Ferienmodus aus, Realität an: Der Alltag hat uns wieder, der Terminkalender brummt – und Stephan steht wegen einer defekten Espressomaschine ohne Kaffee da. Manuel hingegen hat gerade einen Sonntag erlebt, der in seiner ziellosen Musse fast etwas Heiliges hatte. Genau dazwischen liegt das Thema dieser Folge: Arbeit. Was motiviert uns eigentlich, wenn der Alltag wieder losgeht? Und wie viel Sinn darf oder muss ein Job überhaupt machen?
Die beiden sprechen über Montagsmüdigkeit und Motivationsfragen, über Euphorie im Team und die über die Frage, ob es theologisch vertretbar wäre, Zigaretten mit Begeisterung zu verkaufen, solange die Mitarbeitenden nett genug sind.
Sie diskutieren auch die Gefahr, sich über den Beruf zu definieren – bis zur totalen Erschöpfung. Und sie fragen: Warum hängen wir so viel von unserem Selbstwert an die Arbeit – und wie kommen wir da wieder raus?
Ein Blick in die Geschichte zeigt: Die Idee von Arbeit als «Berufung» hat im Christentum tiefe Wurzeln – vom biblischen Schöpfungsauftrag bis zur reformatorischen Aufwertung aller Berufe, vom Pfarrer bis zum Ledergerber. Arbeit als geistliche Aufgabe mit einer eigenen Würde – aber eben nicht als einzige Identitätsquelle. Denn mit dem Sabbat wird im gleichen Atemzug auch der Stopp eingeführt: ein wöchentlicher Reminder, dass unser Wert nicht in der Leistung liegt.
Eine Folge über Sinn, Stress, Identität und Pausen. Für alle, die nach dem Urlaub wieder ins Arbeitsleben eintauchen und sich fragen, wofür das Ganze eigentlich gut ist.








4 Gedanken zu „Montagskoller, Burnout & Berufung – Wozu arbeiten wir eigentlich?“
Unter Holy Embodied (Andrea Stäger: “Arbeit kann aus Entspannung entstehen”) habe ich schon geschrieben:
Arbeit in wirklich-wahrhaftiger Vernunft/Ökonomie und zweifelsfrei-eindeutiger Ökologie/Verantwortungsbewusstsein, von und für ein globales Gemeinschaftseigentum OHNE wettbewerbsbedingt-konfuse Symptomatik (also OHNE manipulativ-schwankende “Werteordnung”, OHNE “Wer soll das bezahlen?”, OHNE Ausbeutung und Erpressung in unternehmerischen Abwägungen zu “Arbeit macht frei”), kann fast unendlich geteilt werden, dafür steht auch Matthäus 20,1-16
Ein zentraler, oft übersehener Aspekt im Diskurs über Berufung und Arbeit ist die Tatsache, dass viele von uns in einer historisch und global gesehen privilegierten Lebenssituation stehen: Unsere Grundbedürfnisse sind gedeckt – oft sogar deutlich mehr als das. Daraus ergibt sich eine grundlegende Frage, die weit über individuelle Motivationen hinausgeht: Warum arbeiten wir eigentlich mehr, als notwendig wäre – und für wen tun wir das?
Aus soziologischer Sicht lässt sich hier die Dynamik zwischen Kapital, Arbeit und Anerkennung beleuchten. In vielen Arbeitsverhältnissen profitieren vor allem Arbeitgeber:innen vom sogenannten “Mehrwert”, also dem zusätzlichen Ertrag, den Mitarbeitende durch Überstunden oder gesteigerte Leistung erwirtschaften. Der individuelle Zugewinn hingegen ist oft marginal – sowohl materiell als auch in Form von Anerkennung. Diese Asymmetrie führt zur berechtigten Infragestellung des Systems: Wenn weder Dankbarkeit noch fairer Anteil am Ertrag folgen, wieso sollte man dann bereitwillig Mehrarbeit leisten? Gerade wenn man merkt, dass es weder gesundheitlich noch seelisch förderlich ist?
Zudem zeigt sich hier ein typisches Merkmal spätmoderner Arbeitsgesellschaften: Die Entkopplung von Arbeit und unmittelbarem Lebensnotwendigem. Arbeit wird nicht mehr nur geleistet, um zu überleben, wie es eigentlich der Ursinn war, sondern dient zunehmend der Selbstverwirklichung – oder eben, im schlechten Fall, der Aufrechterhaltung eines Status, der über das Notwendige weit hinausgeht. Dabei muss man zum Teil natürliche Bedürfnisse übergehen oder Familienzeit opfern. Wie im Beispiel der Arbeitszeiterfassung zum Teil aus Prinzip und nicht weil es Sinn macht…
Gerade unter diesen Voraussetzungen ist die Frage nach dem Sinn und der Zielrichtung von Arbeit nicht nur legitim, sondern notwendig. Sie verweist auf zentrale gesellschaftliche Themen wie Leistungsdruck, Klassenverhältnisse, Wertschätzung und nicht zuletzt auf die Rolle der Arbeit in der Konstruktion von Identität. Hoffentlich werden sich so langfristig gesunde Sysmteme etablieren, die den modernen Lebensansprüchen gerechter werden.
Arbeit dient der bewusstseinsbetäubenden Konfusion dieser manipulativ-schwankenden Welt- und “Werteordnung” in heuchlerisch-verlogener Schuld- und Sündenbocksuche (was aus dem Kreislauf der gleichermaßen unverarbeitet-instinktiven Bewusstseinsschwäche von Angst, Gewalt und egozentriert-gebildetem “Individualbewusstsein” entspringt), seit Mensch erstem und bisher einzigen GEISTIGEN Evolutionssprung (was der “Vertreibung aus dem Paradies” entspricht).
“WERTEORDNUNG” – Das Mensch (also ALLE!), dem Ursprung entsprechend, eine Vernunftbegabung hat, womit Mensch das ganzheitlich-ebenbildliche Wesen in zweifelsfreier Eindeutigkeit wirklich-wahrhaftig gestalten soll, verkommt auch auf dieser Plattform zu Oberflächlichkeit und ignoranter Arroganz, denn es gibt viele “Wahrheiten” in “Vernunft” und ebensolches “Verantwortungsbewusstsein” zu materialistischer “Absicherung”!?
Herzlichen Dank für das tolle Gespräch!
Kann dazu nur sagen, dass ich “trotz” IT-Job dankbar bin, dort nicht nur ein Rädchen im Getriebe zu sein, sondern dass ich mich dort auch kreativ einbringen kann! Ist aber auch ein eher kleiner Laden, wo man sich kennt und das ganze persönlicher ist…
Btw.: ich habe gerade eine sehr faszinierende Serie auf apple.tv entdeckt:
“Severance”.
Passt zu dem Thema “Arbeit” / “Work-Life-Balance”…
Wäre sicher etwas für “Popcorn Culture”.
Viele Grüße
Matthias