Seit Jahrtausenden erzählen Mystiker:innen davon: von der unmittelbaren Erfahrung Gottes, von der radikalen Verbundenheit, die keine Trennung kennt. Ob bei den Wüstenvätern und -müttern, den Sufis, im Advaita Vedanta oder in der Yogatradition – die Wege sind vielfältig, oft aber auch verschlossen.
Doch was, wenn Erleuchtung kein exklusiver Club ist, sondern eine super demokratische Einladung? Weniger eine Leiter, die mühsam erklommen werden will, sondern ein Labyrinth, das allen offensteht? Holy Embodied, das ist in der heutigen Folge der Pfarrer Patrick Schwarzenbach im Gespräch mit mir, Leela Sutter. Ich bin Theologin, Journalistin und begleite heute hauptsächlich Menschen energetisch, mit langer Erfahrung als Yogalehrerin.
Gemeinsam räumen wir auf mit dem Mythos der unerreichbaren Erleuchtung – und fragen: Was bedeutet Erwachen heute wirklich?
Hier findest du den in der Folge erwähnten Blogbeitrag (in Englisch) über die verschiedenen Formen von Erwachen: https://kirantrace.com/blog/what-is-spiritual-awakening/
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2 Gedanken zu „Mythos Erleuchtung – nur für wenige Auserwählte?“
Der englische Beitrag zum spirituellen Erwachen erschreckt sehr. Denn er setzt ein gewisses Maß an Dummheit und Unwissen voraus, damit man daran glauben kann.
z.B. ist das Sehen von Geistern oder die Wahrnehmung von Verstorbenen leicht als Ergebnis normaler Erinnerungsvorgänge erklärbar – d.h ein bisschen Fachwissen in Psychologie würde ausreichen um zu erkennen, dass es sich dabei nicht um das Ergebnis eines Erleuchtungszustands oder gar um übernatürliche Erfahrungen handelt. (Beispiele dazu: Nachtodkontakt, After-Death-Communication, Untote, Wiedergänger, Strigoj)
z.B. Mit der Google-suche [Königin Silvia sieht Gespenster] findet man einige Medienberichte über ihr Erleben von Geistern. Der Fachbegriff dafür ist ´Charles Bonnet Syndrom´ = das Ergebnis von Gehirnaktivität: wenn das Gehirn zu wenig Stimulation von außen bekommt; dann reaktiviert es Gedächtnisinhalte.
z.B. Infraschall kann man nicht hören aber fühlen. Dies führt dazu, dass man sich von ´Etwas´ berührt empfindet, obwohl eindeutig niemand anwesend ist. Wenn man sich dabei in feuchter kühler Umgebung befindet, dann kann dadurch sogar ein intensives Gefühl von Grauen/Gruseln entstehen. Dies ist ein Grund, warum alte Burgruinen oft mit Spuk-Geschichten verbunden sind.
Es ist mehr als peinlich wenn man nicht bereit ist, sich mit verfügbarem Wissen auseinander zu setzen und die eigene Unfähigkeit als spirituelles Erwachen verkaufen will.
Wer seriös arbeiten will, sollte zuerst nach verfügbaren, bekannten Erklärungen für außergewöhnliche Erfahrungen suchen – statt diese als ´Erleuchtung´ zu betrachten.
Das Wesen des Menschen birgt eine Kraft, die den egoistischen Tendenzen entgegenwirkt und sie ausgleicht, wenn der Mensch sich ihr zu überlassen lernt. Wenn er sich wirklich gewandelt hat bzw. seine Menschwerdung mit diese Kraft koppelt, entstehen viele negative Kräfte, die ihn auf seinem Weg hemmen könnten, gar nicht mehr in ihm. Die Spannung zwischen Subjekt und Objekt, zwischen Ich und Du wird mehr oder weniger aufgehoben. Wenn dieses Erleben die tiefsten Wurzeln des Seins durchdringt, sind alle Aktivitäten frei von Ichbesetztheit. Der Mensch ist dann aus seinem individuellen und individualistischen Bewußtseinsinteresse herausgeführt in eine größere Gemeinschaft und schließlich in den Kosmos hinein. Er entfaltet sich in diesem Reifungsprozeß zu einem Individuum, dessen sittliches Handeln Ausdruck seines innersten Wesens (des Liebevollen) ist. Sittlichkeit ist also nicht Ursache, sondern Auswirkung einer Haltung/Lebensweise. Zwischen Überzeugung und Handeln besteht dann Übereinstimmung. Das wird in der Esoterik Weisheit genannt, Harmonie zwischen unserem Wesen (Naturell) und unserem Willen (Selbstbewusstsein).
In Zufriedenheit “Einig Wesen” sind wir, wenn wir unser eigenes Streben auf das ausrichten, was auch dem Schöpfungs- und Wesenzweck dienlich ist. 🩵