Dies ist aber klar nicht der Fall. Man höre das Echo der Zeit vom 13. März 18:00 Uhr. Würden denn sonst die Kantone noch mit ihrer eigenen Interpretation der Lage überhaupt noch etwas zu sagen haben. Nach wie vor aber haben sie das, wie heute auf allen Nachrichtenkanälen zu hören und zu lesen ist.

Krise

Die Angst spricht auch gerne von der Krise. Aber sie spricht davon ohne zu wissen, was das Wort eigentlich bedeutet. Die Angst tut das ihrige, sie eskaliert die Emotionen.

„Krise“ aber trägt die Fähigkeit in sich zu beobachten und zu unterscheiden explizit in sich. Hinter dem eingedeutschten Nomen verbirgt sich die griechische Verbalform „krinein“ und lädt per se dazu ein, zu unterscheiden. Krise ist demnach eine Situation in der differenziertes Wahrnehmen angesagt und möglich ist. Denn Krise markiert immer einen Wendepunkt. Und durchaus auch einer zum Guten hin. Bei Krankheiten also zum Gesundwerden.

Das Thema beschäftigte mich diese Woche beruflich

Vom, 9. bis 12. März haben wir Seelsorgende des Stadtspital Triemli unterstütz durch Pflegepersonen und weitere Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen einen Ausbildungskurs für zwölf neurekrutierte Freiwillige für die Krisenbegleitung in der Nacht geleitet und zum erfolgreich zum Abschluss gebracht.

Dass das Vorhaben gelungen ist, ist alles andere als selbstverständlich.

Kritisch spielte am 2. Ausbildungstag die Ansage der Direktion von Waid und Triemli hinein, den Kurs bis Dienstagmittag abzubrechen. Die Absage lag schon am Montag in der Luft. Die Neubeurteilung der Lage Covid-19 liess auch diese Ausbildungsveranstaltung innerhalb des Triemli nicht mehr zu.

Willkommenskultur

Es ging nicht darum diesen Entscheid in Frage zu stellen. Dennoch versuchten wir Verantwortliche eine Neubeurteilung der Lage, um den Kurs weiterführen zu können. Es bot sich in kürzester Zeit die Möglichkeit den Kurs in ein Pfarreizentrum in der Stadt Zürich auszulagern und dort weiterzuführen. Bereits am Dienstagnachmittag – mit dem minimalen Verlust nur einer Ausbildungssequenz –

konnten wir um 14:00 Uhr am neuen Standort die Arbeit wieder aufnehmen. Wir honorierten damit das Engagement der Freiwilligen, die sich diese Woche reserviert, die Berufstätigen unter ihnen sogar Ferien dafür eingegeben hatten. Alle befürworteten diese Aktion. Eine grossartige Gruppe.

Möglich wurde dieser Standortwechsel dank dem freundlichen Angebot einer Kursteilnehmerin, die den Faden zum Pfarreizentrum Guthirt in Wipkingen hatte und uns diese Möglichkeit vorschlug. Ein ganz herzliches Dankeschön an das Team der Pfarrei. Wir sind beeindruckt von der von Warmherzigkeit getragenen Willkommenskultur mit höchster Professionalität. Herzlichen Dank.

Dieses gute Angebot wollten und konnten wir nicht ausschlagen. Gemeinsam waren wir damit  in der Lage eine Krise als Wende zum Guten zu gestalten.

Schwarzmalerei?

Leider feiert die Farbe „black“ derzeit Hochkonjunktur. Zum Black Friday kam vorgestern der Black Thursday der Börse. Die Farbe Schwarz begünstigt klar auch die Schwarz-Weissmalerei. Der Freitag war zwar diese Woche nicht schwarz, es reichte dem Aberglauben die Zahl 13. Auch zum Schnäppchenjagen musste gestern niemand  einladen. Die Pressekonferenz des Bundesrates gestern mit dem gewichtigen Auftritt von gleich 4 Bundesräten tat das ihrige.  So addierte sich die 1 und 3 als Zahlenspiel aus dem gestrigen Datum und löste erneut einen Ansturm auf die Auslagen aus.

Angst treibt an. Haben wir heute einen schwarzen Samstag*? Jeder Bezug zur gleichnamigen Heavy Metal-Band ist an den Haaren herbeigezogen. Ein Glück: Sogar gar das Schwarzmalen stösst an seine Grenzen.

 

*Black Sabbath war eine ab 1969 unter diesem Namen bestehende englische Heavy-Metal-Band aus Aston

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